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Karlsruhe Luxusgut Bildung: Landesbibliothek führt Gebühren ein

Der baden-württembergische Rechnungshof regte die Gebühren an, das Wissenschaftsministerium beschloss sie - und die Badische Landesbibliothek (BLB) muss diese nun umsetzen. Die Leidtragenden sind die Nutzer der BLB.

Denn künftig werden viele Benutzer Bibliotheksgebühren zahlen müssen. Diese liegen voraussichtlich bei 30 Euro pro Jahr, wobei Studierende, Schüler und Auszubildende befreit werden, die ermäßigte Jahreskarte soll 15 Euro kosten. Die Neuerungen sollen entweder im Februar oder März eingeführt werden. Alle Details stehen noch nicht fest, so Dr. Rüdiger Schmidt, Direktor der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe gegenüber ka-news.

Die Entwürfe liegen noch einigen Gremien vor; dass die Gebühren kommen, sei hingegen sicher. Seit die Ankündigung der Gebührenerhebung auf der Homepage der BLB stehe, erhalte Schmidt laufend Beschwerden und Anfragen. "Glücklich sind wir damit nicht. Der Anstoß kam vom Rechnungshof, entschieden hat die Landesregierung, wir führen nur aus." Die Badische Landesbibliothek sei mit Gegenargumenten, wie unter anderem dem freien Zugang zu Bildung, auf "taube Ohren" gestoßen. Der freie Zugang zu Büchern und damit zu Bildung wäre der BLB am liebsten.

Nach ausführlicher Erörterung im Finanzausschuss des Landtags habe man mit beiden Landesbibliotheken eine Konzeption abgestimmt, die „eine sozial gestaffelte jährliche Benutzungsgebühr für die Ausleihe und für die Benutzung elektronischer Angebote vorsieht“, so das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst auf Anfrage von ka-news. Über die Konzeption sei allerdings noch nicht abschließend entschieden.

Freie Bildung wird eingeschränkt

Schmidt dagegen rechnet nach Einführung der Gebühren mit deutlich weniger Benutzern. Das habe sich auch gezeigt, als die Stadtbibliotheken ihre Gebühren in Höhe von jährlich 15 Euro eingeführt haben. Es werde aber wohl auch eine Verschiebung innerhalb der Familien geben, schätzt Schmidt. So werden Familien die Ausweise für Schüler nutzen und die Eltern sich keine eigenen Ausweise kaufen. Wenn die Gebühren kommen, sollen diese genutzt werden, um den Service zu verbessern.

Was Karlsruher Politiker zu den geplanten Gebühren sagen und welche Konsequenzen sie daraus ziehen, lesen Sie in Kürze bei ka-news.
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