Karlsruhe Mein Körper gehört mir

Viele Opfer schweigen und erdulden den Missbrauch (Foto: pixelquelle.de)
Sexueller Missbrauch an Kindern ist immer noch ein Tabu-Thema, dass dennoch real und aktuell ist. Zahlreiche betroffene Kinder wissen nicht, wie sie mit diesem "Vergehen" umgehen sollen oder sich wehren können. Aus diesem Grund hat die Jugendstiftung der Sparkasse Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der theaterpädagogischen Werkstatt das neue Semiarangebot "Mein Körper gehört mit" ins Leben gerufen.

Das Seminar ist konzipiert für die dritten und vierten Klassen und richtet sich an alle Grundschulen im Geschäftsgebiet der Sparkasse Karlsruhe. Zu jenem gehört auch die Gutenberg Grund- und Hauptschule, in der das Projekt diese Woche vorgestellt wurde. Inhalt des Kurses ist der sexuelle Missbrauch bei Kindern, der in Form interaktiver Szenencollagen thematisiert wird. Interesse und Bedarf bei den Schulen sind gleichermaßen groß. So ist die erste Staffel mit Seminaren für 60 Schulklassen an insgesamt 17 Schulen bereits ausgebucht.

Spielerisch lernen, wie man mit "Belästigungen" im Alltag umgeht

Das Seminar beschäftigt sich auf ganz neue Weise mit dem Thema sexueller Missbrauch bei Kindern. "Ziel des Präventionprogramms ist es, den Schülern auf spielerische Art zu vermitteln, dass ihr Körper ihr persönliches Eigentum ist. Ihr Selbstvertrauen sowie die Bereitschaft zur Abwehr von Übergriffen und zur Suche nach der Hilfe Dritter sollen gestärkt werden", erklärt Sparkassendirektor Heinrich Birken den Hintergrund dieses Unternehmens. Da nach Aussage von Birken "zwischen Theorie und Praxis oft ein himmelweiter Unterschied ist, ist dieses Seminar als 'interaktive Szenencollage' in drei Teilen aufgebaut." Im Detail heißt das: die Kinder werden in Form von Rollenspielen, Fragen und Gesprächen aktiv an den dargestellten Szenen beteiligt.

Die Schüler der Gutenbergschule haben sichtlich Spaß am Seminar (Foto: ka-news)

Spielerisch sollen sie so lernen, mit den Situationen, die ihnen auch im Alltag begegnen können, umzugehen. Entwickelt und durchgeführt wird das Seminar von der theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, einem bundesweit einzigartigen Modellprojekt. "Das Programm ist in drei Teile aufgeteilt, die in einem Abstand von je einer Woche stattfinden. Ein Teil dauert 45 Minuten, also genau eine Schulstunde. Da das Programm dreiteilig ist, ist es möglich, dass die Schüler uns und wir sie besser kennen lernen", verdeutlicht Berthold Bartonek, Mitglied der theaterpädagogischen Werkstatt, den Ablauf des Seminars.

Die Eltern werden ebenfalls in das Präventionsprogramm eingebunden. Die jeweiligen Schulen laden die Erziehungsberechtigten der Schüler der dritten und vierten Klassen zu einem Gespräch ein und erläutern ihnen die Hintergründe, Ziele und Sinn des Seminarangebots. Wichtig sei hierbei das Engagement der Eltern. Nur wenn sie mit ihren Kindern die Programmabläufe Revue passieren lassen und sich gemeinsam mit dem Thema des Kindesmissbrauchs beschäftigen, würden die Kinder lernen, in bestimmten Situationen "Nein" sagen zu dürfen, sollen und müssen.

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