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Stuttgart Spritze gegen Virus: Landesregierung stellt heute Impfkonzept vor

Wie lassen sich Millionen Menschen im Land in schnellstmöglicher Zeit impfen? Wo sollen die Impfzentren in Baden-Württemberg entstehen? Welche Gruppen der Bevölkerung erhalten zuerst eine Dosis gegen das Corona-Virus? Am heutigen Dienstag beschließt das Kabinett die Umsetzung des Impfkonzepts. Im Anschluss um 12 Uhr wollen Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Gesundheitsminister Manne Lucha (beide Grüne) die Details vorstellen.

Das Land will bis zum 15. Dezember in den vier Regierungsbezirken insgesamt bis zu neun Impfzentren errichten. In einem zweiten Schritt sollen bis zum 15. Januar ein bis zwei Kreis-Impfzentren pro Stadt und Landkreis aufgebaut werden.

Zentren zur Massenimpfung kosten rund 60 Millionen Euro

Die Umsetzung der Corona-Impfungen kostet das Land von Mitte Dezember an rund 60 Millionen Euro. Das geht aus dem Impfkonzept des Landes hervor, das am Dienstag in der Kabinettssitzung in Stuttgart verabschiedet werden soll. "Ziel ist, die Impflogistik und die benötigten Strukturen für eine mögliche Verimpfung zum 15. Dezember 2020 bereitzustellen", heißt es in dem Papier weiter.

Winfried Kretschmann (Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archiv

Für Personal- und Sachkosten allein in den Impfzentren erwartet das Land bis Mitte April rund 58,2 Millionen Euro Kosten. Die Beschaffung des Impfbestecks und die Impfstoff-Logistik ist bereits mit 15 Millionen Euro veranschlagt und genehmigt. Die Kosten trägt laut Konzept das Land zunächst vollständig selbst.

Geplant ist aber, dass sich die gesetzliche Krankenversicherung zur Hälfte daran beteiligt. Rechtlich bindend ist das allerdings nicht. Mehrere Medien hatten zuvor bereits über die Kostenplanung berichtet.

Zum Start 600.000 Impfdosen für Baden-Württemberg

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) hatte bereits angekündigt, dass vom Impfstoff-Kandidaten von Biontech/Pfizer in einer ersten Tranche fünf Millionen Impfdosen bundesweit verfügbar sein sollen, davon in Baden-Württemberg 600.000.

Manne Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Soziales und Integration von Baden-Württemberg, spricht.
Manne Lucha (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Soziales und Integration von Baden-Württemberg, spricht. | Bild: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

Landesweit sollen bei Betrieb aller zentralen Impfzentren mindestens 1.500 Menschen täglich geimpft werden können - zunächst ältere Menschen, Patienten mit Vorerkrankungen und medizinisches Personal. In den Kreis-Impfzentren plant das Sozialministerium mit etwa 800 Impfungen pro Tag oder 60 Impfungen pro Stunde. Eine Impfung soll an sieben Tagen der Woche von 7 bis 21 Uhr möglich sein. Sobald ein Impfstoff verfügbar sei, könnten die Impfungen laut Gesundheitsministerium beginnen.

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  •   Sherlock
    (317 Beiträge)

    25.11.2020 13:53 Uhr
    Nicht einfach
    Auf der einen Seite konnte es den Bürgern nicht schnell genug gehen mit der Impfstoffherstellung und jetzt will sich keiner mehr impfen lassen? Was denn nu? Wie man es macht ist es nicht richtig.
    Es war doch allen klar, die den Impfstoff nicht schnell genug haben wollten, dass es zu eventuellen Nebenwirkungen kommen kann. Zeit um 8-10 Jahre zu testen haben wir nun mal nicht. Es gibt übrigens genügend Freiwillige, die sich impfen lassen werden. Eigentlich sollten wir diesen Menschen für ihren Mut danken, schließlich nehmen sie uns ab, eine Testperson zu sein. Ich hoffe sehr auf geringe Nebenwirkungen.
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  •   Dalli_Klick
    (548 Beiträge)

    25.11.2020 17:45 Uhr
    Wie jetzt?
    Es will sich keiner Impfen lassen? Wie kommst du denn auf diese VT? grinsen
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  •   auchmalsenfdazu
    (3184 Beiträge)

    25.11.2020 09:32 Uhr
    Freiwillige vor
    ich verzichte sehr gerne auf einen Impfstoff , der innerhalb weniger Monate aus dem Boden gestampft wurde und denjenigen, der ihn im Wettlauf gegen die Zeit als schnellstes herausgebracht hat, zum schwer reichen Pharmakonzern macht. Selbst die Entwicklung von Contergan hat länger gedauert......
    Ich frage mich , ob die Menschheit das Denken eingestellt hat und wirklich nur noch blind darauf vertraut was von "oben" gepredigt wird ?
    Da wird uns die Impfung als der heilige Gral und die Lösung der Probleme verkauft. Wenn ich diesen Söder schon sehe, wie er in fast jedem Interview die Impfung als Ende von Corona beschwört.
    Corona wird es weiterhin geben, genau so wie es die Grippe weiterhin gibt, für die es seit knapp 70 Jahren Impfstoffe gibt , die bis heute keinen vollständigen Schutz erreicht haben. Knapp 60% aller grippegeimpften erkranken trotzdem daran.
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  •   tom1966
    (789 Beiträge)

    30.11.2020 13:46 Uhr
    Grippe oder grippaler Infekt?
    Sie sagen, 60 % der Geimpften erkranken trotzdem an Grippe!
    Ich denke, sie verwechseln das etwas: Das was volkstümlich als "Grippe" bezeichnet wird, ist medizinisch meist ein grippaler Infekt, also eine "Erkältung" und dagegen kann man sich nicht impfen. Eine "echte" Grippe (Influenza) ist etwas ganz anderes.
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  •   andip
    (10785 Beiträge)

    25.11.2020 15:55 Uhr
    Vergleich hinkt
    Vom Influenzavirus gibt sehr viele Varianten, aber keinen Impfstoff gegen alle Varianten gleichzeitig.
    Daher produziert man einen Impfstoff gegen die Varianten, meistens drei, deren Auftreten man für am wahrscheinlichsten hält.
    Es kommt schon mal vor, dass dann eine Variante auftaucht, die man vorher nicht auf dem Schirm hatte und daher nicht dagegen geimpft ist. Aber das kommt nur sehr gelegentlich vor, 60% dürften daher masslos übertrieben sein.
    Corona dagegen hat bisher nur die eine Variante, daher dürfte der Impfstoff auch funktionieren.
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  •   RainerBu
    (1305 Beiträge)

    26.11.2020 13:00 Uhr
    nicht ganz richtig
    gibt schon zwei,drei Varianten.Ist nur die Frage wie bedeutend die Veränderungen sind.
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  •   tom1966
    (789 Beiträge)

    25.11.2020 14:27 Uhr
    Cotergan - Coronaimpfstoff
    Dazwischen liegen über 50 Jahre, in denen die Pharmazie gewaltige Fortschritte gemacht hat, auich bei der Entwicklung von Impfstoffen. Und wenn man genügend Geld in die Forschung steckt, kann es auch mal schnell zum Erfolg führen.

    Die Sicherheit in Bezug auf Nebenwirkungen steht auf einem anderen Blatt, das wird sich erst bei weiter Verbreitung des Impfstoffes zeigen - ist aber bei jedem neuen Medikament so, in der Testphase werden nicht zwangsläufig alle Nebenwirkungen erkannt.
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  •   hajmo
    (4243 Beiträge)

    25.11.2020 11:14 Uhr
    Knapp 60% aller grippegeimpften erkranken trotzdem daran.
    Das ist wohl etwas fehl formuliert. Da hätte man ja hunderttausende Grippepatienten in Deutschland.
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  •   Mondgesicht
    (2490 Beiträge)

    24.11.2020 17:43 Uhr
    Am Ende bleibt keine Wahl
    Die Fluggesellschaft Qantas legt vor und viele Firmen werden nachziehen: wer künftig eine Dienstleistung in Anspruch nehmen will, eine Veranstaltung aufsuchen oder an bestimmte Ziele reisen will, der wird das häufig nur noch tun können, wenn er einen Corona-Impfnachweis hat.

    Ich habe persönlich kein grundsätzliches Problem mit Impfungen - allerdings was mögliche Nebenwirkungen dieser in Rekordzeit entwickelten Impfstoffe betrifft, ist das Risiko letztlich höher als bei jahre- oder jahrzehntelang erprobten Impfstoffen. Wir werden aber unser "normales" Leben ohne Impfung nicht zurückbekommen, somit bleibt uns letztlich gar keine Wahl.

    Es wäre ehrlich, wenn unsere Politik nicht nur immer wieder betonen würde "es gibt keine Impfpflicht", sondern wenn sie auch sagen würde "wer nicht geimpft ist, wird auf Dauer in seiner Freiheit deutlich eingeschränkt sein". Ich fände es anständiger, das offen auszusprechen.
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  •   Queri
    (165 Beiträge)

    24.11.2020 18:58 Uhr
    .
    Warum soll Dir denn "unsere" Politik die Entscheidung einer australischen Fluglinie für Juli 2021 erklären...?
    Ist da etwa auch die Frau Merkel die Chefin?
    Wenn Du das ernst meinst und Bedenken hast, mußt Du Dich in Down Under beschweren.
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