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Karlsruhe Von wegen Karlsruhes Wohnzimmer: Verkommt der Marktplatz mit diesen Problemen zur Rumpelkammer der Fächerstadt?

Der letztes Jahr fertiggestellte Marktplatz stößt nicht bei allen Karlsruhern auf Zuneigung. In einigen ka-news.de-Lesern provozierte er eine regelrechte Abstoßreaktion und das nicht nur in Bezug auf die Ästhetik: Baumaterial, Fläche, mangelnder Schatten und die Abnutzung nach einem Jahr, seien in keinem Verhältnis zu seiner zehnjährigen Bauphase. Aber ob diese Vorwürfe gerechtfertigt sind? ka-news.de bittet die Stadt um ein Statement.

Bereits die Karlsruher CDU-Fraktion kritisierte einen besorgniserregenden Zustand des Marktplatzes. Im Zuge eines offenen Briefes, wurden vor allem die Platten und Pflastersteine als zu schnell zu sehr abgenutzt bezeichnet. Dies sind allerdings nicht alle Mängel, die dem Marktplatz bisweilen angekreidet wird.

Bei genauer Betrachtung wirken bereits viele Platten abgenutzt. | Bild: Lars Notararigo

Unter anderem die Wasserspiele beziehungsweise ihre häufigen Ausfälle wurden ka-news.de als Beschwerde von verschiedenen Lesern zugetragen. Genauso die Unebenheit des Platzes, der mangelnde Schatten und, ähnlich wie die CDU-Fraktion, den rissigen Bodenbelag, der durch schwere Gerätschaften beschädigt sein soll. ka-news.de fragt bei der Stadt Karlsruhe an, welche Haltung sie zu diesen Kritikpunkten vertritt.

1. Die Wasserspiele ständig außer Betrieb?

Zu häufigen Ausfällen der Wasserspiele sei zu sagen, dass die Installation im Jahr 2020 von 119 Betriebstagen insgesamt siebeneinhalb Tage gewartet werden musste. Im aktuellen Kalenderjahr mussten die Waasserspiele seit ihrer Inbetriebnahme am 17. Mai einen halben Tag im Juli und drei weitere Tage im August außer Funktion bleiben. Grund dafür seien Desinfektionsarbeiten gewesen, wie die Stadt erklärt. In der Summe  seien die Wasserspiele also von bisher 233 Betriebstagen insgesamt elf Tage funktionsunfähig gewesen. (Stand 8. September).

2. Ist der Marktplatz uneben?

Beispielsweise der User "Karlsruhe 1966" fordert in einem Kommentar innerhalb des ka-news.de Forums, den Marktplatz zu begradigen. "Aktuell hat man beim Gang über den Marktplatz das Gefühl, dass einem der Kreislauf wegrutscht. Und das nur weil der Platz so uneben ist", so sein Statement.

Ist der Marktplatz uneben? Wird einem wirklich beim bloßen Spazieren gehen schwindelig? | Bild: Lars Notararigo

Dem Vorwurf der Unebenheit könne die Stadt allerdings nicht zustimmen, obwohl er - wie ein Sprecher erklärt - "geneigt" sei. Und zwar "aus gutem Grund", denn die Neigung sei bewusst zur Entwässerung gewählt worden. Regengüsse oder sonstige Wassermassen könnten auf diese Weise gezielt durch den Neigungswinkel des Platzes in die jeweiligen Abflüsse geleitet werden. Eine Begradigung sei im Hinblick auch auf die Sicherheitsvorschriften nicht möglich.

3. Kein Schatten auf dem Marktplatz

Immer wieder ploppt im Zusammenhang mit dem Marktplatz das Thema Schatten auf. Einige Leser werfen den Bauherren auch den geringen Schattenanteil des Marktplatzes vor. So etwa der User Reger mit den Worten: "Schatten muss man sich in den Fensternischen suchen." Ein Eindruck der vom User "IchKA" bestätigt wird: "Schattenspendende Bepflanzung, auch mobil, gibts nicht."

Im Zusammenhang mit der Initiative der Linken-Gemeinderatsfraktion zu mehr Entsiegelung in der Innenstadt schlug auch Lukas Bimmerle in eine ähnliche Kerbe: "Die Situation hier ist natürlich bedauerlich. Wir haben unser Bestes gegeben, zumindest noch ein paar Bäume auf den Platz zu bekommen, aber hier scheiden sich in Sachen Stadtplanung die Geister", sagte er gegenüber ka-news.de

Viele Stände - aber keine Bäume. | Bild: Lars Notararigo

Was den Schattenmangel auf der gesamten Fläche des Marktplatzes angeht, so hat die Stadt bereits 2019 mitgeteilt, dass der U-Bahn-Tunnel, der unterhalb des Marktplatzes verläuft, keinen Raum für Bäume und deren Wurzeln lasse. Zur Aufstellung anderer Schattenquellen äußert sich die Stadt nicht. Abkühlung solle durch einen regelmäßigen Betrieb der Wasserspiele erreicht werden.

4. Der Boden - schon nach einem Jahr abgenutzt?

Die eingebauten Natuatursteinplatten seien ein Jahr nach ihrer Einweihung ausgeblichen, rissig und abgenutzt - so sehr, dass die CDU-Fraktion nach ernsthaften Schäden forschen möchte. Für diesen Zustand gäbe es laut Erklärung der Stadt mehrere Ursachen. Der Naturstein, aus dem die Platten des Marktplatzes bestünden, seien in ungebundener Bauweise (also ohne Bindematerial wie etwa Mörtel) aufeinandergeschichtet worden.

Man verspreche sich von dieser Bauweise, dass die Untergrundleitungen des Marktplatzes im Wartungsfall leichter zu erreichen werden - es bedeute aber auch, dass der Untergrund des Marktplatzes im Nachhinein verdichtet werden müsse, bis er die gewünschte Stabilität erreicht habe. Das schwere Gerät, das den Marktplatz regelmäßig befahre, sei zumindest teilweise durch diese Verdichtungsmaßnahmen zu erklären.

Schwerer Verkehr heiße für den Marktplatz auch: Attraktionen und Veranstaltungen. | Bild: Lars Notararigo

Ebenso seien diese Arbeiten und das schwere Gerät die Erklärung dafür, warum die Bodenplatten unter solch starker Beanspruchung stehen und somit bereits Risse und ausgegraute Farben entstanden sind. Schädigungen, die die Nutzbarkeit oder gar die Sicherheit des Platzes einschränken, sehe die Stadt aktuell allerdings nicht. "Der Marktplatz ist immerhin auch für die Verwendung von schwerem Verkehr ausgelegt", wie ein Sprecher erklärt.

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  •   SunCityKA
    (180 Beiträge)

    10.09.2021 10:43 Uhr
    Der Platz...
    ... unterscheidet sich praktisch kaum vom vorherigen Zustand, nur ohne Bahnen. Vorher standen keine Bäume da und dass das nun schwer möglich ist, ist auch klar. Etwas verhässlicht wurde der Platz durch die Laternen und den Kinderplanschbrunnen, der das Klima dort sensationell erträglich macht 😉.
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  •   JOSI
    (412 Beiträge)

    10.09.2021 10:34 Uhr
    KA-News übertreibt mal wieder!
    Wasserspiele:Eine Kaffemaschine muss auch regelmäßig "gewartet" werden!
    KA-NEWS macht hier wieder ein Drama draus.
    Wenn nicht gewartet und kaputt, schreiben sie wieder warum gehen sie nicht!
    Schatten: Der Marktplatz war noch nie "schattig"
    Uneben: Das Wasser muss ja auch bei "Regen" abfließen!
    Auch hier mit "Schwindlig beim Spazierengehen" sehr übertrieben!
    Coronabedingt ist auf dem Marktplatz weniger losgewesen wie normal!
    Ich habe eher das Gefühl, nach dem KA-NEWS seit Anfang an, nur "mängel" feststellt, diese "Gestaltung" passt mal wieder NUR einem KA-NEWS Reporter nicht!
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  •   Venus
    (26 Beiträge)

    10.09.2021 17:40 Uhr
    Ablauf
    Ablauf ja - so wie der Platz jetzt gebaut wurde.
    Hätte man aber gar nicht erst die komplette Fläche zubetoniert, müsste man auch das Regenwasser nicht ableiten oder weniger.

    In anderen Städten, hier mal Berlin als Beispiel genannt, fährt auch oben eine U-Bahn und drüber stehen Bäume und das schon über 100 Jahre lang.
    Die Wurzeln sind sicher sehr viel voluminöser als bei frischen Flachwurzlern.
    Für mich nur eine Ausrede für die Fehlplanung.

    Einen Park muss man nicht draus machen aber ein schattiges Plätzchen mit Bänken (mit Rückenlehnen) samt einiger Blümchen wäre doch auch schon einladend.

    Jetzt fahre ich dort mit dem Rad schnell mal drüber, bevor mir die Reifen wegplatzen vor Hitze.

    Planschbrunnen kann man das nicht nennen, eher Wasserspiele, denn ein Brunnen hat doch auch eine Wanne, wenn ich mich entsinne.
    Da sitze ich doch lieber am Naturkundemuseum auf den Bänken am Brunnen MIT Bäumen drumrum.

    ... und das ist nicht die einzige Fehlplanung in dieser Kleinstadt.
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  •   Reger
    (826 Beiträge)

    10.09.2021 10:26 Uhr
    Quittung
    Die Stadt wollte vor Fertigstellung nicht auf die Vorschläge ihrer Bürger hören. Lieber waren ihr die Pläne von angeblichen Fachleuten.
    So, jetzt haben wir sozusagen den Salat, und mit dem werden wir leben müssen.
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  •   Reger
    (826 Beiträge)

    10.09.2021 12:04 Uhr
    Ergänzend
    Seit Monaten liegt ein verwarloster junger Mann zuerst vor dem ehemaligen Schuhgeschäft Dielmann und jetzt vor dem ehemaligen Schuhgeschäft Danger. Drumrum sieht's alles sehr abstoßend. Arbeiten ist scheints nicht abgesagt.
    Ich habe Bürgermeister Dr. Käuflein, als für die öffentliche Ordnung Zuständigen darauf aufmerksam gemacht. Reaktion, keine.
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  •   Motorhead
    (1098 Beiträge)

    10.09.2021 15:38 Uhr
    oh je
    Da wagt sich ein Mensch ohne Wohnung Ihnen die Ästhetik zu verderben.
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  •   silberahorn
    (11135 Beiträge)

    10.09.2021 13:00 Uhr
    Mit dem jungen Mann
    habe ich mich bereits unterhalten, als er vor Monaten auf dem Gutenbergplatz um Geld für ein Mittagessen bat. Ihm wurde nach seiner Aussage ungerechtfertigt von einem Vermieter ein Zimmer gekündigt.
    Er hat dazu bereits etwas an das Verwaltungsgericht geschickt. Wie das mit der Antwort gehen soll, wenn er keine Adresse hat, ist mir nicht ganz klar geworden. Er will nicht in Obdachlosenunterkünfte, weil er sich vor Alkoholikern fürchtet und schläft lieber im Zelt.
    Es wundert mich auch wie er von Tag zu Tag schlechter aussieht. Er will irgendwo bei Privatleuten im Garten zelten bis alles geklärt ist, hat er mir jedenfalls so gesagt. Ich vermute, dass er unauffällig tatsächlich irgendwo zeltet, denn nachts ist sein derzeitiger Tagesstandort mit Sicherheit zu gefährlich.

    Mein letzter Post zum Thema, weil jemand im Vorraum eines Geldinstituts lag, wurde gelöscht. Warum ist mir nicht klar, denn es stimmte, dass bei dieser Bank im Vorraum schon mehrfach übernachtet wurde.
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  •   Reger
    (826 Beiträge)

    10.09.2021 13:07 Uhr
    Märchenstunde
    Erzählen kann man viel. Wie wäre es, arbeiten zu gehen. Wenn's mir schlecht gehen würde, würde ich mich trotzdem nicht so gehen lassen und das allen auch noch aufdrücken.
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  •   Motorhead
    (1098 Beiträge)

    10.09.2021 15:39 Uhr
    Auf Ihrem
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere Netiquette und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   silberahorn
    (11135 Beiträge)

    10.09.2021 14:00 Uhr
    Ob Märchen oder nicht
    wo soll er arbeiten? Selbst in der Gastronomie als Schwatzarbeiter wird ihn keiner mehr wollen, bei den dreckigen Fingern. Und bei jemandem den Garten pflegen? Also ich verstehe, wenn man Angst hat einen unbekannten Mann in seinen Garten zu lassen.

    Natürlich müsste er zu den zuständigen Behörden der Stadt Karlsruhe gehen.
    Herr Käuflein ist zwar für Sicherheit zuständig, aber geht von dem jungen Mann eine Gefahr aus?
    Er stört das Stadtbild - das ist unverkennbar. Aber dafür ist Herr Käuflein nicht zuständig.
    Als guter Christ könnte er sich höchstens einmal mit dem jungen Mann um eine Problemlösung bemühen.

    Und wenn das auf einem Privatgrundstück ist, wo der sich tagsüber aufhält, könnte der Eigentümer sich einschalten. Aber es gibt Hauseigentümer die sogar ganz gerne mit gewissen Personen provozieren. Ich habe einmal im Nachbarhaus eines solchen Hausbesitzers gewohnt und es hat damals bis in meine Wohnung hinein ganz übel gestunken.
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