Karlsruhe Lösung in Sicht?

Trotz Barrikaden: Die Ex-Steffi-Leute suchen das Gespräch mit der Stadt
(Foto: ka-news)
Die Gespräche zwischen den Bewohnern der Schwarzwaldstraße 79 und der Stadt laufen weiter (ka-news berichtete). Am gestrigen Freitag kamen Vertreter der Ex-Steffi mit Sozialbürgermeister Harald Denecken im Rathaus zusammen.

Dabei wurde konkret auf die Alternativobjekte eingegangen, zu deren Realisierung die jungen Leute der Ex-Steffi eigenen Angaben zufolge bereits erste Schritte unternommen haben. Von Seiten der Stadt sei "unsere Ernsthaftigkeit begrüßt" worden, heißt es in einer Mitteilung der Ex-Steffi. Die Hausbewohner haben das Gebäude südlich des Hauptbahnhofs seit Anfang Februar besetzt (ka-news berichtete) und fordern von der Stadt einen Verzicht auf die Räumung, bis ein passendes Ersatzobjekt gefunden worden ist.

Ist die Stadt zu einem Räumungsverzicht bereit?

"Von unserer Seite wurden Lösungskonzepte zur Verhinderung einer Zwangsräumung und der damit verbundenen Konsequenzen vorgestellt", berichtet die Ex-Steffi vom gestrigen Gespräch mit Vertretern der Stadt. Von Sozialbürgermeister Denecken sei die klare Aussage gekommen, dass bis zum nächsten Gesprächstermin am kommenden Freitag, 17. Februar, keine Räumung durchgeführt werde. Auf eine schriftliche Zusage hätte sich die Stadt allerdings nicht eingelassen. Bis kommenden Freitag solle aber geprüft werden, so die Hausbesetzer weiter, ob Bedingungen für solch eine Vereinbarung gefunden werden könnten.

Hinsichtlich eines konkreten Unterstützungsangebots hätte sich die Stadt allerdings zurückhaltend gegeben. Es bleibe abzuwarten, so die jungen Leute weiter, ob ein Umzug schon in greifbare Nähe rücke. "Die Anstrengungen dahin sind vielversprechend." Laut Ex-Steffi haben die Vertreter der Stadt signalisiert, dass, sobald die Hausbewohner einen Vorvertrag für ein Alternativgebäude vorlegen könnten, einem schriftlichen Räumungsverzicht nichts im Wege stünde.

Ex-Steffi fordert den Verzicht auf Räumung

"Wir konzentrieren uns jetzt gemeinsam auf ein aussichtsreiches Objekt, das aber noch Haken und Ösen hat", bilanzierte Denecken gegenüber den BNN das gestrige Treffen. Die formaljuristischen Voraussetzungen für eine Räumung des besetzten Gebäudes in der Schwarzwaldstraße würden allerdings fortgesetzt, so der Sozialbürgermeister weiter. Im Hinblick auf das Gespräch am kommenden Freitag sagte Denecken dem Blatt: "Ich vermute, dass wir dann weiterkommen - in welche Richtung auch immer."

"Für uns heißt das, weiterhin mit der Unsicherheit leben zu müssen, morgen vom SEK geweckt zu werden und übermorgen vor den Trümmern unseres Lebensprojekts zu stehen", beschreiben die Ex-Steffi-Bewohner ihre Sicht der momentanen Situation. Vor allem erschwere es den Prozess, die Grundlagen für ein neues Projekt zu schaffen, also Zeit und Geld zu investieren, Notar, Architekten und Banken zu konsultieren - "ohne die Gewissheit zu haben, dass nicht doch auf einmal die Räumung dazwischen kommt und die getane Arbeit zu Nichte macht". Da "kein Zeitdruck für eine Räumung der Ex-Steffi besteht", so die Bewohner der Schwarzwaldstraße abschließend, "fordern wir erträgliche Lebensumstände und den Verzicht auf die Räumung, bis die Alternative vorhanden ist".

Mit einer "Demo für den Erhalt der Ex-Steffi" am heutigen Samstag in der Karlsruher Innenstadt wollen die jungen Leute noch einmal öffentlich auf ihre Forderungen hinweisen. Die Veranstalter rechnen laut Polizei mit 500 Teilnehmern. Beginnen soll die Demonstration gegen 14 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Stephanplatz. Von dort ziehen die Teilnehmer weiter zum Friedrichsplatz. Den Abschluss soll eine Kundgebung auf dem Festplatz machen.

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