Karlsruhe Von Monolithen, Corona-Solidarität und kaputten Toiletten: Diese Storys haben die ka-news.de-Leser 2020 bewegt

Ob ein mysteriöser Monolith, eine getrennte Liebe in Corona-Zeiten oder Ärger über die Karlsruher Bürgerbüros - in Karlsruhe gibt es nichts, was es nicht gibt. Wie gut, dass die aufmerksamen ka-Reporter da ihre Augen und Ohren überall haben - so erreichen die ka-news.de-Redaktion regelmäßig spannende Lesergeschichten. Auf die besten des Jahres 2020 blicken wir hier zurück.

Bordell-Werbung auf dem Schulweg, Goldfische im Citypark-See oder sprechende Bahnen - die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Wenn es um kuriose Entdeckungen und spannende Geschichten in Karlsruhe geht, sind die ka-Reporter meist nicht weit.

Auch 2020 haben sich wieder zahlreiche Karlsruher vertrauensvoll an die ka-news.de-Redaktion gewandt - mit skurrilen, emotionalen, aber auch ernsten Themen im Gepäck.

Februar: Karlsruher Vincentius-Kliniken treffen erste Corona-Vorsichtsmaßnahmen

Es ist Februar 2020, das damals noch kaum erforschte Corona-Virus befindet sich gerade auf dem Vormarsch nach Deutschland. Am Abend des 26. Februar dann macht ein ka-Reporter eine beunruhigende Entdeckung: Gelbe Zelte stehen vor der geschlossenen Notaufnahme der Vincentius-Kliniken in der Karlsruher Südweststadt - sollte es hier etwa den ersten Corona-Fall in der Fächerstadt geben?

Doch das Krankenhaus gibt Entwarnung: Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Am Tag darauf wird bekannt, dass das Klinikum in der Nacht einen Verdachtsfall aufgenommen hatte - der allerdings negativ getestet wurde. Auf seinen ersten bestätigten Corona-Fall muss Karlsruhe aber nicht lange warten: Schon einen Tag später, am 28. Februar, gibt die Stadt bekannt, dass ein Geschäftsreisender aus Nürnberg positiv getestet wurde und im Städtischen Klinikum behandelt wird. 

März: Kaputte Toiletten, Appell der Klinik-Mitarbeiter und geschlossene Spielplätze

Eltern von kleineren Kindern kennen das wohl zu gut: Man ist draußen unterwegs und plötzlich plagt den Nachwuchs ein dringendes Bedürfnis - nur gut, dass es dafür auch in Karlsruhe öffentliche Toiletten gibt. Doch gerade in der Nähe von Spielplätzen - wie im Schlossgarten Durlach - sind die oft defekt, ärgert sich ka-Reporterin Laura im März: "Sollen meine Kinder dann etwa wildpinkeln?" Der Hersteller verspricht allerdings: In wenigen Tagen soll die Toilette wieder einsatzbereit sein.

Die City-Toilette im Schlossgarten Durlach ist mittlerweile wieder in Betrieb.
Die City-Toilette im Schlossgarten Durlach ist mittlerweile wieder in Betrieb. | Bild: Ingo Rothermund

Doch schon kurz darauf müssen aufgrund der Corona-Pandemie viele öffentliche Einrichtungen geschlossen bleiben - darunter auch Spielplätze. Doch tatsächlich abgesperrt sind am Tag nach Erlass des Verbots nicht alle Plätze, wie eine ka-Reporterin im März verwundert feststellt. Die Stadt klärt auf ka-news.de-Anfrage auf: Die Hinweisschilder und Absperrungen folgen in Kürze, aber auch ohne gilt bereits: spielen verboten.

Während das öffentliche Leben im März stillstand, waren die Mitarbeiter der Karlsruher Krankenhäuser umso aktiver: Neben den Angestellten im Einzelhandel, an Service-Telefonen und Einsatzkräften sind sie es, die im Kampf gegen das Virus bis heute an vorderster Front arbeiten. 

Bild: Witke/Kümmerle/privat

Im März wenden sich die Mitarbeiter des Städtischen Klinikums und des Diakonissenkrankenhauses daher über Social Media und ka-news.de an die Öffentlichkeit und fordern alle Karlsruher auf: "Bleibt für uns daheim!"

April: Gastronomen zeigen Corona-Solidarität, Ratten in Karlsruhe und eine dramatische Liebesgeschichte in Corona-Zeiten

Auch im April dreht sich für unsere ka-Reporter alles rund um die Corona-Krise, denn: Viele Gastronomen, die ihre Restaurants geschlossen halten müssen, wollen Bedürftigen und Pflegekräften mit kostenlosen Essensausgaben helfen - und haben sich an ka-news.de gewendet. "Könnt ihr bitte die Menschen über unsere Aktion informieren?" Wir konnten - und haben vier Gastronomen und ihre tollen Spendenaktionen vorgestellt.

Aber unter anderem dort, wo viel Essen "to go" geliefert und angeboten wird, fällt auch viel Müll an - der aufgrund der Corona-Einschränkungen bei den Müllabfuhren im März und April nicht immer ganz regelmäßig abgeholt werden konnte. Die Sorge vieler ka-news.de-Leser: Zieht der Müll nicht Ratten und anderes Ungeziefer an? Das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) Karlsruhe gibt Entwarnung: Wer richtig Müll trennt, muss sich kaum Gedanken um einen Ungeziefer-Befall machen.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie am meisten zu spüren bekamen im April aber nicht die Karlsruher selbst, sondern diejenigen, die durch die Grenzschließungen nach Frankreich von ihren Lieben getrennt wurden - so wie Angela Musso und Christoforo Amodeo, die zu diesem Zeitpunkt auch noch ihr erstes gemeinsames Kind erwarteten.

Die 22-Jährige ist im neunten Monat schwanger.
Die 22-Jährige ist im neunten Monat schwanger. | Bild: privat

Das Problem: Amodeo wohnt im Elsass, kann seine hochschwangere Verlobte also nicht besuchen. Die verzweifelte 22-Jährige wendet sich an ka-news.de, in der Hoffnung, noch vor der Geburt ihres Sohnes wieder mit ihrem Partner vereint sein zu können.

Mai: Rheinbrücke Karlsruhe - die nie endende Baustelle?

Ja, wird denn hier immer noch gebaut? Mit dieser Frage wendet sich eine verwunderte ka-Reporterin im Mai an die Redaktion. Grund für die Verwirrung ist die Rheinbrücke Karlsruhe. Die wurde bis zum Dezember 2019 fertig saniert - eigentlich, denn knapp ein halbes Jahr später bestehen Geschwindigkeitsbeschränkungen und einige Baustellenabsperrungen immer noch.

Grund dafür sind laut Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) kleinere Arbeiten unter anderem am Korrosionsschutz und an der Entwässerung. Im September sollte die Rheinquerung dann endgültig baustellenfrei sein. 

Juni: Überlastete Bürgerbüros und lange Staus auf der Südtangente

Nach dem Abflachen der ersten Corona-Welle geht es Mitte des Jahres für viele Karlsruher daran, alle liegengebliebenen Termine und Erledigungen abzuarbeiten. Das sorgt für heillos überforderte Bürgerbüros. 

"Ich versuche schon seit zwei Wochen bei der 115 anzurufen, um einen Termin zu machen, leider vergebens, man kommt nicht durch", schreibt eine verzweifelte ka-news.de-Leserin an die Redaktion. Die Stadt reagiert: Mit Chatbots und Auto-Anmeldungen sollen die Bürgerdienste bald digitaler - und damit auch schneller werden.

Schneller geht es im Juni auf der Karlsruher Südtangente währenddessen nicht voran, im Gegenteil: Zwar sind lange Staus hier für die Karlsruher schon ein alter Hut, im Juni allerdings nimmt die Blechlawine ein neues Ausmaß an: Zehn Kilometer staut sich der Verkehr an manchen Nachmittagen bis fast nach Durlach zurück. Schuld ist eine Baustelle auf der B10 bei Wörth. Sowohl für den verärgerten ka-Reporter als auch für alle anderen Stau-Steher galt da: Augen zu und einfach durchhalten.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Tim Carmele

Juli: Gerüchteküche um Weihnachtsmarkt und Probleme mit dem Alkohol-Verbot in der Südstadt

Wird der Karlsruher Weihnachtsmarkt in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt? Darüber wurde schon im Juli nach Angaben einer ka-Reporterin in Schaustellerkreisen gemunkelt. "Freunde betreiben einen Stand dort und haben das wohl so gehört", schreibt sie der ka-news.de-Redaktion. Die Stadt vertröstet mit Neuigkeiten hierzu allerdings auf die Zeit nach den Sommerferien. Im Oktober dann ist klar: Der Christkindlesmarkt muss abgesagt werden, ein Notfall-Programm wird erarbeitet.

Bild: Thomas Riedel

Laute Pöbeleien auf der Straße und "Alkoholkonsum-Orgien" entlang der Werderstraße: Seit dem Alkoholverbot am Werderplatz Anfang 2019 verlagert sich die Trinkerszene immer weiter in die Südstadt hinein, beschwert sich ein Anwohner im Juli gegenüber ka-news.de. Die Stadt will die weitere Entwicklung abwarten und die Ergebnisse aus dem vergangenen Jahr auswerten. Sollte sich herausstellen, dass es auch in den Wintermonaten zu erheblichen Störungen kommt, könnte das Alkoholverbot ausgeweitet werden.

September: Neues von der Wechsel-Posse um Philipp Hofmann?

Es war ein langes Hin und Her, das Transfer-Geflüster um Philipp Hofmann im September 2020. Bleibt der Topstürmer beim Karlsruher SC oder zieht es ihn doch zu neuen Herausforderungen? Die Posse erreichte schließlich einen ihrer Höhepunkte, als eine ka-Reporterin einen Umzugswagen vor der Bruchsaler Wohnung des Ehepaars Hofmann gesichtet haben will.

Steht ein Wechsel damit schon fest? Entwarnung gab es schließlich für seine blau-weißen Fans am 5. Oktober: Dann nämlich schloss sich das Transferfenster und band Philipp Hofmann somit auch bis auf Weiteres an den Karlsruher SC.

Dezember: Monolith in Karlsruhe gesichtet

Groß, hölzern, quaderförmig und geheimnisvoll: So tauchte Mitte Dezember urplötzlich eine ominöse Skulptur im Karlsruher Fasanengarten auf. Doch was hat es damit auf sich? Der ka-news.de-Leser, der das seltsame Gebilde entdeckt hat, vermutet dahinter einen der sogenannten Monolithen, die im Dezember überall auf der ganzen Welt aus dem Boden schießen und genauso schnell wieder verschwinden. "Karlsruhe hat jetzt auch einen Monolithen!", so der ka-Reporter. Darin enthalten, Plakate zu Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie.

Bild: ka-reporter

Wer oder was genau hinter dem "Monolithen" steckt, bleibt aber bis auf Weiteres ungelöst, denn: Weder die Polizei Karlsruhe, noch die Stadt oder die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg können auf ka-news.de-Nachfrage etwas zu der Holzkiste sagen. Das Mysterium besteht also weiter...

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Der ka-news.de Jahresrückblick auf 2020: ka-news-Jahresrückblick auf das Jahr 2020 in Karlsruhe und der Region: Politik, Sport, KSC, Corona und vieles mehr. Was ist im vergangenen Jahr passiert, welche Themen haben die Fächerstadt bewegt? Die ka-news.de-Redaktion lässt das Jahr Revue passieren.
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