Karlsruhe Mobilmachung beim KVV

Solche Bilder sollen bald der Vergangenheit angehören
(Foto: ka-news)
Der KVV macht mobil. Um die Sicherheit in den Straßen- und Stadtbahnen zu erhöhen, werden zusätzliche Sicherheitskräfte in den Abendstunden durch die Fahrzeuge patrouillieren. Ab nächstem Jahr kommt dann auch die Kameraüberwachung in einigen Bahnen.

In den vergangenen Wochen machten zwei Meldungen in Karlsruhe die Runde, in denen über Gewalt in Straßenbahnen berichtet wurde. Ein Fall spielte sich in der Südweststadt ab, bei dem zwei Menschen leicht verletzt wurden (ka-news berichtete). Die Täter fielen durch ihr rüpelhaftes Verhalten und einen sehr laut eingestellten CD-Spieler auf. Nach der Aufforderung eines Fahrgastes, die Musik leiser zu stellen, eskalierte der Streit. Wenig später fielen die Jugendlichen in einer anderen Bahn auf, in der sie einen Fahrgast mit Tritten malträtierten. Ein weiterer Fall trug sich an der Haltestelle Hardecksiedlung zu, bei dem ein Tram-Fahrer von vier Jugendlichen mit einem Revolver bedroht wurde, die Bargeld von ihm forderten (ka-news berichtete).

Kontingent der privaten Sicherheitskräfte wird verdoppelt

Der Eindruck entsteht, dass es sich hier um eine Häufung von Zwischenfällen handelt, die auf eine Zunahme der Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln hindeutet. Bei den verantwortlichen Stellen gibt man jedoch Entwarnung. "Es ist eine rein zufällige Häufung von Ereignissen. Solche Vorfälle gibt es leider immer wieder", erklärt der KVV-Pressesprecher Horst Stammler gegenüber ka-news. "Eine Häufung derartiger Zwischenfälle können wir und die Polizei aber nicht feststellen."

Dennoch ist das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste durch solche Meldungen natürlich ins Wanken geraten. Ein Umstand, dem der KVV nun Rechnung trägt. Zu den zusätzlichen 70 Teilzeitkräften, den 50 Fahrkartenkontrolleuren und Angestellten einer privaten Sicherheitsfirma, die derzeit schon in den Abendstunden in den Bahnen des KVV ein Auge auf Störenfriede werfen, soll nun noch das Kontingent der privaten Sicherheitskräfte auf das Doppelte aufgestockt werden. "Wir müssen das Sicherheitsgefühl unserer Fahrgäste beachten", erläutert Stammler. Besonders gefährdete Strecken gebe es nicht, meint der Pressesprecher. "Es gibt in unserem Netz keine Linie, auf der wir besonders streng kontrollieren müssten."

Kommt die Kameraüberwachung von Haltestellen?

Fahrgäste sollen sich sicherer fühlen (Archivfoto: ka-news)
Um mehr Präventivarbeit zu leisten, werden ab Januar kommenden Jahres einige Fahrzeuge mit Kameras ausgerüstet, die abschrecken und aufzeichnen sollen. Alle Bahnen könnten jedoch unmöglich damit ausgestattet werden. Um eine lückenlose Überwachung des Fahrgastraums zu gewährleisten, sind acht bis zehn Kameras nötig. "Die Kosten für jedes Fahrzeug steigen so auf etwa 10.000 Euro. Da ist es einfach nicht möglich, jede Bahn mit Kameras überwachen zu lassen", erläutert Stammler. Trotzdem, nachdem der KVV auf Nachfrage aus anderen Städten wie Leipzig positive Signale bekommen hat und die Kameras sich dort bereits bewährt haben, ist man in Karlsruhe guter Dinge, dass die Maßnahme auch hier mehr Sicherheit bringt.

Auch die Ausweitung der Kameraüberwachung an Haltestellen möchte Stammler derzeit nicht komplett ausschließen. Konkrete Pläne dazu gebe es jedoch noch nicht. Auch hier sei es eine Frage der Kosten, denn schließlich müssten die Kamerabilder auch live in einer Zentrale zusammenlaufen und ausgewertet werden. Die Kameras in den Bahnen hingegen zeichneten nur auf, erklärt Stammler. Momentan werden in Karlsruhe nur die Stationen Marktplatz und Europaplatz überwacht. Forderungen, in der Nordweststadt in den tiefer gelegenen Haltestellen Kameras anzubringen, gibt es seitens der Bürger bereits. Allerdings, erklärt Stammler: "Diese Kameras wären natürlich wieder Ziele von Vandalismus."

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