Karlsruhe Kräftig eingeheizt

Der Stromzähler rotiert unerbittlich (Foto: ka-news)
Auch wenn in der Energietechnik und in der Heiztechnologie in den vergangenen Jahren viele Fortschritte gemacht wurden: Der Energieverbrauch in deutschen Haushalten, im Gewerbe und in den öffentlichen Haushalten ging weit weniger zurück, als es zu erwarten wäre. Dies brachte eine Studie unter Federführung des Fraunhofer Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe ans Tagesslicht. Zusammen mit dem Deutschen Institut für Wirtschaft in Berlin, der Gesellschaft für Konsumforschung, dem Institut für Energetik und Umwelt und der Technischen Universität München wurde nun der Projektbericht veröffentlicht.

Die Befragung, an der 20.325 Haushalte teilnahmen, wurde bereits im Dezember 2002 durchgeführt. Anfang 2003 erfolgte zudem die persönliche Befragung von insgesamt 2.121 Betrieben, um den Energieverbrauch deutscher Unternehmen untersuchen zu können. Für die privaten Haushalte brachte die Studie wenig erfreuliche Erkenntnisse: Fast die Hälfte aller deutschen Haushalte verpulvert über stundenlang gekippt Fenster unnötig Heizenergie. Außer am sparsamen Umgang mit Energie mangelt es außerdem an der Bauausführung der Gebäude. Das Alter der Heizkessel in den Häusern hat sich in der Studie als einer der größten Faktoren herausgestellt.

Klimaanlagen sind große Energiefresser

Die Energiefresser im Haushalt stecken überall. Jede unachtsam offenstehende Kühlschranktür schlägt auf der Stromrechnung zu Buche. Eine Klimaanlage erhöht den jährlichen Stromverbrauch um 120 Kilowattstunden im Jahr. Und, so die Studie: Die deutschen Haushalte sind noch spärlich mit Energiesparlampen ausgestattet. Gerade einmal jede siebte Lampe ist energiesparend. Miteinbezogen in die Untersuchung war auch die private Pkw-Nutzung. Durchschnittlich verbrauchen deutsche Haushalte mit ihren Autos 8,1 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer.

Im gewerblichen Bereich sind der Handel und die Büros die größten Energieverbraucher in Deutschland. Hier schlägt vor allem die Zunahme der klimatisierten Flächen und die wachsende Zahl von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik zu Buche. In den einzelnen Gewerbesparten gibt betriebsbedingt große Unterschiede in der Art der Energienutzung. Im Groß- und Einzelhandel zum Beispiel sind die Lebensmittelunternehmen die größten Energiefresser. Ausschlaggebend sind hier der Warmwasserverbrauch und die Kühleinrichtungen der Branche.

2002 verbrauchten Haushalte etwa 740 Milliarden Kilowattstunden

In einer gesonderten Analyse wurden Daten zur Wärmegewinnung aus Biomasse in Deutschland erhoben. Danach gibt es in Deutschland lediglich 750.000 Hauptheizanlagen zur Energiegewinnung aus fester Biomasse. 2002 wurden nach Angaben der Studie etwa 1,8 bis 2,6 Millionen Tonnen Holz zur Energiegewinnung verbraucht. Herausstechend ist die erhöhte Nutzung von Biodiesel als Kraftstoff. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2002 davon 20 Prozent mehr verbraucht und zwar rund 550.000 Tonnen. Bei den privaten Haushalten wurden in jenem Jahr 42,7 Milliarden Kilowattstunden an Energie aus Biomasse genutzt. Im selben Zeitraum lag die Energiegewinnung aus herkömmlichen Brennstoffen bei rund 700 Milliarden Kilowattstunden.

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