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Karlsruhe/Baden-Baden Karlsruher ÖPNV streikt bis Samstag - und am Dienstag stehen die Bahnen erneut

Beschäftigte der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) sind am Freitag zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Los geht es nach Verdi-Angaben vom Donnerstag nach dem Schülerverkehr ab 10 Uhr. Die Gewerkschaft will für die rund 8.600 Beschäftigten der acht Betriebe im kommunalen Nahverkehr in Baden-Württemberg unter anderem Entlastungstage, deutlich bessere Überstundenregelungen sowie die Anhebung des Urlaubsgeldes erreichen. Auch in Baden-Baden wird am Freitag gestreikt.

Freitag

16:00Über 700 Beschäftigte haben am Streik teilgenommen

In Karlsruhe haben heute über 700 Beschäftigte am Streik der VBK teilgenommen. Dies bestätigte ver.di-Sprecher Thorsten Dossow gegenüber ka-news.de. Bestreikt wird bis zum Ende der Nachtschicht. Gegen 6 Uhr am Samstag soll der Verkehr wieder wie gewohnt laufen. 

Dossow sprach von einem "sanften Einstieg", da der morgendliche Berufsverkehr noch abgedeckt wurde. Dieser wird am Dienstag aber nicht mehr bedient.

Am 29. September soll nämlich schon ab 3 Uhr morgens wieder gestreikt werden. Diesmal soll der Streik 24 Stunden dauern und wieder die Tramlinien der VBK betreffen. 

Grund für die Streiks sind die von der Arbeitgeber-Seite vorgeschlagene massive Einsparungen. So soll beispielsweise die Wochenarbeitszeit erhöht werden und zusätzlich sollen freie Tage gestrichen werden und das Urlaubsgeld gekürzt werden.

Die nächsten Tarifgespräche sind für den 9. Oktober terminiert. 

09:39Aktuelle Informationen der VBK

Die VBK hat in einer Pressemitteilung weitere Informationen zum heutigen Streik bekannt gegeben. Der Streik beginnt heute um 10 Uhr und wird bis Samstag früh 3.30 Uhr anhalten. Betroffen sind die Tram-Linien 1 bis 6 und die S2.

Beteiligen sich einzelne Fahrer nicht am Streik, beenden diese Mitarbeiter lediglich ihre laufende Schicht und rücken danach in den Betriebshof ein, weil eine Ablösung nicht gewährleistet werden kann. Die Betriebsleitung der VBK geht daher davon aus, dass gegen Mittag keine Trams oder Busse der VBK mehr unterwegs sein werden.

Als Alternative für die Fahrgäste bieten sich Fahrten mit den Stadtbahnen der nicht bestreikten Albtal-Verkehrs-Gesellschaft an. Die Linien S1, S11, S4, S5, S51, S7 und S8 bedienen viele Straßenbahn-Haltestellen in Karlsruhe und können genutzt werden.

Donnerstag

16:26Diese Bahnlinien sind in Karlsruhe betroffen

In einer Pressemitteilung informierte der KVV welche Linien vom Streik betroffen sein könnten. Falls Mitarbeiter der VBK in Karlsruhe dem Warnstreik-Aufruf von ver.di folgen, werden hiervon einzelne Fahrten der VBK-Buslinien im Stadtgebiet sowie die VBK-Trambahnen (Linien 1 bis 6 und Linie S2) betroffen sein.

Außerdem sind im Raum Heilbronn die Stadtbahnlinien S4, S41 und S42 der Albtal-Verkehrs Gesellschaft (AVG) von den Warnstreiks betroffen, da einige Triebfahrzeugführer bei den kommunalen Stadtwerken Heilbronn beschäftigt sind. Auch auf diesen Stadtbahnlinien kann
es zu Verspätungen und Fahrtausfällen kommen.

14:59Warnstreiks in Karlsruhe und Baden-Baden

"Die Arbeitgeber werden am Freitag spüren, wie ihre Gegenvorschläge mit Kürzungen bei den Beschäftigten ankommen. Wir hoffen sehr, im Interesse aller, die einen guten ÖPNV täglich brauchen, dass dieses Signal verstanden wird", sagte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Schackert.

Der Warnstreik findet im Rahmen der Manteltarifrunde im kommunalen Nahverkehr TV-N Baden-Württemberg statt. Die Beschäftigten in den sieben Verkehrsbetrieben und beim Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) sind aber von den parallel stattfindenden Entgeltverhandlungen für den öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen auch betroffen.

In Baden-Württemberg gilt der TV-N für rund 6.400 Beschäftigte in sieben kommunalen Verkehrsbetrieben in Stuttgart, Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg, Konstanz, Esslingen und Heilbronn. Der Haustarifvertrag bei der RNV gilt für 2200 Beschäftigte in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen. Insgesamt werden in den acht Verkehrsunternehmen weit über eine Million Kunden pro Tag befördert.

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Kommentare (23)
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  •   80er
    (5782 Beiträge)

    26.09.2020 23:30 Uhr
    Für alle...
    ....die die Forderungen von ver.di kritisch gegenüber stehen sei gesagt: ver.di hat bereits im Sommer angeboten, in diesem Jahr auf Tarifverhandlungen zu verzichten. Eben wegen Corona. Aber die Arbeitgeber haben abgelehnt. Selber schuld wenn ver.di also Forderungen stellt. Man hätte es vermeiden können.
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  •   kommentar4711
    (2754 Beiträge)

    29.09.2020 12:27 Uhr
    ANTWORT AUF "FÜR ALLE..."
    Und warum sollten es die Arbeitgeber abgelehnt haben, wenn ver.di dieses Jahr nichts gewollt hätte? Da war doch wenn sicher ein Pferdefuß dabei und nicht wie bei der IGM ohne Vorbehalt wirklich eine 0.
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  •   BMWFahrer
    (315 Beiträge)

    27.09.2020 19:56 Uhr
    Äh -
    nein.
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  •   80er
    (5782 Beiträge)

    28.09.2020 07:59 Uhr
    Äh....
    ....doch. Selber schuld.
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  •   myopinion
    (52 Beiträge)

    26.09.2020 07:52 Uhr
    über viele Jahre
    haben die Menschen dafür gekämpft (weniger Arbeit, mehr Urlaub, bezahlte Überstunden.....) und nun wollen die Arbeitgeber das alles wieder abschaffen? Ich würde das Land stilllegen um diese Rechte zu behalten. Wenn es bei den öffentlichen Arbeitgebern anfängt, hört es bei den privaten Arbeitgebern auf und alles wird wie vor vielen Jahren. Wieviel lassen sich die Arbeitnehmer/innen denn noch gefallen?
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  •   Riewespitz
    (94 Beiträge)

    26.09.2020 11:50 Uhr
    Was soll denn abgeschafft werden?
    Habe nichts greifbares darüber gefunden. Kein Verständnis für einen Streik zum jetzigen Zeitpunkt.
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  •   myopinion
    (52 Beiträge)

    27.09.2020 07:33 Uhr
    steht doch im Beitrag
    Wochenarbeitszeit erhöhen, Urlaubsgeld kürzen.....Wer lesen kann .....
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  •   80er
    (5782 Beiträge)

    26.09.2020 23:32 Uhr
    Doch...
    ....die Arbeitgeber wollen den Begriff des Arbeitsvorgangs neu definieren, weil das BAG diesen Begriff in der Vergangenheit sehr weit ausgelegt hat.
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  •   BMWFahrer
    (315 Beiträge)

    26.09.2020 10:10 Uhr
    Ist es denn so?
    Möchte der Arbeitgeber etwas abschaffen?

    Oder ist es vielmehr nicht so, dass die Arbeitnehmer noch mehr wollen? Zu einer Zeit, zu der Millionen Menschen im Land von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit bedroht sind und die Schuldenberge unerreichte Höhen erreichen?

    Als Straßenbahnfahrer verdient man ja nicht gerade schlecht. Insbesondere unter dem Aspekt, dass es kein Beruf, sondern eine in wenigen Wochen angelernte Tätigkeit ist.
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  •   Urbadner
    (133 Beiträge)

    29.09.2020 17:28 Uhr
    Wenige
    Wochen?
    Solltest Dich vielleicht erst Mal richtig informieren....
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