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Karlsruhe Keine Barrierefreiheit bei SEV: KVV spendiert Rollstuhlfahrern das Taxi

Statt S-Bahnen und Zügen, fahren während der Sommerferien auf mehreren Linien Busse im Gebiet des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV). Schon für den mobilen Fahrgast bedeuten die Sperrungen eine große Umstellung. Für Menschen im Rollstuhl werden viele Fahrten aber schlichtweg unmöglich, weil die Barrierefreiheit leider nicht in allen Bussen und an allen Ersatzhaltestellen gewährleistet werden kann. Deshalb macht der KVV diesen Kunden ein Angebot, damit sie auch weiterhin selbstständig mobil bleiben: Wer im Rollstuhl sitzt und den Fahrweg im SEV-Bus nicht aufnehmen kann, darf sich ein Taxi bestellen.

Der komplette Rechnungsbetrag wird später vom KVV zurückerstattet. das teilt die KVV in einer Pressemitteilung mit.

Die Sonderregelung gelte bis zum Ende der Sperrungen am 15. September für alle Fahrten von Durlach, Wolfartsweier, Grötzingen, Pfinztal, Walzbachtal, Graben-Neudorf, Weingarten und Untergrombach in die Karlsruher Innenstadt und von dort zurück, die normalerweise mit der Tram 1, 2 oder 8 den S-Bahn-Linien S31, S32, S4 oder S5 beziehungsweise mit der Regionalbahn R2 durchgeführt werden.

Wie genau funktioniert das Ganze?

Vermittelt werden die Fahrten von der Taxizentrale Karlsruhe, heißt es in der Pressemitteilung. Dort können sich KVV-Kunden im Rollstuhl unter der Rufnummer 0721/944144 ein Taxi bestellen. Der Fahrgast entrichte am Ziel zunächst selbst den Fahrpreis und lasse sich dafür eine Quittung ausstellen. Auf dieser müsse die Tram-, S-Bahn- beziehungsweise Regionalzug-Strecke vermerkt sein, die er mit der Taxifahrt ersetzt hat.

Der Verbund benötige diese Information, um die Rechnung dem betroffenen Verkehrsunternehmen zuordnen zu können. Denn bei dem Angebot arbeiten die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und die Deutsche Bahn (DB) zusammen.

Laut KVV, muss diese Quittung nun zusammen mit Angaben zur Kontoverbindung sowie einer Kopie des Behindertenausweises an den KVV geschickt werden. Das gehe entweder per E-Mail mit eingescanten Dokumenten an reklamationen@kvv.karlsruhe.de oder postalisch an KVV-Kundenservice, Tullastraße 71, 76131 Karlsruhe. Die Mitarbeiter bearbeiten die Anfrage und überweisen den ausgelegten Betrag auf das angegebene Kundenkonto.

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  •   dipfele
    (5710 Beiträge)

    20.08.2014 10:34 Uhr
    und dann die Frage...
    ... stellen, ob überhaupt für die Gleisarbeiten in der Durlacher Allee
    die Strecke total gesperrt werden muss. Früher ging das nachts oder eingleisig. Jedenfalls läuft da auf der Baustelle nicht viel, genauso in Rintheim. Ausserdem sind die Busse in der Durlacher Fuzo eine ziemliche Zumutung, vor allem beim Bremsen heulen die wahnsinnig auf, sodass ein Bummel dort zur Ohrenqual wird. Hier stellt sich die weitere Frage, war um die VBK immer noch Dieselbusse beschaffen, obwohl es mittlerweile wirtschaftlich arbeitende Stromspeicher gibt.
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  •   mueck
    (11377 Beiträge)

    15.08.2014 09:49 Uhr
    !
    Das klingt nach normalen Taxen. Das hilft E-Rollstuhlfahrern auch nur bedingt ...
    Und eigentlich sollte man VOR der Sperrung an sowas denken ...
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  •   Biker
    (852 Beiträge)

    14.08.2014 21:01 Uhr
    ......................
    das wort spendiert in der headline scheint mir im zusammenhang mit gehandicapten menschen doch etwas deplaziert.

    aber im runde ist die aktion nicht schlecht. fragt sich nur wieviele menschen dies in anspruch nehmen zumal man ja in vorkasse gehen muss und die taxifahrten nun mal nicht billig sind.
    aber alles andere wäre wohl zu aufwändig.
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  •   80er
    (5704 Beiträge)

    14.08.2014 23:03 Uhr
    Ich hätte...
    ....jetzt fast gesagt, der KVV soll mit den örtlichen Taxiunternehmern aushandeln, dass dieBehinderten mit dem entsprechenden Ausweis dem Taxifahrer eine Quittung unterschreiben, und der Taxifahrer reicht sie beim KVV ein. Der KVV erstattet dann dem Taxiunternehmer das Geld. Allerdings: dann müssten die lange auf das Geld warten und Großverdiener sind die aber auch nicht, als dass sie wochenlang warten könnten.
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  •   helix-reloaded
    (1444 Beiträge)

    15.08.2014 01:19 Uhr
    Es ist leider gehopst wie gesprungen.
    Eine der beiden Parteien ist der Mops.
    Anderer Vorschlag: Es stehen zum SEV zusätzlich Rollitaxen an den Haltestellen, die vom KVV pauschal bezahlt werden. Kurze Wartezeiten müßten dann in Kauf genommen werden, die Grundversorgung für Gehandicaptewäre allerdings da. Die Wartezeit für ein extra bestelltes Rollitaxi ist auch nicht zu unterschätzen.
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  • unbekannt
    (29986 Beiträge)

    15.08.2014 01:41 Uhr
    Auf eine
    solch einfache Lösung kommen die nicht, das wär ja viel zu unbürokratisch.
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