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Karlsruhe "Killerspiele": OB startet Informationsoffensive

Zur Besonnenheit ruft Oberbürgermeister Heinz Fenrich angesichts der sich verschärfenden öffentlichen Debatte über so genannte Action- oder Ego-Shooter-Spiele und die Veranstaltung der Electronic Sports League (ESL) in der Schwarzwaldhalle auf.

"Emotionen tragen nicht zur Lösung der Probleme bei, und für den Wahlkampf eignet sich das Thema schon gar nicht“, sagt das Stadtoberhaupt. "Was wir brauchen sind rechtlich abgesicherte Rahmenbedingungen und fundierte Informationen über die möglichen Auswirkungen von Computerspielen, in denen andere im virtuellen Raum getötet werden. Deshalb wird es auf meine Veranlassung hin - auf Basis der einhelligen Unterstützung aller Fraktionen im Hauptausschuss - eine lokale 'Informationsoffensive' zunächst für Medien und politische Entscheidungsträger geben."

Außerdem solle die Schwarzwaldhalle während der ESL  zur Anlaufstelle für interessierte Eltern sowie Lehrer werden, wenn Gesprächspartner der Bundeszentrale für politische Bildung und von Elterninitiativen für Fragen zur Verfügung stehen. Zentraler Punkt dieser Informationsoffensive soll eine öffentliche Podiumsdiskussion sein. Um das  Thema aus dem Kommunalwahlkampf herauszuhalten, soll sie nach dem 7. Juni, dem Datum der Europa- und Kommunalwahl, stattfinden.

Fenrich habe in einem Schreiben vom 7. Mai an Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech appelliert, "dringend die notwendigen Verfahrensschritte voran zu bringen, damit wir als Kommunen zeitnah verbindliche, rechtlich abgesicherte Maßnahmen zur Verfügung haben“. 

"Verbote bewirken das Gegenteil"

Den Auftakt der Karlsruher Informationsoffensive soll in der kommenden Woche eine Veranstaltung für Medien und eine für die Mitglieder des Gemeinderats bilden. "Wenn wir gesellschaftliche Entwicklungen beeinflussen wollen, müssen wir sie verstehen, um uns damit auseinandersetzen zu können.“ Verbote allein bewirkten oft eher das Gegenteil.

Es sei auch nicht richtig, dass Jugendliche unkontrolliert von zu Hause aus online an den Spielen dieser „Bundesliga der Computerspiele", in der Spiele wie Warcraft und Counter-Strike gespielt würden, teilnehmen könnten. Die Veranstalter strahlten zwar filmische Zusammenschnitte der Teamwettbewerbe online aus, "aber erst nach 22 Uhr - um diese Zeit liegt es im Verantwortungsbereich der Eltern zu entscheiden, was ihre Kinder sehen dürfen und was nicht“.

Fenrich abschließend: "Ich bleibe bei meiner Haltung, die auch die aller Fraktionen im Hauptausschuss war, auch wenn dies jetzt teilweise bestritten und damit in der Öffentlichkeit ein falscher Eindruck erweckt wird: Wir in Karlsruhe stellen uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung, suchen die sachlich fundierte Auseinandersetzung mit kritischen Fragen und ducken uns nicht weg, wenn es schwierig wird."

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Kommentare (2)
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  • unbekannt
    (327 Beiträge)

    16.05.2009 16:45 Uhr
    Besonnenheit
    Genau Herr Fenrich, die haben Sie in diese "Sache" hervorragend unter Beweis gestellt!

    Aber auch der Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe zeigt hierbei ein tolles Engegement:

    s.a.: http://www.ka-news.de/nachrichten/karlsruhe/Karlsruhe-Killerspiele-Computergames-Lan-Party;art6066,202579

    Hut ab!
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  •   tessarakt
    (2355 Beiträge)

    16.05.2009 13:17 Uhr
    Die öffentliche Debatte verschärft sich nicht
    Lediglich irgendwelche Politiker und die BNN ticken aus.
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