22  

Karlsruhe Verdi-Stellungnahme zu kurzfristigen Streiks bei den VBK

Die Gewerkschaft Verdi hat in einer Pressemitteilung Stellung zu den kurzfristigen Streiks im ÖPNV in Karlsruhe bezogen. In der Mitteilung erklärt Verdi-Geschäftsführer Thorsten Dossow, dass die Verkehrsbetriebe Karlsruhe den Fahrdienst aus Sicherheitsgründen eingestellt haben. Den Fahrdienst zu bestreiken war von Arbeitnehmer-Seite nicht geplant.

Heute hat Verdi einige Bereiche der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) zum Warnstreik aufgerufen, da es immer noch kein Angebot der Arbeitgeber im Tarifkonflikt im ÖPNV Baden-Württemberg gibt.

Unangekündigter Streik in diesen Bereichen

Dies ist ein unangekündigter Warnstreik, der in folgenden Bereichen stattfindet: Leitstelle, Funkwagen, Fahrstrom, Unterflurdrehmaschine, Wagenbau und Schienenfahrzeugrevision.

Verdi hat bei den letzten Warnstreiks bewusst den Fahrdienst nicht aufgerufen, so auch heute in Karlsruhe. Verdi will damit die Bevölkerung, insbesondere Schülerinnen und Schüler, so wenig wie möglich belasten.

Die Geschäftsführung der VBK hat heute Morgen nun den Beschluss gefasst, alle Fahrzeuge einfahren zu lassen und damit den Betrieb einzustellen, begründet wird dies mit Sicherheitsbedenken. "Die VBK eskaliert hier auf dem Rücken ihrer Fahrgäste. Wir wollten genau das verhindern", so Thorsten Dossow Geschäftsführer von Verdi Mittelbaden-Nordschwarzwald.

Fahrer von VBK freigestellt

Dossow war heute Morgen selbst zwischen 5:30 und 7:00 Uhr in den Bereichen vor Ort. Alle Beschäftigten hatten ihm signalisiert, mit der bestehenden Notdienstvereinbarung den Betrieb aufrechterhalten zu können. In der Leitstelle hat die Gewerkschaft deshalb sogar die Personenzahl um eine weitere Person aufgestockt.

Die Fahrer werden ab heute Mittag 12:00 Uhr bis Samstag 4:00 Uhr freigestellt – mit der Androhung, kein Gehalt von Seiten der VBK zubekommen.

Schackert: "Massive Provokation"

Andreas Schackert, Verdi Verhandlungsführer: "Die Aussperrung der Fahrerinnen und Fahrer ist eine massive Provokation. Während wir versuchen, den Tarifkonflikt zu deeskalieren, ziehen die Arbeitgeber die schärfste und umstrittenste Waffe im Arbeitskampf. Wir werden die Beschäftigten in dieser Situation nicht schutzlos ihrem Arbeitgeber aussetzen."

Verdi hat der Personalchefin der VBK signalisiert, jederzeit Gesprächsbereit zu sein, um bei der Notdienstvereinbarung nach zu steuern. Sollte die VBK dennoch an der Aussperrung festhalten, werden die Fahrerinnen und Fahrer morgen früh ihre Arbeitskraft anbieten, um ihrem Arbeitgeber und der Bevölkerung zu signalisieren: Wir sind bereit zu fahren.

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (22)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   caleu
    (376 Beiträge)

    23.10.2020 10:06 Uhr
    falscher streik
    ob ein streik zur jetzigen zeit noetig oder richtig ist, ist die eine frage. daruebre kann man naturgemaess unterschiedlicher meinung sein.

    ABER: ein streik sollte das unternehmen treffen, nicht den buerger. also muesste man eine andere streikform waehlen.

    dass dies geht, haben andere laender schon gezeigt:
    https://www.businessinsider.de/wirtschaft/ein-bahnstreik-kostet-reisende-zeit-und-nerven-dabei-ginge-es-auch-ganz-anders-wie-ein-blick-nach-japan-zeigt-2018-12/

    also ihr verdis - seid mal kreativ, dann habt ihr sicher (noch) mehr unterstuetzung!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (10692 Beiträge)

    23.10.2020 12:17 Uhr
    Tja
    Die VBK wie auch praktisch alle Unternehmen des ÖPNV haben schon immer defizitär gearbeitet, daher profitieren die sogar von einem Streik, weil sie weniger Miese machen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   andip
    (10692 Beiträge)

    23.10.2020 08:34 Uhr
    Könnte man vielleicht mal melden
    dass der Streik bzw. die Aussperrung beendet wurde und wieder alle Bahnen fahren?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   olafb
    (324 Beiträge)

    23.10.2020 07:41 Uhr
    Erstaunen!
    Die meisten Kommentatoren hier greifen Verdi an. Warum fahren denn keine Strabas, so wie ichs verstanden habe hat hier der Arbeitgeber seine restlichen nicht streikenden Mitarbeiter (v.a. Fahrer) ausgesperrt und damit ein fahren der Strassenbahnen verhindert. In Sachen Service am Kunde fehlt diese Konsequenz, aber wenns gegen Gewerkschaft geht feste druff.
    Bei manchen Kommentatoren scheint wohl die Meinung vorherschen das eigene Gehalt ist Gottgegeben und der Arbeitgeber zahlt immer seinen Angestellten das Maximum. Aber dankbar Applaus spenden, wenn diese Angestellten in der Not da sind.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Kscmaus2015
    (166 Beiträge)

    23.10.2020 00:22 Uhr
    !!!!
    Muss man unbedingt streiken, eigentlich müsste dies im Moment überhaupt nicht sein. Überfüllte Bahnen die fahren.
    Abstand halten unmöglich!!!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   tom1966
    (680 Beiträge)

    23.10.2020 13:36 Uhr
    und die Aussperrung
    hat die Situation auch nicht verbessert.

    Am meisten stört mich bei dem Streik jedoch, dass es keine Vorankündigung gab. Ich bin jetzt nicht betroffen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass einige vergeblich auf ihre Bahn gewartet haben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Grumberekicker
    (68 Beiträge)

    22.10.2020 19:00 Uhr
    Vielleicht sollte Verdi...
    mal die Bademeister der Freibäder zum streiken aufrufen! In der jetzigen Situation bestimmt sehr effektiv!
    Mann sollte halt erwarten daß sich bei den Tarifpartnern vernünftige Personen gegenüber sitzen, ist aber leider jedes mal das selbe Theater und Muskelspielen. Leidtragende sind halt immer Unbeteiligte, wobei man sich bei den VBK solch konsequentes handeln auch beim Service und Pünktlichkeit wünschen würde.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kritiker_2014
    (563 Beiträge)

    22.10.2020 18:12 Uhr
    Meine Mitgliedschaft bei
    Verdi habe ich gekündigt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   timo
    (3242 Beiträge)

    23.10.2020 08:47 Uhr
    und morgen treten Sie
    bei den Grünen aus... :D wers glaubt...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   todi01
    (1161 Beiträge)

    22.10.2020 17:15 Uhr
    Gut so!
    Jetzt heult Verdi rum, aber wer ohne Not so ein Chaos verursacht, denkt besser vorher mal an die Folgen statt nachher die Hände in Unschuld waschen zu wollen. Aussperrung ist die einzig richtige Antwort. Warum sollen Arbeitgeber die Streiks der Gewerkschaften einfach hinnehmen müssen? Es kann eben nicht immer nur "Mehr! Mehr! Mehr!" heißen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.