Lothar Knörzer: Olympia-Teilnehmer

Wer rastet der rostet - zugegeben keine allzu neue Erkenntnis. Allerdings will auch der beste Vorsatz erst einmal in die Tat umgesetzt sein. Für Lothar Knörzer, einst Staffelläufer bei den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne, ist diese Volksweisheit schon lange Lebensmotto. Noch heute treibt der einstige Leichtathlet regelmäßig Sport, sei es Fußball, Tennis, Wandern oder Radfahren. "Außerdem lege ich jedes Jahr das Deutsche Sportzeichen ab. 2001 bereits zum 30. Mal in Folge", berichtet der Olympionike nicht ohne Stolz. Am 4. August feiert der badische Dauer-Läufer seinen 69. Geburtstag.

In der Karlsruher Oststadt aufgewachsen besuchte Knörzer die Tullaschule, bevor er auf dem Kant-Gymnasium sein Abitur ablegte. Der Ausbildung zum Großhandelskaufmann folgte eine 40-jährige Dienstzeit bei der Karlsruher Lebensversicherung. Neben dem Beruf schlug Knörzers Herz jedoch in erster Linie für die Leichtathletik. Dabei gehörten sowohl der 100 und 200-Meter-Lauf, als auch die 4 x 100 Meter Staffel zu seinen Spezialdisziplinen. "Einer meiner schönster Siege als Jugendlicher war meine Badische Waldlaufmeisterschaft im Schlosspark Schwetzingen", erinnert sich Knörzer zurück. Doch seine sportliche Laufbahn stand zu diesem Zeitpunkt erst am Anfang: '52 wechselte der aufstrebende Leichtathlet zu Phönix Karlsruhe, wo er auf Anhieb Badischer Meister in der Klasse über 4 x 100 Meter wurde.

Seine größten Erfolge feierte er jedoch erst nach der Fusion von Phönix Karlsruhe und dem VfB Mühlburg beim Karlsruher SC in der 4 x 100 Meter Staffel. Nach zwei Junioren Vize-Meisterschaften über 100 Meter in den Jahren '53 und '54 gelang ihm die Deutsche Junioren Meisterschaft und schließlich auch die Deutsche Meisterschaft '55 mit dem KSC. Mit der Deutschen Nationalstaffel erlief Knörzer sogar den Europarekord. Höhepunkt seiner sportlichen Karriere waren allerdings unbestritten die Olympischen Sommerspiele 1956 im australischen Melbourne. 40,3 Sekunden in der 4 x 100 Meter Staffel brachten den Läufern um Lothar Knörzer die Bronzemedaille.

Beschreiben Sie sich mit drei Worten:
Zielstrebig, tolerant, großzügig.

Was ist Ihre größte Stärke?
Geduld.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Gutmütigkeit.

Was war als Kind oder Jugendlicher Ihr Traumberuf? Haben Sie damals jemals daran gedacht, das zu werden, was Sie heute sind?
Mein Jugendtraum war Straßenbahnführer. An eine solche Sportlerkarriere habe ich damals nicht gedacht.

Was würden Sie im Leben gerne noch erreichen?
Noch einmal Australien bereisen.

Was nervt Ihre/n Partner/in am meisten an Ihnen?
Meine buchstäbliche Bierruhe und meine Gelassenheit.

Auf welchen Gegenstand möchten Sie im Leben nicht verzichten?
Computer. Man wird immer mit der neuesten Technik konfrontiert und bleibt daher geistig fit.

Wen würden Sie gerne auf den Mond schießen?
Den Schwergewichtsboxer Mike Tyson, weil diese Person weder als Mensch noch als Sportler zu akzeptieren ist.

Welcher Mensch beeindruckt Sie?
Papst Johannes Paul II, weil er bemüht ist für Frieden zu sorgen und weil er versucht, mit den verschiedensten Glaubensgemeinschaften einen Konsens zu finden.

Welche Musik (Interpret und Titel) und welcher Film haben Sie am meisten beeindruckt?
Musik: Glenn Miller. Film: Sieben Jahre in Tibet.

Welches Buch haben Sie als letztes gelesen?
"Reisebeschreibungen über Australien" von Dieter Kronzucker.

Sie werden als Tier geboren. Als welches?
Löwe.

Sie tauschen einen Tag mit einer Person des anderen Geschlechts - wer wäre das?
Prinzessin Maxima der Niederlande, um einmal kurzfristig royale Luft zu schnuppern.

Was finden Sie an Karlsruhe reizvoll?
Eine überschaubare Großstadt in zentraler Lage mit vielen Grünflächen.

Was würden Sie an Karlsruhe ändern, wenn Sie Oberbürgermeister/in wären?
Die Kaiserstraße in eine reine Fußgängerzone umwandeln, den Teil vom Marktplatz bis zum Durlacher Tor verschönern und mit mehr Leben ausstatten.

Welches sind die markantesten Karlsruher / deutschen Köpfe?
Günter Klotz, Alex Möller, Gerhard Seiler und Konrad Adenauer.

Sie leben in einem anderen Land. Welcher Grund könnte Sie dazu bewegen beziehungsweise davon abhalten, nach Deutschland einzuwandern?
Ein Grund für mich einzuwandern wäre, dass Deutschland ein Land mit vielen Perspektiven ist.

Es geht um das Glück der Republik. Welche Person, Gruppierung oder Idee sollte mehr Einfluss gewinnen?
Die Politiker, die sich für das Wohl und für den Frieden der deutschen Bevölkerung einsetzen.

Wie und wo möchten Sie sterben?
Noch viele Jahre in Gesundheit leben, schnell an einem Herzschlag sterben und natürlich in meiner Heimatstadt Karlsruhe beerdigt werden.

Kommen Sie in den Himmel oder in die Hölle?
Das muss der liebe Gott mit dem Teufel ausmachen. Spaß beiseite, das ist mir völlig egal.

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