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Berlin Weiter Streit um Kartenzahlung an E-Ladesäulen

Ab dem Sommer 2023 müssen E-Ladesäulen mit einem Kartelesegerät ausgestattet sein - das ist beschlossene Sachen. Die Parteien streiten aber weiter über das Thema.

Der Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos wird zum Streitthema im Bundestagswahlkampf. Die SPD verteidigte die künftige Vorgabe zu Kartenzahlungsmöglichkeiten an neuen Ladesäulen und wies Kritik von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) daran scharf zurück.

"Das Bezahlsystem sichert, dass möglichst alle Menschen barrierefrei die Säulen nutzen können", sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der Deutschen Presse-Agentur. Vorwürfe Scheuers an die Adresse von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) seien "billige Ablenkung".

Auto- und Energiebranche gegen Kartenleser-Pflicht

Der Bundesrat hatte am Freitag einer Verordnung der Bundesregierung zugestimmt, wonach in neue Ladesäulen ab Juli 2023 Kartenlesegeräte eingebaut sein müssen. Ältere Modelle müssen nicht umgerüstet werden. Scheuer kritisierte, der "EC-Karten-Lobbyismus" habe bei Scholz voll zugeschlagen. "Er hat jetzt den verlangsamten Ausbau der Ladesäulen durch die zusätzliche Technikauflage zu verantworten", sagte der CSU-Politiker der dpa. Dabei könne man inzwischen selbst an der Supermarktkasse mit dem Handy bezahlen.

Die Kreditwirtschaft pocht auf offene Bezahlsysteme an öffentlichen Ladesäulen für E-Autos.
Die Kreditwirtschaft pocht auf offene Bezahlsysteme an öffentlichen Ladesäulen für E-Autos. | Bild: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Bartol hielt dagegen dem Verkehrsminister vor, den Ladesäulenausbau "verpennt" zu haben: "Weder haben wir ausreichend Säulen noch ein einheitliches Preissystem. Wir haben wegen Scheuer vier Jahre versäumt beim Ladesäulenausbau und damit für den Ausbau der E-Mobilität zu wenig erreicht.» Davon versuche dieser nun abzulenken.

Auch die Auto- und die Energiebranche hatten die beschlossene Pflicht zu Kartenlesern als veraltet kritisiert und wollten verstärkt aufs Zahlen per App und andere digitale Modelle setzen. Banken, Städte und Gemeinden dagegen kritisierten, das derzeitige "Bezahlchaos" bremse die E-Mobilität aus. Derzeit gibt es an den mehr als 46.000 öffentlichen Ladesäulen in Deutschland kein einheitliches Bezahlsystem, sondern hunderte Betreiber, Vertragsmodelle und Tarife.

© dpa-infocom, dpa:210919-99-278469/2

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Kommentare (6)
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  •   patenting13
    (13 Beiträge)

    20.09.2021 21:13 Uhr
    Abschreckend
    DerWildwuchs der Miglieds- und Tarfimodelle an den Ladesäulen schreckt in der Tat vom Kauf eines Elektroautos (ausgenommen Tesla) ab. Aber Kartenleser (ab 2023!) vorzuschreiben, kann nicht die Lösung sein. Die Abrechnung muss automatisch über die Verbindung mit dem Auto erfolgen (wie Tesla seit Jahren vormacht).
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  •   Mondgesicht
    (2687 Beiträge)

    20.09.2021 08:58 Uhr
    Dassdarüber gestritten wird
    dürfte wohl dem Wahlkampf zuzuschreiben sein. Kartenzahlung ist heute selbst beim kleinen Bäcker selbstverständlich. Es kann ja wohl nicht sein, dass sich der Fahrer eines E-Autos für Dutzende verschiedener Betreiber von Ladesäulen jeweils erst eine spezielle App herunterladen muss. Das Laden darf nicht komplizierter sein als das Tanken an der Tankstelle.
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  •   andip
    (11221 Beiträge)

    20.09.2021 11:53 Uhr
    Eben
    Überall fast auf der ganzen Welt kann man mit ein und derselben Karte alles bezahlen und nur bei den Ladesäulen soll das nicht möglich sein?
    Und wieso sollen Kartenleser veraltet sein?
    Nirgendwo sonst verlangt man spezielle Apps oder Spezialkarten, um da bezahlen zu können und die auch nur in dem jeweiligen Laden gelten.
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  •   tom1966
    (1562 Beiträge)

    20.09.2021 07:54 Uhr
    Ladeinfrastruktur
    Was für ein Chaos! Alleine in D zig verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Bezahlsystemen, wenn man über die Grenzen hinaus geht, wird es noch schlimmer. (Siehe hier: Erfahrungsbericht)
    Wenn das E-Auto breitere Akzeptanz finden soll, muss man, egal wo in Europa, an eine Ladestation fahren können und mit EINEM Bezahlsystem - egal ob Karte oder App - sein Fahrzeug laden können. An der Tankstelle kann ich auch überall mit EC- oder Kreditkarte zahlen.
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  •   zweiundvierzig
    (161 Beiträge)

    19.09.2021 21:12 Uhr
    So ein Unfug!
    Eine Ladesäule oder vielmehr ein Ladepunkt muss vor allem einfach, robust und billig sein - einfach, damit jeder gleich kapiert, wie es funktioniert, robust, um Vandalismus vorzubeugen und billig, damit man ihn praktisch an jeder Laterne, jedem Verkehrsschild, jeder Parkuhr, an jeder Hauswand und unter jedem Pflasterstein anbringen kann. Die meisten Menschen sind auf öffentliches Laden angewiesen und da die E-Autos fast täglich geladen werden müssen, braucht man eben genausoviele Lademöglichkeiten - eher mehr, sonst wird das sich niemals durchsetzen.
    Ladepunkte müssen daher auf das wesentliche - eben eine Steckdose - reduziert werden. Über diese fliesst der Strom und ein paar Daten, mit denen das Auto oder der Stromanbieter identifiziert wird. Die Rechnung kommt dann vom gebuchten Stromanbieter, der auch mit dem Ladepunktbetreiber abrechnet. Wie das im Auto dann aussieht ist Geschmackssache, da könnte dann auch ein Leser für Prepaidstromkarten aus dem Supermarkt drin stecken.
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  •   schlaule2
    (442 Beiträge)

    20.09.2021 08:16 Uhr
    warum muss ein E-Auto fast täglich geladen werden?
    Die durchschnittliche Pendlerentferung liegt bei ca. 10 KM, macht hin und zurück 20. Je nach Reichweite reicht 1x wöchentlich bzw. alle 2 Wochen. Mit einem Verbrenner fährt man ja auch nicht nach 20km zum Volltanken.
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