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Karlsruhe Verrückter Deal? Suchen Wohnung - bieten Kuchen: Vier Karlsruher Frauen wollen endlich ihre Traumwohnung finden

Der Wohnungsmarkt in Karlsruhe ist ein hartes Pflaster - besonders, wenn Wohnungsimmobilien mit großer Wohnfläche gesucht werden. Das haben auch vier junge Frauen aus Karlsruhe gemerkt, die sich zusammen auf die Suche begeben haben. Da Zeitungsannoncen und Internetportale nicht zum Erfolg führten, haben sie sich jetzt mit einer kreativen Alternative an die Öffentlichkeit gewandt: Wer den Mädels erfolgreich eine Wohnung vermittelt, dem winkt eine süße Belohnung.

Der Traum von den eignen vier Wänden; den möchte sich Jeder irgendwann erfüllen. Doch in den Karlsruher Stadtteilen herrschen nicht nur stattliche Preise, sondern auch akuter Wohnungsmangel. Statt individueller Wünsche ist da zumeist Flexibilität gefragt.

Zu diesen "Wünschen" zählen aber nicht nur der Stadtteil oder der Preis. Oft wird es schon bei normalen Anforderungen wie der Größe, Zimmeranzahl oder die Entfernung zur Arbeitsstelle knifflig. Besonders dann, wenn es um eine WG-Neugründung geht.

Wohnbauten in der August-Bebel-Strasse, westlich dem alten Flugplatz.
Seit Jahren mangelt es in Karlsruhe an bezahlbarem Wohnraum. | Bild: Tim Carmele

Diese Erfahrung machen aktuell Katharina, Lisa, Caroline und Tina, die seit einiger Zeit versuchen, eine gemeinsame Wohnung zu finden. Kostenpunkt: 1750 Euro warm. Alle sind in ihren Zwanzigern, berufstätig oder studieren. Da gibt es jedoch ein großes Problem: Bis Mai haben die jungen Frauen noch Zeit, sich diesen Traum zu erfüllen, da ihre aktuellen Wohnungen bereits für Ende April gekündigt sind. 

Große Wohnungen oft nicht WG-geeignet

"Wir haben schon länger die Idee, zusammenzuziehen", erzählt die 27-jährige Katharina. "Mit mindestens vier Zimmern, einem Balkon oder mit Gartenzugang." Sie und die 26-jährige Caroline sprechen stellvertretend für die vier Wohnungssuchenden mit ka-news.de.

Doch die Idee in die Tat umzusetzen, ist leichter gesagt als getan. Der Grund: Wohnungen mit vier bis fünf Zimmern scheinen in Karlsruhe allgemein Mangelware zu sein. Doch das ist noch nicht alles. In Kombination mit den Erwartungen, die die Vier zusätzlich in die Wohnungssuche miteinbringen, wird es noch komplizierter.

So müssten der Karlsruher Hauptbahnhof und der Stadtkern gut mit dem Fahrrad erreichbar sein. Darum wären zum Beispiel die Stadtteile Grünwinkel, Mühlburg Weststadt, Südstadt und die Oststadt von Vorteil. 

Forstliches Bildungszentrum Karlsruhe, dahinter das KIT.
Die Oststadt wäre einer der priorisierten Stadtteile. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Zu utopische Vorstellungen? Nicht unbedingt. Tatsächlich seien bereits Wohnungen besichtigt worden, die für die vier Freundinnen infrage gekommen wären. Doch dann zierte sich der Vermieter.

"Wir haben alles vorgelegt, was zur Wohnungsbesichtigung verlangt wird. Aber oft haben wir erst im Nachhinein die Rückmeldung bekommen, dass die Wohnung nicht WG-geeignet sei. Teilweise melden sich die Anbieter auch gar nicht mehr bei uns", erzählt Katharina.

Kuchen soll Anbieter anlocken

Da es auf dem "normalen" Weg nicht klappte, haben die Wohnungssuchenden nach einer anderen Möglichkeit gesucht, um Menschen auf ihre Lage aufmerksam zu machen. So entstand die Idee mit den orangefarbenen Plakaten, die seit Anfang März überall in der Stadt verteilt sind. 

"Wir haben in Zeitungen inseriert, uns einen Premium-Account bei Immobilienscout zugelegt und weiter Plattformen genutzt", führt Katharina weiter aus. "Nach sechs Wochen Wohnungssuche haben wir uns dann entschieden, die Plakate zu machen. Ist der Zweck erfüllt, werden die von uns natürlich wieder abgehängt."

Bild: Felix Neubüser

Der Clou: Wer den Mädels erfolgreich eine Wohnung vermittelt, erhält neben "ewigem Dank" auch Kuchen geschenkt. Zweimal wurde auch schon "angebissen". "Wir haben uns sehr über die zwei Angebote gefreut. Leider waren die Wohnungen zu klein oder zu weit außerhalb, um die Strecke mit dem Fahrrad zurücklegen zu können", so die 27-Jährige. 

Ob die Vorgaben angesichts der knapp bemessenen Zeit, etwas naiv wirken? Die jungen Frauen lehnen das ab. "Wir, sind lagetechnisch relativ offen, aber da kamen, wenn überhaupt, Angebote von Wörth oder Rheinstetten rein. Das ist uns dann wirklich zu weit", ergänzt die 26-jährige Caroline. 

"Werden nicht unter der Brücke schlafen"

Stellt sich nun die Frage: Was passiert, wenn es bis Mai nun doch nicht mit dem neuen Zuhause klappt? "Caroline, Lisa und ich wohnen ja bereits zusammen", erklärt Katharina auf Anfrage von ka-news.de.

Aktuell wohnen drei der wohnungssuchenden Frauen in der Südstadt | Bild: Thomas Riedel

"Wir würden noch diese Woche mit unserem Vermieter abklären, ob wir das Mietverhältnis etwas verlängern könnten. Einen Nachmieter gibt es bis jetzt noch nicht." Wenn das klappt, könnte die Vierte im Bunde auch übergangsweise, bis ein neues Zuhause gefunden wurde, zu ihren Freundinnen in die Südstadt ziehen. Und wenn nicht?

"Dann müssen wir uns einzeln einen Notfallplan überlegen", sagt Katharina. "Aber, wir sind gut genug in Karlsruhe vernetzt, da müssen wir bestimmt nicht unter der Brücke schlafen."

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  •   Senfdazu
    (499 Beiträge)

    16.04.2021 09:57 Uhr
    😎
    Ich habe auch so einen Aufruf gelesen. 🤷‍♂️schwierig, ebbes passendes zu finden. Viel Erfolg.
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