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Karlsruhe Waghalsige Action für den guten Zweck: Karlsruher Stuntman Marko König will seinen eigenen Guinness-Weltrekord brechen

Marko König aus Karlsruhe hat Großes vor – mal wieder. Der 52-jährige Stuntman plant, knapp 30 Jahre nach seinem letzten Weltrekord auf dem Hockenheimring, sich erneut einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde zu sichern - und dabei gleichzeitig für Kinder und Jugendliche Gutes tun.

Marko König lebt wohl den Traum eines (fast) jeden kleinen Jungen - und das seit über 30 Jahren. Da begann die Karriere als Stuntmann für den gelernten Isolierblechner. Für diesen Beruf entschied sich der junge Marko König nach seinem Schulabschluss im Jahr 1984 auf Wunsch des Elternhauses, die ihren Sohn dazu drängten, einen "anständigen" Beruf zu lernen.

Doch Königs Berufung war der Sport, der schon immer zu seinen großen Leidenschaften gehörte. So arbeitete er nach seiner Berufsausbildung unter anderem als Rettungsschwimmer, Bademeister und Sportanimateur. Nach seiner Bewerbung an einer bayerischen Filmstuntschule kam der Durchbruch als Stuntman. Bis heute arbeitet er erfolgreich als Action-Aufklärer und Tester für verschiedene Institutionen in Baden-Württemberg.

Eintrag im Weltrekordbuch 

Im Jahr 1992 absolvierte er seinen Rekordstunt auf dem Hockenheimring. Auf dem Dach eines Porsche 911 legte er eine Hochgeschwindigkeits-Fahrt mit knapp 200km/h hin: Ohne jegliche Sicherung oder Haltegriffe hielt König sich auf dem Dach des Sportwagens - nur mit der Kraft seiner Arme und seines Willens.

Der waghalsige Stunt brachte ihm einen Eintrag in das begehrte Weltrekordbuch ein, der bis heute besteht. "Ich wollte unbedingt ins Guinness-Buch", so König im Gespräch mit ka-news.de über seine damalige Motivation. Und auch seinen Bekanntheitsgrad als Stuntman wollte der damals 23-Jährige damit steigern, um neue Aufträge zu bekommen.

Bild: Marko König

Das gelang: König zählte damals zu den ersten Stuntleuten in Baden-Württemberg und sogar ganz Deutschland, vor rund 30 Jahren noch eine Nischen-Branche. Im Laufe der Jahre arbeitete König national und international an erfolgreichen Filmprojekte mit.

Seite an Seite mit späteren Oscar-Preisträgern wie Christoph Waltz, Joaquin Phoenix oder Spezialeffektkünstler Gerd Nefzer, mit dem König bis heute eine Freundschaft verbindet, wie er sagt. Als Stuntkoordinator und Stunt-Actor kam er auch zu größeren Auftritten auf dem Bildschirm: So spielte er unter anderem im "Schimanski"-Tatort an der Seite von Götz George.

"Ich möchte den Menschen etwas zurückgeben"

Nun sucht der 52-Jährige erneut den Adrenalin-Kick und will sich wieder auf das Dach eines Sportflitzers legen, um seine Rekordmarke selbst zu überbieten. Doch warum wagt König mit über 50 nochmals eine solch waghalsige Aktion?

"Ich liebe es da anzufangen, wo andere resignieren. Nach dem Motto: Geht nicht gibt’s nicht. Immer mit einer verantwortungsvollen Risikoabwägung im Hinterkopf. Das ist unsere Aufgabe als Stuntman. Zu meinen aktuellen Vorbereitungen zur Neuauflage meines Guinness Weltrekord möchte ich als Vorbild Kinder und Jugendliche mit einladen", sagt König gegenüber ka-news.de.

Bild: Marko König

Der Grund dafür: Bei seiner Arbeit als Dozent, bei der er auch viel in Schulen und Jugendeinrichtungen unterwegs ist, habe er festgestellt, dass er als Person der Öffentlichkeit und durch seinen Beruf als Vorbild und Leitfigur für die junge Generation dienen könne.

"Hintergrund der Aktion ist es, der jungen und immer mehr unmotivierteren Generation aufzuzeigen, wie fit man im Alter jenseits der 50 noch sein kann und wie wichtig mentale Fitness für solch ein Projekt ist", erklärt König seinen Ansporn.

"Ich möchte den jungen Menschen damit Motivation geben, sie mitnehmen, ihnen zeigen, was sie aus ihrem Leben machen können und dass sie alles erreichen können, wenn sie sich Ziele setzen. Mir ist wichtig, mich nicht als Meister der Selbstinszenierung zu zeigen. Ich möchte mich als öffentliche Person einsetzen, um den Menschen etwas zurückzugeben."

Bild: Marko König

Und auch kranken Kindern und Jugendlichen soll der geplante Weltrekord zugutekommen: "Ich möchte mit der Aktion auch Spenden für krebskranke Kinder in der Kinderklinik Karlsruhe sammeln. Deshalb suche ich jetzt Sponsoren, die bereit sind, mich bei der Aktion zu unterstützen." Dieses Vorhaben erweise sich aufgrund der Corona-Situation jedoch als schwierig.

Neuer Weltrekord-Stunt geplant

Dafür, wie zahlungswillige Sponsoren sein Vorhaben unterstützen können, hat der Stuntmann dennoch schon konkrete Pläne: "Es ist beispielsweise denkbar, dass die Unterstützer eine bestimmte Summe für jeden Stundenkilometer an den Förderverein der Kinderklinik zahlen, den ich mich auf dem Dach eines Sportwagens halte."

Doch nicht nur im Spendenbereich mache die Corona-Pandemie dem Projekt zu schaffen. Bedingt durch den Lockdown wurden die Vorbereitungen immer wieder auf Eis gelegt. "Auch aktuell erweisen sich die Verhandlungen weiterhin als schwierig", sagt König im Gespräch mit ka-news.de.

Man sei allerdings in intensiven Gesprächen mit Verantwortlichen, um eine Genehmigung für erste Testfahrten einzuholen. "Derzeit warten wir noch auf Rückmeldung der Teststrecken." Neben dem Hockenheimring habe man auch das Driving Center Baden Airpark ins Auge gefasst.

Angeblich soll die Formel 1 im Oktober wieder an den Hockenheimring zurückkehren.
Wird König auf dem Hockenheimring seinen Stunt wiederholen? | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Wann genau der Weltrekord-Stunt stattfindet, wird sich daher wohl erst in den kommenden Wochen entscheiden. Auch ob Live-Zuschauer dabei sein können, könne Marko König aktuell noch nicht mit Sicherheit sagen.

"Von meiner Seite aus gerne, allerdings muss man dies, wenn es soweit ist, mit dem Streckenbetreiber klären", sagt er. Doch egal ob mit oder ohne Zuschauer: Wer für das Projekt spenden möchte, könne sich unter www.koenigs-academy.de informieren.

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  •   silberahorn
    (11120 Beiträge)

    06.09.2021 10:51 Uhr
    Tschakka! Du schaffst es!
    Seine Academy wurde mir vor einiger Zeit bekannt, als mich eine Person darauf aufmerksam machte, dass sie im Auftrag des Jobcenters von dort gecoacht wird. Von mir aus.

    Aber falls die Art des Coaching darin besteht sich selbst besser zu fühlen, indem ich runtergemacht werde und man sich damit selbst größer fühlt, verzichte ich gerne auf Kontakte zu solchen Leuten.
    Mir wurde vom gecoachten Jobcenterkunden z.B. eingeredet, dass ich Treppen nicht mehr schaffe, obwohl das Blödsinn ist. Wenn ich gefragt wurde was ich mache, kam auf meine Antwort hin ständig ein: "SOON Schoiß ". Danach wäre ich womöglich in Erklärungsnot warum ich "ssooon Schoiß" mache, obwohl das eine weiterbildende Beschäftigung war. Als ich gerade putzte bekam ich zu hören, dass ich wahrscheinlich noch die früher üblichen Putzlappen dafür nehme. usw.

    Respektvoller Umgang gehörte wohl noch nicht zum Inhalt des Programms. Auch Selbstbewusstsein bildet man nicht wirklich auf diese Art.
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  •   80er
    (6187 Beiträge)

    06.09.2021 10:40 Uhr
    Ganz....
    ...toll der Junge...
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  •   Krisenjunkie
    (18 Beiträge)

    06.09.2021 09:58 Uhr
    Respekt Marco
    für die Hintergründe Deines Vorhabens! Ich hoffe nur das Vorbild wird nicht zu wörtlich genommen und man sieht dann überall junge Menschen mit Smartphone in der Hand auf Autodächern 😉
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  •   Kiwi
    (703 Beiträge)

    06.09.2021 10:27 Uhr
    Krisenjunkie
    Die Jugend von heute steht nicht mit dem Wischphone in der Hand auf Autodächern sondern auf Zug-Gleisen und schwupp die wupp machen sie das letzte Selfie.
    Natürliche Auslese.
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  •   ALFPFIN
    (7896 Beiträge)

    06.09.2021 09:13 Uhr
    Da wünsche ich
    dem Stuntman viel Erfolg bei seiner Aktion. Sein Wunsch die Jugend zu animieren, sich auch für seinen Beruf zu interessieren und diesen Sport zu betreiben, da kann ich nur sagen, geht nur mit dem Smartphone in der Hand. Könnte natürlich bei extremen Abläufen etwas mit Risiko verbunden sein, sowohl für das Smartphone als auch für den jungen Aspiranten. 😊
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