Browserpush
 

Karlsruhe Keine Geschenke vom Land

Das Haus Baden hat wegen akuter Finanznot mit dem Verkauf von Schloss Salem "gedroht" (Foto: pr)
Die politische Debatte über eine Lösung für Schloss Salem (ka-news berichtete) geht weiter. Die beiden Karlsruher Landtagsabgeordneten der Grünen, Renate Rastätter und Gisela Splett, sehen das Land in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass Schloss Salem weiter für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Rastätter und Splett bestehen allerdings darauf, dass der Markgraf von Baden nicht anders behandelt wird als alle anderen Bürger des Landes.

"Für uns ist es deshalb klar, dass es nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein darf, frühere wirtschaftliche Verluste der Besitzer von denkmalgeschützten Liegenschaften auszugleichen", so Rastätter und Splett in einer Pressemitteilung. Dies gelte auch für Schloss Salem und den Markgrafen von Baden. "Deshalb sind wir strikt dagegen, dass der Markgraf von Baden finanzielle Mittel aus dem Landeshaushalt erhält, egal ob direkt oder über eine Stiftung, für die das Land keinen vollen, neutral ermittelten Gegenwert erhält", verdeutlichen die beiden Grünen-Abgeordneten ihren Standpunkt.

"Erwerb nicht auf Kosten anderer wichtiger Landesaufgaben"

Rastätter und Splett erteilen auch dem Vorschlag aus Kreisen der FDP, Kulturgüter im Landesbesitz zu verkaufen, um Salem erwerben zu können (ka-news berichtete), eine scharfe Absage (ka-news berichtete). Kultur dürfe nicht gegen Kultur ausgespielt werden. "Hat die FDP denn Nichts aus dem Handschriftenskandal des Ministerpräsidenten gelernt?", fragen die beiden Abgeordneten.

Rastätter und Splett schlagen vor, dass das Land im Falle eines Kaufangebots durch Dritte prüfen solle, ob dem Markgraf ein Kaufangebot unterbreitet werden könne. Dieses dürfe aber auf keinen Fall über den von den Gutachtern des Landes ermittelten Immobilienwert hinaus gehen. Im Falle eines Erwerbs durch das Land solle Schloss Salem in die Verwaltung des Landesbetriebs Staatliche Schlösser und Gärten und damit in den Immobiliengrundstock des Landes aufgenommen werden, fordern die beiden Grünen-Politikerinnen. Die Bezahlung des Kaufpreises müsse ebenfalls aus dem Grundstock vorgenommen werden. Damit werde sichergestellt, dass der Erwerb des Schlosses Salem nicht auf Kosten anderer wichtiger Landesaufgaben, etwa der Bildung, durchgeführt werde.

Für den Betrieb des Schlosses, sind Rastätter und Splett überzeugt, seien abgesehen von den Denkmalmitteln, die ohnehin anfallen würden, keine weiteren Mittel nötig. Denn, so die Karlsruher Abgeordneten abschließend, das Schloss ließe sich über Eintrittsgelder und Einnahmen aus Vermietungen und Veranstaltungen mit einem besseren Wirtschaftskonzept als bisher kostendeckend betreiben.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (0)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen