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Karlsruhe Kinderpornografie

Jedes missbrauchte Kind ist ein Kind zuviel
(Foto: Pol. Kriminalprävention d. Länder u.d. Bundes)
In Deutschland leben laut Schätzungen 50.000 bis 200.000 Pädophile, wobei eine landesweite Steigerungsrate im Bereich der Kinderpornografie festzustellen ist. Weihnachten vergangenen Jahres schockten Medienberichte über einen großen Kinderporno-Skandal in Deutschland. Rund 12.000 Internet-Nutzer, darunter 120 Personen im Raum Karlsruhe, standen im Verdacht, sich kinderpornografische Bilder und Filme heruntergeladen zu haben. Gegen 100 von ihnen wird weiter ermittelt.

Die Ermittlungen und daraus folgende Durchsuchungen sowie Beschlagnahmungen wurden in ganz Deutschland unter dem Namen "Operation Himmel" durchgeführt. Als dann kurze Zeit später ebenfalls im "Spiegel" von einem Fehlschlag der Aktion gesprochen wurde, taten einige Ermittler ihrem Unmut über die Lage kund: Zahlreiche Verdächtige sollen nur zufällig auf diese Kinderporno-Seiten geraten sein, womit die Ermittlungen für sie folgenlos bleiben. So soll in mehreren Bundesländern daher von ein paar hundert Verdachtsfällen nur in einer Hand voll weiter ermittelt worden sein.

Dagegen keinesfalls von einem Schlag ins Wasser möchte Rainer Bogs, Sprecher der Staatsanwaltschaft Karlsruhe sprechen. Gegenüber ka-news erläuterte er den derzeitigen Stand der Ermittlungen. Im Karlsruher Raum wurden auf Hinweis der Staatsanwaltschaft Berlin, von der die "Operation Himmel" bundesweit angestoßen worden war, seit September vergangenen Jahres bis Januar 2008 die Ermittlungen geführt. Lediglich 20 der 120 Verfahren mussten in der Zwischenzeit aufgrund mangelnden Tatverdachts eingestellt werden. Auf keinen Fall sehe er einen Fehlschlag der Operation, so Bogs.

Erschreckende Entwicklung der Kinderpornografie

Nach Durchsuchungen wurden bei den 100 Verdächtigen Computer beschlagnahmt, die derzeit untersucht und durchforstet würden. Die Auswertungen der Rechner und Daten nehme allerdings noch Zeit in Anspruch, man habe aber bereits kinderpornografische Bilder und Dateien auf den sichergestellten Rechnern gefunden. Es lasse sich aber noch keine Aussage treffen, ob, wie in den Pädophilen-Kreisen üblich, auch Bilder ausgetauscht und anderen zur Verfügung gestellt wurden.

Kinder sind auch online Gefahren ausgesetzt
(Foto: Pol. Kriminalprävention d. Länder u.d. Bundes)

Auch die CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schütz sieht großen Handlungsbedarf im Bereich der Pädophilie. Die Bekämpfung der Internetkriminalität und der Kinderpornografie müsse den höchsten Stellenwert haben. Gerade in der Internethochburg Karlsruhe müsse zwingend auch an die Schattenseiten des Mediums gedacht werden und der Kinderschutz vorangetrieben werden, so die Landtagsabgeordnete. Erfreulich sei zwar, dass die Missbrauchsfälle laut Aussage des Ministeriums in Baden-Württemberg rückläufig seien, aber erschreckend sei die Entwicklung der Kinderpornografie.

Schutz der Kinder hat oberste Priorität

Daher wurden bei der Polizei bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen. Neben Schulungen von ermittelnden Beamten und besserer technischer Ausstattung wurden Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen gestartet. Kinder müssten nicht nur zu mutigen und selbstsicheren Kindern erzogen werden, sie müssen ebenso vor den Gefahren im Netz geschützt werden. Besonders in Chaträumen, die bei Kindern sehr beliebt sind, sei die Gefahr groß, von Pädophilen angesprochen zu werden. Um Eltern eine Hilfe an die Hand zu geben, hat das Landeskriminalamt Baden-Württemberg Tipps zur Vorbeugung sowie Informationen und Ansprechpartner auf unten angegebener Website zusammengefasst.

Gemeinsames Surfen im Netz kann Kinder schützen
(Foto: Pol. Kriminalprävention d. Länder u.d. Bundes)

Neben dem Ansatz, Prävention und Aufklärung auf Seiten der Eltern und Kinder zu betreiben, wurde auch bei den Tätern angesetzt. So schuf man Anlaufstellen für Menschen mit sexuellen Störungen sowie Fortbildungsmaßnahmen für Ärzte, um pädophile Patienten besser therapieren zu können. Man müsse überall ansetzen und den Missbrauch bekämpfen. "Jedes missbrauchte Kind, ist ein Kind zuviel. Der Kinderschutz hat oberste Priorität", so Schütz abschließend.

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