Rheinstetten/Karlsruhe/Freiburg Spektakuläre Unfallfahrt in Karlsruhe: 48-Jähriger flieht vor der Polizei bis nach Südbaden

Eine spektakuläre Flucht vor der Polizei hat am Dienstagabend ein 48-Jähriger von Rheinstetten über Karlsruhe bis in den Raum Freiburg ergriffen. Der Tatverdächtige hatte dabei mit verschiedenen Fahrzeugen mehrere Unfälle verursacht - unter anderem auch in Karlsruhe. Nach seiner Festnahme sucht die Polizei nun Zeugen für die Vorfälle.

17.17 Uhr (Extremistischer) Hintergrund noch unklar

Bei dem 48-Jährigen, der sich gewaltsam verschiedene Fahrzeuge bemächtigt hatte, handelt es sich um einen Algerier ohne festen Wohnsitz. Das geht aus einer Pressemitteilung der Polizei Karlsruhe hervor. Hinweise, ob die Tat extremistisch motiviert war, liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht vor. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat inzwischen einen Haftbefehl gegen den Mann erwirkt. 

25.11.2020 - 14.44 Uhr 48-Jähriger hinterlässt Spur der Verwüstung

Entlang der A5 zog er eine Spur der Verwüstung hinter sich her: Ein 48-Jähriger hat am Dienstagabend unter anderem die Karlsruher Polizei auf Trab gehalten. Das erklären Staatsanwaltschaft und Polizei in einer gemeinsamen Pressemeldung. Auf seiner Flucht über die Autobahn A5 in Richtung Basel brachte er zwei Fahrzeuge in seine Gewalt. Er konnte bei einem weiteren Unfall im Raum Freiburg von Polizeikräften festgenommen werden.

Erster Unfall in Rheinstetten

Begonnen hatte alles bereits gegen 18.40 Uhr in Rheinstetten-Mörsch mit einem ersten Auffahrunfall, wobei eine beteiligte Person leicht verletzt wurde. Der Tatverdächtige flüchtete anschließend mit seinem SUV mit polnischem Kennzeichen in Richtung Karlsruhe.

Im Bereich der Karlsruher Weststadt wurden der Polizei weitere Verkehrsunfälle und Verkehrsgefährdungen gemeldet, die aktuell dem Tatverdächtigen zugeordnet werden, heißt es in der Meldung weiter. Unter anderem wurde dabei gegen 18.45 Uhr in der Kaiserallee zwischen dem Peter-und-Paul-Platz und der Klopstockstraße eine 44-jährige Radfahrerin verletzt, als der Tatverdächtige sie streifte.

Von Karlsruhe aus auf die A5

Die Frau stürzte dabei und verletzte sich. Sie wird derzeit in einem Krankenhaus behandelt. Ihren Angaben zufolge kamen ihr nach dem Unfall mehrere Personen zu Hilfe. Auf Höhe Händelstraße überschlug sich schließlich der SUV und geriet in Brand. 

Bild: Aaron Klewer / Einsatz-Report24

Der Flüchtige bedrohte eine unbeteiligte Autofahrerin und brachte unter Vorhalt eines Messers ihr Auto in seine Gewalt. Mit diesem flüchtete er wiederum und verursachte erneut einen Verkehrsunfall in der Reinhold-Frank-Straße. Anschließend fuhr er in südlicher Richtung weiter.

Seine anschließende Flucht führte laut Polizei mutmaßlich über die A5 in Richtung Basel. "Dabei kam es offenbar zu weiteren Verkehrsunfällen und Verkehrsgefährdungen. Möglicherweise hat der Täter auch auf Parkplätzen entlang der A5 versucht, weitere Fahrzeuge gewaltsam zu übernehmen."

Unfallfahrt endet nahe Riegel am Kaiserstuhl

Um 20.50 Uhr konnte der Tatverdächtige schließlich nach einem weiteren Unfall südlich der Autobahnanschlussstelle Riegel am Kaiserstuhl von Polizeikräften festgenommen werden. Zuvor hatte er bei Herbolzheim einen Lkw geraubt. Bei der Auffahrt auf die A5 soll es dann zu einem Unfall mit einem Auto mit Schweizer Zulassung gekommen sein. Dieses wurde offenbar über eine längere Strecke vom Lkw mitgeschleift. Die zwei Insassen wurden dabei verletzt.

Nach aktuellem Ermittlungsstand handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 48 Jahre alten Mann. Die Kriminalpolizei Karlsruhe hat die Ermittlungen übernommen. Derzeit werden die näheren Umstände der einzelnen Taten ergründet. Geschädigte und Zeugen der verschiedenen Unfälle sind aufgerufen, sich unter 0721/666-5555 beim Kriminaldauerdienst Karlsruhe zu melden.

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