Karlsruhe Kulturgüterstreit

Im Rahmen eines Gesprächs mit Bernhard Prinz von Baden hat sich die Führungsspitze der Landesvereinigung Baden in Europa erneut (ka-news berichtete) unmissverständlich gegen einen Verkauf von Kulturgütern ausgesprochen. Für den Erhalt des Schlosses Salem - nach Ansicht der Landesvereinigung "eindeutig eine Aufgabe des Landes Baden-Württemberg" - müsse das Land andere Wege suchen.

Bereits vor wenigen Wochen hatte Bernhard Prinz von Baden im Streit um die Zukunft badischer Kunstschätze eine schnelle Entscheidung gefordert. In einem Zeitungsinterview sagte er, dass, angesichts der in diesem Jahr anstehenden Millionensanierungen im Schloss Salem, das Risiko für seine Familie und die Arbeitsplätze in Salem steige, weshalb die nötigen Klärungen zeitnah erfolgen müssten. Nach einer Reihe von Pannen hat die Landesregierung eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die zurzeit damit befasst ist, die Eigentumsverhältnisse zu prüfen (ka-news berichtete).

Kulturgüter gegen Geld: "Vergleich", nicht "Verkauf"?

Bei dem Treffen mit dem Vorsitzenden der Landesvereinigung Baden in Europa, Robert Mürb, und dessen Stellvertreterin Gerlinde Hämmerle, betonte Prinz Bernhard, der die Delegation der Landesvereinigung in Salem empfing und durch das Kloster führte, dass es weiterhin das Bestreben seiner Familie sei, die Anlage unbedingt zu erhalten. Das Land gebe zwar immer wieder Denkmalmittel für bestimmte Maßnahmen. Es sei aber mit großem Aufwand verbunden, das historische Ensemble mit seiner Infrastruktur insgesamt zu unterhalten, weil dafür keine staatlichen Mittel zur Verfügung stünden.

Die Familie Baden, so der Prinz weiter, wolle das Kulturdenkmal mit Hilfe einer gemeinnützigen Stiftung fortführen und dieses Ziel gemeinsam mit dem Land erreichen. Dies könne im Rahmen eines Vergleichs geschehen, bei dem das Haus Baden dem Land gewisse Kulturgüter überlasse, bei denen - historisch bedingt - die Eigentumsverhältnisse nach Auffassung der Fürstenfamilie unklar seien. Im Gegenzug erhalte das Haus Baden Mittel, die es für die Finanzierung der "Stiftung Schloss Salem" einsetzen möchte. Prinz Bernhard hätte dabei, so eine Anmerkung von Mürb und Hämmerle, den Begriff "Verkauf" vermieden und stattdessen offenbar bewusst den Ausdruck "Vergleich" gewählt.

Abschließend weisen die Vertreter der Landesvereinigung darauf hin, dass der Juniorchef des Fürstenhauses zugesagt habe, auch in Zukunft eigene Gelder in den Erhalt der Klosteranlage zu stecken und angeboten habe, bei einer Veranstaltung der Landesvereinigung den Standpunkt der fürstliche Familie in der Frage der Kulturgüter und zum Kloster Salem öffentlich zu erläutern.

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