Karlsruhe Möglichkeiten schwinden

Ein Ersatz für das Gebäude der Ex-Steffi wurde noch nicht gefunden
(Archivfoto: ka-news)
In einer Woche verstreicht die Frist, welche den Bewohnern der Ex-Steffi eingeräumt wurde, um ihre Bleibe südlich des Karlsruher Hauptbahnhofs zu verlassen. Die Situation scheint jedoch festgefahren, wie eh und je. Die Bewohner müssen raus, nur wohin?

Die Haltung der Stadt in diesem Konflikt hat sich nicht geändert, trotz zahlreicher Vermittlungsversuche, vor allem seitens der Grünen. Diese hatten im Sinne einer für beide Seiten einvernehmlichen Lösung einen Runden Tisch vorgeschlagen. In einem Offenen Brief vom Dezember schrieb die Karlsruher Gemeinderatsfraktion der Grünen Oberbürgermeister (OB) Heinz Fenrich an, die Vollstreckung des Räumungstitels für das Gebäude aufzuschieben (ka-news berichtete). Kulturelle und gesellschaftliche Aspekte sprechen nach Argumentation der Grünen gegen die Räumung.

Übergabe in "besenreinem" Zustand

Vergangene Woche setzte sich auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete für Karlsruhe, Sylvia Kotting-Uhl, für den Verbleib des Wohnprojekts ein (ka-news berichtete). Die Suche nach einem Alternativstandort solle weiter vorangetrieben werden, forderte Kotting-Uhl. Nach außen drang aus dem Rathaus in dieser Richtung nicht viel. Die Haltung der Stadt zu diesem Thema sei bekannt, neues gebe es nicht zu berichten. Der OB lehnt auf ka-news-Anfrage eine Stellungnahme ab, verweist gleichzeitig auf den juristischen Dienst der Stadt. Die Stadt besteht nach wie vor auf die pünktliche Räumung des Gebäudes, so auch nachzulesen in einem Schreiben der Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe an die Bewohner der Schwarzwaldstraße 79 vom Dienstag vergangener Woche.

Modell im Rathaus: Sieht so die zukünftige Bebauung aus?
(Archivfoto: ka-news)
In dem Schreiben macht die Stadt ihren Herausgabeanspruch geltend zum 31. Januar. Bis spätestens zu diesem Zeitpunkt sollen die Bewohner das Gebäude räumen und in "besenreinem Zustand" - so ist es formuliert - herausgeben. "Sollten Sie unserem Verlangen nicht Folge leisten, müssen wir uns die zwangsweise Vollstreckung unseres Herausgabeanspruches vorbehalten", schreibt das Amt. Ein bereits Mitte Dezember vorgelegtes Kaufangebot des Gebäudes durch die Bewohner und den Verein Selbstbestimmtes Wohnen wird eingangs in dem Schreiben abgelehnt. Die Stadt habe anderweitige Absichten für die Verwendung des Gebäudes.

Ohne Ersatz möchte keiner freiwillig gehen

Der jüngste Rettungsversuch für die Ex-Steffi vom vergangenen Freitag lief ebenfalls ins Leere. Das Gespräch zwischen Bewohnern und Sozialbürgermeister Harald Denecken führte Samstagvormittag zur Besichtigung einer Halle im Karlsruher Rheinhafen. Die Halle, welche am selben Abend noch zum Schauplatz eines Konzerts rechtsextremer Bands wurde (ka-news berichtete), erfüllte jedoch nicht die Anforderungen der Bewohner der Ex-Steffi. Zu dezentral liege die Halle, außerdem sei es nicht möglich, Wohnraum in dem Gebäude unterzubringen. Jedoch sei dies eine zentrale Forderung, ohne die eine Anmietung nicht in Frage komme.

So schwinden langsam die Möglichkeiten für die Ex-Steffi. Auch die eigene Suche der Bewohner nach einem neuen Gebäude verlief bislang ergebnislos, erklärt einer der Bewohner gegenüber ka-news. "Wir hoffen, dass noch eine Lösung gefunden wird", heißt es. Eines sei jedoch klar: "Ohne Ersatz wird von uns aus dem Haus niemand freiwillig in die Obdachlosigkeit gehen."

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