Karlsruhe Kulturerhalt durch Anleihen

Der ursprünglich geplante Handschriften-Verkauf hatte weit über die Landesgrenze hinaus Proteste ausgelöst (Foto: ka-news)
Im Streit um den Kulturdeal zwischen der Landesregierung und dem Haus Baden und möglichen Wegen aus der Krise kritisieren die Grünen weiterhin scharf das Gebaren der Landesregierung. CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schütz plädiert unterdessen für ein bisher unbeachtetes Finanzierungsmodell, um Kulturgüter im Land zu erhalten.

Die beiden Karlsruher Landtagsabgeordneten der Grünen Renate Rastätter und Gisela Splett zeigen sich erleichtert, dass der Verkauf der Handschriften durch den Druck der Öffentlichkeit zunächst verhindert worden ist. In einer Presseerklärung erklärten die Abgeordneten, sie ließen es nicht zu, dass Karlsruhe womöglich dafür bezahlen solle, dass der Handschriftenverkauf verhindert wurde, indem zum Beispiel die bereits zugesagte Erweiterung des Generallandesarchivs weiter verschoben würde. Zudem hätten der Ministerpräsident und die zuständigen Minister Stratthaus und Frakenberg dem Ruf des Landes "als Land, in dem Kultur und Kunst einen hohen Stellenwert haben", einen erheblichen Schaden zugefügt.

Schütz setzt ergänzend auf "Charity Bonds"

Christdemokratin Schütz: Alternative Modelle finden (Foto: pr)
Nachdem in den letzten Tagen seitens der Befürworter eines Vergleichs mit dem Haus Baden verschiedene Finanzierungsmodelle erwägt worden waren (ka-news berichtete), bringt die Kalrsruher CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schütz einen Ergänzungsvorschlag ein: "Wie ich bereits während der gesamten Diskussion betont habe, müssen wir verschiedene Lösungen suchen, um die Finanzierung der Handschriften und des Schlosses Salem zu ermöglichen. In Ergänzung zu dem Drei-Säulen-Modell kann ich mir sehr gut Benefiz-Anleihen, auch Charitable Bonds, vorstellen."

Dabei soll eine Bank zunächst die notwendige Summe zum Erhalt der Schlossanlage und der Handschriften bezahlen. Zur Refinanzierung gibt die Bank eine Anleihe aus. Im Gegensatz zu einer klassischen Anleihe verzichtet der Anleger jedoch auf einen Teil seines Zins. Am Ende der Laufzeit kann der Anleger zudem auf einen Teil der Auszahlung verzichten und so einen weiteren Spendenbeitrag leisten. Diese Art der Kunst- und Kulturfinanzierung gäbe es in England und den USA bereits seit langem, würde in Deutschland jedoch noch nicht praktiziert, so die Abgeordnete.

Durch den niedrigeren Zins erleichtert der Anleger es der Bank, über eine größere Zinsdifferenz die geleisteten Ausgaben während der Laufzeit der Anleihen zu erwirtschaften. Bei einer Zinsdifferenz von 4 Prozent und einer fünfjährigen Anleihenlaufzeit muss die Bank nach eigenen Berechnungen Anleihen im fünffachen Wert der geleisteten Zahlung ausgeben.

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