Karlsruhe Möglicher Verkehrskollaps

Bislang besteht die Europäische Union aus 15 Mitgliedstaaten, ab dem 1. Mai wird sich dieser Zustand jedoch ändern. Zehn neue Staaten treten der EU bei. Diese gewaltige Veränderung kann Probleme mit sich bringen, wenn die Infrastruktur für ein solches Vorhaben noch nicht genügend ausgebaut ist. Im Rahmen dieser Erweiterung intensivieren sich die europäischen Handelsbeziehungen und der Austausch von Personen und Gütern nimmt zu. Deshalb werden die Rufe nach der Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Budapest durch Karlsruhe (ka-news berichtete) immer lauter.

"Der Schwerlastenverkehr wird um 50 Prozent zunehmen und es kommt zum Verkehrskollaps, wenn wir nicht gegen steuern", warnt Willi Piecyk, Mitglied im Verkehrsausschuss des Europaparlaments bei einer Veranstaltung der Internationalen Handelskammer Karlsruhe. Ein Ausweg für dieses Problem sieht die von Karlsruhe aus gegründete Initiative "Magistrale für Europa" in einer durchgehenden Hochgeschwindigkeitsbahn von Paris über Straßburg, Karlsruhe, Stuttgart, München und Wien bis Budapest. Für dieses Projekt setzt sich die "Magistrale für Europa" bereits seit 15 Jahren ein. Auch Piecyk hält eine "deutliche Verlagerung der Verkehrsströme auf die Schiene" für eine mögliche Lösung des Problems.

Missachtung internationaler Vereinbarungen

Als prioritäres europäisches Projekt sei die Magistrale auch von EU-Behörden ausgewiesen. "Europa hat die Weichen für die Magistrale gestellt", bestätigt Piecyk. In den einzelnen Nationalstaaten, besonders in Deutschland, würde allerdings eine andere Sicht eingenommen. Ausgehend von den kürzlich angekündigten rigiden Streichungen bei den Schieneninvestitionen, scheint der Bund die schnelle Ost-West-Bahn nicht ernsthaft anzustreben, erwähnt Piecyk. Auch den viergleisigen Ausbau der Rheintalschiene sowie die Verknüpfung des deutschen ICE mit dem französischen TGV über eine Rheinbrücke bei Kehl verzögere Berlin. Oberbürgermeister Heinz Fenrich und Vorsitzender der Initiative "Magistrale für Europa" kommentiert diesen Zustand als "eine Missachtung internationaler Vereinbarungen".

Schon beim deutsch-französischen Gipfel im September 2003 hätten sich Bundeskanzler Gerhard Schröder und Staatspräsident Jacques Chirac auf den Ausbau dieser Verknüpfung verständigt, erinnert der OB. Angesichts der Misere in den öffentlichen Haushalten gelte es aber auch, neue Formen der Finanzierung aufzutun, mahnt Fenrich.

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