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Karlsruhe "Wir bleiben, bis ihr handelt": Karlsruher Klima-Aktivisten errichten dauerhaftes Protest-Camp am Schlossvorplatz

Der Karlsruher Schlossplatz hat schon viele Demonstrationen gesehen - doch was nun dort geplant wird, ist auch für die Fächerstadt neu: In einem Gemeinschaftsprojekt verschiedener Umweltorganisationen soll am Samstag, 29. Mai, am Schlossplatz ein sogenanntes Klimacamp errichtet werden. Das Ziel der Aktivisten: So lange dauerhaft vor Ort zu bleiben, "bis Lösungen für die Klimaziele gefunden sind". Wie das genau funktionieren soll - ka-news.de hat sich mit Neele Haß von Fridays for Future Karlsruhe über die ungewöhnliche Aktion unterhalten.

Ein großes Gemeinschaftszelt als Knotenpunkt der Protestaktion, eingerahmt von vielen kleinen Zelten, die als Schlafstätten dienen sollen - dieses Bild könnte ab Samstagnachmittag ein alltäglicher Anblick am Karlsruher Schloss werden. Der Grund: In einer Kooperation von Fridays for Future, Seebrücke, Greenpeace, des Klimakollektivs und "einiger engagierter Privatpersonen" soll dann das erste Klimacamp in Karlsruhe entstehen.

Demonstranten wollen dabei ein langfristig bestehendes Camp auf dem Schlossplatz einrichten und besetzen. Konzepte wie diese wurden bereits in mehreren Städten des Deutschlands realisiert. "Die bereits bestehenden Klimacamps in Augsburg und Nürnberg dienten uns unter anderem als Vorbilder. Wir stehen auch mit diesen Camps in Kontakt", so die Pressesprecherin des Karlsruher Klimacamps, Neele Haß.

"Wir fordern ein geschärftes Klimaschutzgesetz in Karlsruhe"

Doch was ist der Zweck einer solchen Protestaktion? Laut Haß gehe es vor allem darum, Aufmerksamkeit für den Klimaschutz zu erregen: "Wir fordern ein geschärftes Klimaschutzgesetz in Karlsruhe. Bisher wurde noch nicht konsequent genug gehandelt, um das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klima-Abkommens zu erreichen. Und das, obwohl das Bundesverfassungsgericht die Klimaklage angenommen hat."

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. | Bild: Thomas Riedel

Gegen diese Inkonsequenz wolle man nun protestieren. Gleichzeitig sei es wichtig, Informationen zu verbreiten, Aufmerksamkeit zu schaffen und den Dialog zu suchen. "Wir haben Workshops und Kundgebungen geplant, während das Klimacamp Karlsruhe fortbesteht", so Haß.

"Wir werden bleiben, bis ihr handelt"

Konkrete Lösungsansätze, wie man die Forderungen erreichen wolle, gebe es vonseiten des Klimacamps laut Haß aber noch nicht: "Die genauen Maßnahmen sollen innerhalb des Klimacamps aktiv im Dialog erarbeitet werden." Alle Karlsruher seien daher ebenfalls eingeladen, das Klimacamp zu besuchen, um mit den Aktivisten zu sprechen.

Ein jetzt schon erarbeitetes Motto des Klimacamps sei dabei: "Permanente Krisen erfordern permanenten Protest." Und so ist es Ziel der Organisationen, so lange vor dem Schlossplatz zu kampieren, bis die Klimaneutralität erreicht ist, so Haß.

"Die Klimaklage war die Bestätigung, dass sofort und nicht erst in Zukunft gehandelt werden muss. Und wir werden bleiben, bis ihr handelt", sagt die Sprecherin im Gespräch mit ka-news.de, nach eigener Angabe an die Politik gewandt.

Zelte sollen 24 Stunden am Tag besetzt sein - auch Karlsruher können mitmachen

Hierfür soll das Camp ab Samstag 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche besetzt sein, die Schlafzelte jeden Tag ausgelastet, so Neele Haß. "Natürlich werden nicht immer dieselben Leute das Camp besetzen. Es ist uns durchaus wichtig, Abwechslung zu schaffen."

Blick über das Schloss, daneben das Bundesverfassungsgericht, dahinter der Stadtteil Innenstadt-West.
Am Schlossplatz wollen die Aktivisten ihr Camp aufbauen. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Eine Besonderheit dabei sei, dass diese Möglichkeit der Übernachtung nicht alleine den Organisatoren vorbehalten ist. "Jeder, der sich engagieren möchte, kann sich bei uns melden und das Klimacamp mit uns besetzen", so Haß. "Das Camp wird sich im Lauf der Zeit erweitern."

Sicherheitskonzept noch nicht fertig ausgearbeitet

Dies solle aber keineswegs als Aufforderung verstanden werden, eigene Zelte ohne Ankündigung aufzustellen. "Wir sind trotz allem eine Protestaktion. Keine Einladung, um lustig zu zelten." Die Corona-Verordnung soll dabei nicht vernachlässigt werden.

Es existiere laut Haß bereits ein Hygienekonzept, dass aus "den üblichen Abstandsregelungen, Maskenpflicht, einer kostenfreien Ausgabe von Desinfektionsmitteln und genügend Raum zwischen den Schlafzelten" bestehe.

Doch da bleibt noch die Frage der Sicherheit: Wie sollen das Camp und seine Bewohner - vor allem nachts - geschützt werden? Hier sei noch nicht alles final geklärt, so Haß gegenüber ka-news.de. Ein Sicherheitskonzept werde derzeit noch mit der Stadtverwaltung besprochen.

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Kommentare (41)
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  •   melotronix
    (3584 Beiträge)

    31.05.2021 08:51 Uhr
    ja haut nur drauf...
    gemeinsam geht es noch besser. Polemisch überbieten sich hier die Kommentatoren. Das könnte man hier genauso aufmerksam heischend nennen, wie den Demonstranten hier unterstellt wird. Ich sehe diese Aktion auch kritisch. Es ist mir aber zu billig ein wichtiges Thema so dermassen zu zerreisen. Hier geht es doch nur um das Gegenteil einer Wertschätzung dafür, dass die Jugendlichen etwas tun. Natürlich sind da welche dabe, die das cool finden und ein wenig Trittbrettfahrer spielen. Na und? Es wird auf etwas aufmerksam gemacht was unseren Planeten retten kann. Wie war das denn damals in Wackersdorf..Besetzungen... Gleise bevölkert...das waren ganz andere Dimensionen und dort wurde gewaltig gegen das Gesetz verstossen, wer war damals alles dabei? Ach ja...da waren wir jung. Das ist ja etwas anderes.
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  •   Dalli_Klick
    (710 Beiträge)

    31.05.2021 11:03 Uhr
    Hmmm...
    So, und jetzt stellen wir uns mal vor, das wäre nicht ein Protestcamp von FFF & Co., sondern eines der Querdenker, die gegen Corona-Beschränkungen protestieren wollen.

    Ach du liebe Zeit, was wäre da für ein Aufruhr überall in den Medien. Und jede*r Poltiker*in m/w/d würde sofortige Räumung verlangen.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (881 Beiträge)

    31.05.2021 13:35 Uhr
    Aha,
    in Wirklichkeit dürfen alle demonstrieren wie sie lustig sind, so lange sie gegen keine Vorschriften verstoßen. Wir leben zum Glück in einem Rechtsstaat.
    Das ewige Querdenker-Gejammere ist ebenso lächerlich wie unangebracht zwinkern
    Das wird man ja wohl noch sagen dürfen, gelle.
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  •   SunCityKA
    (178 Beiträge)

    31.05.2021 08:45 Uhr
    Da geht richtig was!
    Die Atmosphäre vorm Schloss taugt super für ne coole Insta-story und was geleistet wird auch: ein echtes, richtiges Motto (!) wurde schon "erarbeitet" ... Wow, beeindruckend! Kommod ist's zudem: Starbucks und diverse Schnellimbisse in der Nähe bieten "to go" an und zur Not kommt Lieferando. Ja der Einsatz gegen "die da oben", die "die Zukunft rauben" ist schon nervenaufreibend in so einer schrecklichen Demokratie. Wirklich beeindruckend wäre es, wenn die Camper statt nervenaufreibenden Motto-Findungs-Workshops und Wichtigtuerei mal eine Putz-Aktion organisieren und durchführen würden. Der Schloga und andere Grünanlagen sehen am Wochenende nämlich aus wie sau! Da müsste man allerdings mehr als die Tastatur am Smartphone bedienen... Wer hat überhaupt die Zeit da zu campen??? Naja, spätestens wenn das Wetter umschlägt oder das Smartphone leer ist, kommt Mutti mit dem SUV vorbei.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (881 Beiträge)

    31.05.2021 14:04 Uhr
    Jo,
    ein lustiges Vorurteils-Sammelsurium at its best.
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  •   Nachteule
    (1043 Beiträge)

    30.05.2021 15:31 Uhr
    Die Klimareligion errichtet Ihre Zeltkirchen
    So wie die Zeugen Jehowas Tag für Tag mit ihren Wachturmheftchen im Hauptbahnhof stehen und um Menschen werben, die auch an den kommenden Weltuntergang glauben, so werben die Zeugen des menschgemachten Klimawandels demnächst vor dem Schloss um Menschen, die auch an die kommende Klimakatastrophe glauben. Aber genauso wie bei den Zeugen Jehowas hat jeder nicht religiöse Mensch das Recht zu sagen: NEIN - ich glaube nicht daran! Und genauso wie sich die Zeugen Jehowas über Spenden finanzieren, sollten sich auch die Klimareligiösen selbst finanzieren, statt nach dem Staat zu rufen.
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  •   Reger
    (822 Beiträge)

    30.05.2021 17:38 Uhr
    Nicht vergleichbar
    Diese, wie Sie sagen Klimareligiösen, haben aber im Gegensatz zu den Zeugen Jehovas mittlerweile den Staat hinter sich. Das können Sie an der jüngsten Entscheidung des BVG erkennen. Also wesentlich vorteilhaftere Voraussetzungen.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (881 Beiträge)

    30.05.2021 20:37 Uhr
    Also
    ich habe den Eindruck, so mancher verschanzt gern sich in seiner lieb gewonnenen "Weiter So-Religion" zwinkern
    Aber zwischen den Zeilen kann man herauslesen, dass diese Protagonisten schon irgendwie merken und spüren, wie ihnen die Felle davon schwimmen.
    Kennzeichen dafür sind:
    Aggro-Stil sowie
    Besonders abstruse Thesen, weit abseits Exterise der Wissenschaft.
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  •   keiner
    (1 Beiträge)

    30.05.2021 10:00 Uhr
    klasse
    also ich find es super, was die schüler und schülerinnen da machen. aufstehen und was machen! trotz aller widrigkeiten und miesepeter. es ist seit jahrzehnten bekannt, dass die sogenannte zivilisation die macht hat, sich selbst zu vernichten. dass unsere kinder das nicht als lebensperspektive akzeptieren, ist für mich super nachvollziehbar. sie haben nur 2 wege, entweder sich einsetzen für ihre ideen, oder auch zum miesepeter werden. ich finde, ihr macht das echt klasse. weiter so und ganz viel erfolg wünsche ich euch!
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  •   Schillerlocke
    (613 Beiträge)

    30.05.2021 08:07 Uhr
    Da haben wir ja die who is who der Zukunftsretter versammelt
    Fridays for Future, Seebrücke, Greenpeace, des Klimakollektivs und "einiger engagierter Privatpersonen".

    Was um Himmelswillen ist den das Klimakollektiv? Hört sich irgendwie stramm nach Kommunismus an.

    Und die Seebrücke ... Erinnert sich da noch jemand dran, es wurde mit Stühlen geworfen, als es statt Hähnchen mit Reis Sauerkraut und Kartoffeln gab. Jetzt erklär denen mal, dass es deutsche Staatsräson ist, das Weltklima zu retten.
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