Karlsruhe Kindergarten geschlossen

Ortsvorsteher Rolf Klipfel bringt die 33 Kinder nun erstmal im Rathaus unter (Archivfoto: ka-news)
Ein Container in Hohenwettersbach, in dem ein Kindergarten untergebracht ist, sorgt für Ärger. Es wurden erhöhte Formaldehyd-Werte gemessen. Die Einrichtung wurde gestern von der Stadt geschlossen.

In jüngster Zeit sind bei den Kindern vermehrt Husten und tränende Augen augtreten. In Fernsehberichten wurde auf die Gefahr dieser Wohncontainer aus Tschechien hingewiesen. Daraufhin wurde von der Stadt eine Messung veranlasst. Das Ergebnis zeigte, dass die Grenzwerte des Bundesgesundheitsamts für Formaldehyd in beiden Gruppenräumen überschritten werden, um 16 beziehungsweise um 19 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Rückkehr in den Container ausgeschlossen?

Da die Stadt akuten Handlungsbedarf sah, wurde der Kindergarten sofort geschlossen. Die Kinder aus den Gruppen werden ab heute als Übergangslösung im Rathaus von Hohenwettersbach untergebracht. Als Quelle für das Formaldehyd werden die in der Decke, im Fußboden und in den Wänden verbauten Holzspannplatten vermutet. Eine zweite Messung der Universität Stuttgart soll Ende der Woche weitere Erkenntnisse bringen.

Wie die "Badischen Neueste Nachrichten" nach Insiderinformationen wissen will, ist die Rückkehr der Kinder in den Container ausgeschlossen. Die Stadt gerät unter Zugzwang, eine neue Lösung muss dringend her. Die Kindergartenplätze werden gebraucht. Der bisherige Kindergarten war erst im Mai seiner Bestimmung übergeben worden. Er ist von einer Firma angemietet worden, die nun eventuell mit juristischen Konsequenzen rechnen muss. Die CDU-Fraktion hat bereits beim Oberbürgermeister Heinz Fenrich um weitreichende Aufklärung in dem Fall gebeten.

Formaldehyd ist ein giftiges, farbloses Gas. Es riecht stechend und führt zu Reizungen der Augen und der Atemwege. Ein erhöhtes Krebsrisiko wird vermutet, konnte in Studien jedoch noch nicht nachgewiesen werden. Es wird vor allem für die Herstellung von Bindemitteln, Lacken und Klebstoffen verwendet. Der Stoff kommt durch die so genannte Ausgasung von Holzplatten in die Atemluft. Es sind heute viele Holzwerkstoffe im Handel erhältlich, in denen kein Formaldehyd steckt.

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