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Karlsruhe Lesbische Karlsruherin: "Unsere Familie ist nicht weniger wert"

192.450 Unterstützer hat die Online-Petition unter dem Titel "Zukunft - Verantwortung - Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens". Die Pläne der baden-württembergischen Landesregierung, das Thema Homosexualität und alternative Lebensformen in den Bildungsplan zu integrieren, sorgte für großen Aufruhr. Einen Aufruhr, den die Karlsruherin Susanne Schmidt nicht verstehen kann. Sie ist lesbisch und hat einen Sohn, für den sie sich wünscht, er würde nicht bloß das "Standardbild" in der Schule lernen - das sei für viele Kinder realitätsfern.

Ihr Sohn geht in die erste Klasse. Susanne Schmidt wünscht sich, dass die Gegner des Bildungsplans ihre Energie mehr in die Unterstützung der Schulen stecken würden, anstatt sie damit zu verschwenden, gegen andere Lebensformen vorgehen zu wollen. Landauf, landab wettern Eltern gegen eine mögliche "Indoktrination" ihrer Kinder. Für Schmidt hat das alles jedoch nichts mit Indoktrination zu tun.

Im Bildungsplan 2015 wird unter anderem auch das Thema Homosexualität und alternative Lebensformen thematisiert, welches in der Schule behandelt werden soll. Wie stehen Sie allgemein zu dieser Idee?

Ich stehe der Idee absolut positiv gegenüber. Es ist wichtig, den Kindern auch außerhalb des Elternhauses zu vermitteln, welche Lebensformen es gibt und dass alle gleichwertig sind. Täte man dies nicht, würde man die Kinder abseits der Realität in einem utopischen Raum aufwachsen lassen. Auch alleinerziehende Eltern oder Patchworkfamilien kommen ja in den Schulbüchern noch nicht oft vor - der Klassiker ist oft noch die Familienkonstellation: Papa, Mama, Kind, was als "Standard" bei den Kindern vorausgesetzt wird. Dieses Bild einer "Normalfamilie" entspricht jedoch nicht den wirklichen Lebenserfahrungen der meisten Kinder.

Der Gegenwind gegen diesen Plan ist groß. Es gibt sogar eine Petition dagegen. Können Sie den Aufruhr verstehen?

Nein, kann ich nicht. In einer aufgeklärten Gesellschaft wie der unseren sollte es als selbstverständlich angesehen werden, dass ab und zu schulische Lehrpläne der Realität angepasst werden. Homophobie hat etwas mit Angst zu tun. Die homophoben Reaktionen zeigen, wieviel Angst vor dem "Unbekannten" noch vorhanden zu sein scheint. Ein weiterer Grund für die Bildungsplanreform.

Trifft Sie das persönlich, vor allem auch die Art, wie mit dem Thema in der Öffentlichkeit umgegangen wird?

Ja, ich lebe seit Jahren offen lesbisch - sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. Ich habe und hatte bisher das Glück, dass ich selten offen aufgrund meiner Homosexualität angefeindet wurde, aber ich weiß auch, dass das durchaus nicht die Regel ist. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass es in Bezug auf das Thema Homosexualität in Deutschland nach vorne geht, dies spiegelt eigentlich auch mein persönliches Umfeld wieder und das besteht zum großen Teil aus Heterosexuellen. Ich habe eigentlich auch langsam keine Lust mehr, immer wieder neu zu erklären, warum ich nicht so lebe wie sie. Bildung ist auch öffentlicher Auftrag, da nehme ich die Schulen in die Pflicht. Ich will niemandem meine Lebensweise aufzwängen, aber ich wehre mich vehement dagegen, wenn meinem Sohn "beigebracht" werden soll, dass unsere Familienkonstellation weniger wertvoll ist als die von seinen Freunden, die bei heterosexuellen Eltern aufwachsen.

Was würden Sie Gegnern gegen diesen Plan beziehungsweise den aufgescheuchten Bürgern gerne sagen?

Es geht nicht darum, dass den Kindern zukünftig im Unterricht irgendwelche Sexualpraktiken "beigebracht" werden sollen, sondern darum, dass den Kindern frühzeitig aufgezeigt wird, dass es eben verschiedene und vor allem gleichwertige Lebensformen in unserer Gesellschaft gibt. Und dass den Kindern als moralischer Wert vermittelt wird, dass es eben absolut nicht okay ist, wenn Klassenkameraden gemobbt werden, weil sie schwul sind, im Rollstuhl sitzen, zu dick sind oder ähnliches. Es muss dahin kommen, dass nicht diejenigen, die gemobbt werden, ausgegrenzt und alleine gelassen werden, sondern diejenigen, die mobben sollen zur Rechenschaft gezogen werden - egal in welcher Form gemobbt oder diskriminiert wird. Es muss ganz klar gesagt werden, dass es nicht in Ordnung ist, wenn man jemanden aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Religion, seiner sexuellen Orientierung fertig macht. Es gibt dafür keine Entschuldigung, keine Akzeptanz und keine Toleranz in unserer Gesellschaft - zumindest nicht in einer Gesellschaft, in der ich leben möchte.

Vor Kurzem landete ein Flugblatt in Ihrem Briefkasten, das in Bezug auf den Bildungsplan von Indoktrination spricht und Homosexuelle in Verbindung mit Pädophilen stellt. Wie haben Sie darauf reagiert?

Ich war wütend und entsetzt. Nicht nur, dass der Absender zu feige war, hier wirklich eine Angabe zu machen, wer er eigentlich ist, sondern auch über die pseudowissenschaftlichen Aussagen im Flugblatt. So lange Pädophilie noch immer in vielen Köpfen als erstes mit Homosexualität in Verbindung gebracht wird, ist noch viel zu tun. Es gibt sicherlich statistisch belegbar mehr heterosexuelle Pädophile als homosexuelle - wobei hier beides gleichermaßen schlimm ist und gegen das Gesetz verstößt. Auch die Aussage, dass Homosexualität "anerzogen" werden könne, ist wirklich so dermaßen dumm und seit Jahren wissenschaftlich widerlegt - dass man eigentlich gar nicht darauf eingehen sollte. Ärgern tut es einen trotzdem. Dieses Flugblatt zeigt deutlich, dass die Bildungsplanreform überfällig ist.

(Die Fragen stellte Melanie Müller)

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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (5411 Beiträge)

    01.04.2014 18:17 Uhr
    wenn alles so normal ist,
    dann müsste es auch keinen Unterricht dazu geben, ergo, weinn nein, dann fordere ich auch Unterricht bettr. Heteros geben.
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  •   lynx1984
    (3449 Beiträge)

    31.03.2014 15:42 Uhr
    Weiß eigentlich jemand...
    ...
    "Wie und wie lange" der - naja sagen wir mal Unterricht - zu dieser Frage dauern soll bzw. wie viel Raum dem Plan gegeben wird?

    Konkret: wie lange wird Homosexualität und alternative Lebensformen gemeinsam mit der klassischen Familie oder Single/getrennten/Patchwork Familie als Lebensmodelle den Schülern vorgestellt? Das wird doch nicht mehr als eine Unterrichtsstunde in der gesamten Schullaufbahn sein!?!

    Jede Rechtschreibreform ist wichtiger, aber die Diskussion geht darum, ob Kinder bereits in der Schule erfahren dürfen dass es Homosexualität und alternative Lebensformen gibt?! Tja was würde bloß eine Lehrkraft machen, wenn das NICHT im Lehrplan steht und die Schüler fragen: "Warum hat Max 2 Mamas und kein Papa?"
    Oder ein Homosexueller Lehrer gar nicht lehrplangemäß antworten kann, wenn er bei genau dem Thema gefragt wird, in welcher Familie er denn wohnt....Fragen über Fragen. Hauptsache Augen zu. Was nicht unterrichtet wird - wird's nicht geben.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    31.03.2014 18:41 Uhr
    Nicht mehr als 1 Unterrichtsstunde?
    Wenn Sie sich da nicht täuschen, lynx1984!
    http://www.dijg.de/sexualitaet/sexuelle-vielfalt-neue-schulrichtlinien/
    Das wird ein zusätzliches Fach sein. Auch mit verschiedenen Rollenspielen. Und das wird nicht mit nur 1 Unterrichtsstunde abgetan sein.

    Verstehe nicht, diese staatliche Umerziehung ist bereits seit etlichen Jahren im Gespräch aber anscheinend hat's keinen interessiert und fast nirgendwo wurde darüber berichtet -alles hinter verschlossenen Türen. Jetzt aber gross rumtönen wollen, Gegner dieser Bildung unterm Regenbogen als homophob bezeichnen und dabei selbst nicht wissen was dieser Bildungsplan 2015 überhaupt beinhaltet.
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    31.03.2014 21:40 Uhr
    Outingszene im Ethikunterricht vorspielen
    Sowas würde ich meinen Kinder nicht zumuten. Also ich würde die Teilnahme an so einen Unterricht schlichtweg verweigern. Die spinnen doch. Gerade mit 12, also in der Pubertät, in der das Hirn komplett umgebaut wird. Das ist ein Verbrechen an unseren Kindern.

    Wie machen die das denn mit den strenggläubigen Moslems? Zwischen Koranunterricht und Türkisch-AG werden noch schnell Homo-Rollenspiele eingeübt, die dann am besten beim Schulfest vorgeführt werden?

    Würde mich nicht wundern, wenn das zu einem Rohrkrepierer wird und nach wenigen Jahren wieder verschwindet.
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  •   sky789
    (1405 Beiträge)

    01.04.2014 08:52 Uhr
    Moment mal.
    Da wird es doch sicher eine Ausnahmeregelung wegen kulturellem Hintergrundgedöns zumindest für türkisch stämmige Kinder und Jugendliche geben, da die die lautesten Lobbyverbände haben. Man kann es diesen Kindern nicht zumuten über Homosexualität zu sprechen, wenn schon schwimmen ein unlösbares Problem zu sein scheint.
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  •   Kalksandsteinmauer
    (1483 Beiträge)

    31.03.2014 18:51 Uhr
    Deutschland...
    ...ist doch nur noch ein einziges Irrenhaus!

    Langsam kann ich nachvollziehen, wenn jemand sagt, er wolle keine Kinder in diese Welt setzen...
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (213 Beiträge)

    08.12.2014 09:00 Uhr
    Keine Kinder mehr in diese Welt setzen
    So wie ich
    Sie ist lesbisch und hat einen Sohn....sososo aha....
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  •   runsiter
    (11986 Beiträge)

    31.03.2014 17:16 Uhr
    wenn ich es
    richtig verstanden habe, dann soll sich das durch alle Fächer ziehen und bei jeder passenden (und unpassenden ) Gelegenheit darauf abgehoben werden. Ließ dir ergänzend dazu die Ideen von dieser Dame aus Berlin durch, die unten verlinkt sind. Da stellt man sich die Frage, welche D**** diese gute Frau auf unsere Schüler losgelassen hat.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (111 Beiträge)

    31.03.2014 15:45 Uhr
    Du hast meine Intersexualität vergessen bei deiner Aufzählung!
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (2134 Beiträge)

    31.03.2014 17:07 Uhr
    Dafür haben Sie
    einen eigenen Zug (Inter Regio),einen eigenen Fußballverein (Inter Mailand) und sogar eine eigene Hymne (Inter Nationale)
    Da fühle ich mich schon etwas benachteiligt,schnief.
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