6  

Karlsruhe Manipulierte Geldautomaten: Karlsruher Polizei gibt Tipps

Seine Bedienung ist "kinderleicht“, macht unabhängig von den Schalteröffnungszeiten der Banken und spart Bankgebühren: Der Geldautomat. Doch vermehrt werden seine Nutzer auch Opfer von Kontoplünderungen. In Deutschland gab es im Jahr 2010 über 3.000 Manipulationen mit einem enormen Schaden. Die Beamten der Karlsruher Polizeiabteilung Prävention informieren nun Automatennutzer und geben Tipps, wie man sich im Verdachtsfall verhalten soll.

Obwohl das Abheben von Bargeld zwischenzeitlich keine große Herausforderung mehr darstelle, sei auch dieser Vorgang durchaus mit Gefahren behaftet, betont die Abteilung Prävention des Karlsruher Polizeipräsidiums. Mit verschiedenen Tricks versuchen gewiefte Gauner, an das Bargeld ihrer Opfer zu gelangen oder nach Erlangung der erforderlichen Daten unbemerkt deren Konto zu plündern.

Umsichtiges Verhalten schützt vor Manipulationen

So wurden 2010 in Deutschland 3.183 Manipulationen an Geldautomaten registriert, was eine Steigerung von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeute. Der daraus resultierende Schaden liege bei etwa 60 Millionen Euro und damit ebenfalls deutlich höher als im Vorjahr. Auch Bankautomaten in Karlsruhe waren betroffen.

Besonders interessant sei, dass gerade die beiden am häufigsten angewandten Tricks mit umsichtigem und richtigem Verhalten am Geldautomaten verhindert werden könnten.

Bei Manipulationen nicht den Geldautomaten verlassen

Das "Cash-Trapping" bezeichne eine besondere Form des Diebstahls am Geldautomaten. Über den Geldausgabeschacht werde ein täuschend echter Verschluss geklebt, der innen mit einer Klebefolie versehen ist, vom Kunden aber nicht erkannt werden könne. Die Folie verhindere, dass das Geld ausgegeben oder wieder in den Automaten eingezogen wird – die Geldscheine bleiben buchstäblich im Ausgabeschacht hängen, informieren die Beamten. Da der Geldauswurf nicht geöffnet werde, erscheine trotz fehlerfreier Funktion des Automaten der Hinweis auf eine Störung.

Viele Betroffene verlassen daraufhin die Bank und versuchen ihr Glück an einem anderen Automaten. Der Dieb kann nun - nach dem Entfernen der Blende - die festgeklebten Geldscheine ungehindert entnehmen. Die Abteilung Prävention rät Betroffenen, auf jeden Fall am Automaten zu bleiben und sich nicht von einem vermeintlich netten Fremden davon weglocken zu lassen. Außerdem solle man sich bemühen, einen Bankangestellten hinzu zu ziehen. Sollte sich der Automat außerhalb der Bank befinden, solle man die Bank anrufen oder, außerhalb der Banköffnungszeiten, die Polizei.

Skimming: Vorsicht vor versteckten Kameras

"Skimming" stehe für eine Methode, elektronische Daten von Bank- und Kreditkarten auszuspähen. Um in den Besitz der Kartendaten zu gelangen, installieren die Täter am Geldautomat ein manipuliertes Kartenlesegerät oder sogar eine vollständige Frontplatte. Diese Teile seien in Farbe und Form optisch dem Automaten angepasst und so hergestellt, dass die eingeschobene Bankkarte durch das aufgesetzte Lesegerät zum eigentlichen Kartenleser weitergeleitet werde.

So werden die Kontodaten ausgelesen und gespeichert, ohne dass der Abhebevorgang beeinträchtigt und der Kunde misstrauisch wird. Um an die PIN zu gelangen, werde das Eintippen der Nummer mit einer versteckt angebrachten Kamera aufgezeichnet. Mit den so erlangten Daten stellen die Betrüger eine neue Bankkarte her und plündern - zumeist noch am gleichen Tag aus dem Ausland - unbemerkt das Konto ihres Opfers. Pro Skimming-Attacke auf einen Geldautomaten seien durchschnittlich rund 60 Kunden betroffen. Demzufolge wurden im Jahr 2010 schätzungsweise 190.000 Kartenkunden Opfer von Skimming-Delikten, so die Information weiter.

Weitere Informationen bei den Polizeidienststellen und bei Bankfilialen

Auch hier geben die Beamte Tipps und Hinweise, wie man ein "Skimming" verhindern kann. Man sollte bei der Eingabe des PINs das Tastenfeld komplett abdecken (mit der Hand oder einem Sichtschutz) und sollte darauf achten, dass man von niemandem beobachtet wird. Bei Verdacht auf Manipulation sollte man auf keinen Fall den Automaten benutzen. Betroffene werden dazu angehalten, einen Bankmitarbeiter oder die Polizei zu verständigen. Zudem sollte jeder Nutzer von Bankautomaten regelmäßig seine Kontoauszüge überprüfen. Bei Verdacht auf Ausspähung sollte man seine Karte unverzüglich über den bundesweiten Sperrnotruf 116 116 sperren lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Weitere Informationen sind im Internet unter www.polizei-beratung.de abrufbar,  sowie bei den Bankfilialen und bei jeder Polizeidienststelle. Dort sei auch das Faltblatt "Vorsicht! Karten-Tricks!" mit nützlichen Hinweisen zum sicheren Umgang mit Bank- und Kreditkarten erhältlich, teilt die Abteilung Prävention der Karlsruher Polizei abschließend mit.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (6)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  • unbekannt
    (2030 Beiträge)

    13.06.2011 21:57 Uhr
    huhu222
    Das sind die Weisen,
    Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen,
    die bei dem Irrtum verharren,
    Das sind die Narren.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (4000 Beiträge)

    13.06.2011 23:21 Uhr
    Quelle: Friedrich Rückert
    Und nicht verstanden obendrein! traurig
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (2030 Beiträge)

    13.06.2011 19:42 Uhr
    Komisch
    Wenn ein Schalterkunde einen Gegenstand, welchen er am Geldautomaten findet, mitnimmt....dann weiß die Bank wer es war.
    ...Wenn Jemand den Geldautomaten manipuliert bekommt die Bank nichts mit???
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (4 Beiträge)

    13.06.2011 20:29 Uhr
    Diebstahl
    hört sich so an, als wärst du beim klauen erwischt worden grinsen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ralf
    (3596 Beiträge)

    13.06.2011 23:09 Uhr
    evtl. beim Geldabheben
    Da kann die Bank natürlich nachprüfen, wer in welchem Zeitraum am Geldautomaten Geld abgehoben hat. Wenn dann noch evtl. vorhandene Videoaufzeichnungen passen...

    Dagegen schätze ich es eher als unüblich ein, dass Manipulateure von Geldautomaten dort im Zeitraum der Manipulation Geld abheben. Somit dürfte die Identifikation für die Bank schwieriger sein.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (435 Beiträge)

    13.06.2011 15:30 Uhr
    Zum Bild
    Schlecht gemachtes "Pad" Farbe passt nicht, und liegt vermutlich nicht sauber auf dem zu verdeckenden Original auf.

    Der EC-Aufsatz ist absoluter Mist und nicht passend zum EC-Automat.

    Die Pads und Aufsätze müssen so fest sein das Sie nicht gleich wieder abfallen, aber sich wieder schnell entfernen lassen können.

    Also ruhig mal etwas "wackeln / rütteln ein leichter Schlag aufs Bedienpad" am Automaten, die sind schon Stabil.

    Vorsicht im Ausland Tip : Geldautomaten vor Auslandsreise mal Bilder googlen kann hilfreich sein. Und nie beim Geldabheben an quatschen bzw. helfen lassen !!!
    Wenn Automat nicht geheuer einfach Finger weg und am Schalter holen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
Schreiben Sie Ihre Meinung
Ein neues Posting hinzufügen
Fett Kursiv Link Zitat
Sie dürfen noch Zeichen schreiben