Karlsruhe Zum zweiten Mal bei Olympia: Karlsruher Gewichtheberin schreibt lokale Sportgeschichte

Speerwerfen, Weitsprung, Ringen: Die Olympischen Spiele begeistern Sportsfreunde seit der Antike. Auch in diesem Jahr dürfen Athleten aus aller Welt ihr Können unter Beweis stellen. Neben den "klassischen Kategorien" ergänzen andere Sportarten wie Kanurennen und Gewichtheben inzwischen das Programm, wobei Letzteres zumeist als typischer "Männersport" abgestempelt wird. Tatsächlich haben die Frauen hier aber ein Stück weit aufgeholt. Eine davon ist die Gewichtheberin und gebürtige Karlsruherin Sabine Kusterer, ehemalige Athletin beim KSV Durlach. Sie darf nun zum zweiten Mal in Folge zu den Spielen reisen - und schreibt damit Karlsruher Sportgeschichte.

Nachdem die Olympischen Spiele wegen des Corona-Virus im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnten, ist die Freude natürlich umso größer, dass diese nun endlich nachgeholt werden können. Mit dabei sind vier Teilnehmer aus Karlsruhe, die die Fächerstadt in Tokio repräsentieren werden.

Bürgermeister Martin Lenz bei der Verabschiedung der Olympioniken im Karlsruher Rathaus. | Bild: Thomas Riedel

 Anlässlich dazu hat Bürgermeister Martin Lenz am gestrigen Dienstag zu einer Pressekonferenz ins Rathaus eingeladen, um diese "herausragenden Leistungen" in einer feierlichen Verabschiedung zu würdigen.

50 Olympia-Teilnehmer kamen bisher aus Karlsruhe 

"Karlsruhe hat eine permanente Teilnahmegeschichte an den Olympischen Spielen, seit dem Zweiten Weltkrieg", beginnt Lenz seine Begrüßung im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses. Seitdem konnten sich etwa 50 Teilnehmer aus der Fächerstadt für die Spiele qualifizieren. Ein Stück weit "Sportgeschichte", wie Lenz auf der Pressekonferenz betont. 

Saeid Fazloula, Sabine Kusterer und Sarah Brüßler reisen zu den olympischen Spielen nach Tokio. Die vierte im Bunde, Sophie Koch, war nicht zugegen. | Bild: Thomas Riedel

Dieses Jahr in Tokio dabei: Sophie Koch, Sarah Brüßler und Saeid Fazloula, die im Kanurennsport erstmals an den Start gehen werden. Zum zweiten Mal mit dabei ist hingegen die Gewichtheberin Sabine Kusterer vom KSV Durlach. Laut Lenz ist sie die Erste in Karlsruhe geborene Teilnehmerin, der dieses "Kunststück" gelungen sei. 

Kusterer rückt für gedopte Kandidatin nach

Dass Kusterer jedoch nach Tokio fliegen kann, war nicht vorneherein so festgelegt. Der Grund: Zunächst hatte sich eine andere Kandidatin aus Griechenland für diesen Platz qualifiziert gehabt. Doch diese wurde positiv auf ein Dopingmittel getestet. Umso größer ist die Freude der 30-Jährigen, dass sie dieses Jahr in Tokio dabei sein kann. 

"Ich habe es vor ein paar Tagen selbst noch nicht glauben können", so Kusterer. "Ich kam aus dem Urlaub und habe jetzt eine ganz kurze Vorbereitung, ich bin aber zuversichtlich, dass ich da eine neue Bestleistung schaffen kann."

Sabine Kusterer (vorne), Sarah Brüßler und Saeid Fazloula vor dem Bürgersaal im Karlsruher Rathaus | Bild: Thomas Riedel

Etwas "Panik" verspüre sie jedoch wegen des Wechsels in eine neue Gewichtsklasse, in der Kusterer zuvor noch nicht angetreten ist. "Ich habe jetzt die Herausforderung, wieder Gewicht abzunehmen und das hat mich in den letzten Jahren sehr viel Psyche gekostet und das kostet jetzt auch noch mal sehr viel Arbeit", so die Sportlerin. "Aber, dass ich teilnehmen kann sehe ich eher als Erleichterung und freue mich darauf, ein Teil dieses kleinen Kreises zu sein."

Mehr Gewichtheberinnen durch Fitnesstrend 

Bezüglich dessen, dass ihre Sportart doch noch sehr vom "starken Geschlecht" geprägt sei, gibt die junge Frau zu Protokoll: "Ich habe Gewichtheben schon im Alter von sieben Jahren angefangen, vielleicht wirkt es eher als etwas Besonderes, wenn man von außen draufschaut, aber für mich ist es was ganz normales."

Präsente für die Olympioniken von der Stadt Karlsruhe | Bild: Thomas Riedel

Tatsächlich seien weibliche Gewichtheber, die auch im KSV Durlach trainieren, gar nicht mal so selten. "Es gibt ein paar Gewichtheberinnen in Karlsruhe. Zwar kann ich aktuell nicht sagen wie viele, aber der Kreis der Frauen wird gerade durch den Fitnesstrend und Crossfit immer größer", so Kusterer abschließend.

Noch mehr Bilder vom Abschied im Rathaus gibt es hier:

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