Browserpush
10  

Magdeburg Deutschland hat gewählt: Die Ergebnisse der Bundesländer im Überblick

Dem bundesweiten Trend folgend kann die SPD auch in einigen Ländern - zum Teil sogar sehr deutliche - Zuwächse verzeichnen. Die CDU muss historische Verluste hinnehmen. Im Südwesten bleibt sie stärkste Kraft.

In den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Bremen und Rheinland-Pfalz ist die SPD in der Bundestagswahl als stärkste Kraft hervorgegangen.

In Sachsen-Anhalt hat die SPD die Bundestagswahl mit einem deutlichen Vorsprung gewonnen. Auf Platz zwei landete die CDU vor der AfD, wie die Landeswahlleiterin in der Nacht bekanntgab. Laut dem vorläufigen Ergebnis erreichte die SPD 25,3 Prozent der Zweitstimmen - ein Plus von 10,2 Prozentpunkten zu 2017. Damit holte die SPD im Land das beste Ergebnis seit 2005 und folgte dem Bundestrend.

Sachsen-Anhalt: Schlappe für Konservative

Die CDU erreichte nur 21,0 Prozent und schneidet in Sachsen-Anhalt damit so schlecht ab wie nie zuvor bei einer Bundestagswahl. Die Konservativen verlieren in Sachsen-Anhalt sechs der neun Direktmandate an SPD und AfD. Die AfD erzielte genau wie vor vier Jahren 19,6 Prozent. Stark büßten die Linken ein, die auf gerade einmal 9,6 Prozent kamen. 2017 hatte die Linkspartei mit 17,7 Prozent ein deutlich besseres Ergebnis erzielt.

Das Logo der CDU steht an der Eingangstür.
Das Logo der CDU steht an der Eingangstür. | Bild: Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Die FDP bekam 9,5 Prozent der Stimmen, nachdem sie vor vier Jahren 7,8 Prozent erreicht hatte. Die Grünen erreichten mit 6,5 Prozent ihr bestes Ergebnis im Land bisher. 2017 waren es nur 3,7 Prozent gewesen.

Auch bei den Direktmandaten musste die CDU Verluste hinnehmen: Die SPD nahm den Konservativen vier Wahlkreise ab, darunter die beiden größten Städte Magdeburg und Halle. In den Wahlkreisen Anhalt und Mansfeld mussten sich die CDU-Kandidaten den AfD-Herausforderern geschlagen geben. Damit hat die AfD erstmals bei einer Bundestagswahl Direktmandate in Sachsen-Anhalt gewonnen.

Niedersachsen: SPD, Grüne und FDP legen zu

Auch in Niedersachsen ist die SPD bei der Bundestagswahl mit deutlichen Zugewinnen die mit Abstand stärkste Kraft geworden. Bei der Wahl am Sonntag erreichten die Sozialdemokraten 33,1 Prozent der Zweitstimmen und verzeichneten damit im Vergleich zu 2017 einen Zugewinn von 5,7 Prozentpunkten. Die CDU wurde nach dem vorläufigen Endergebnis mit 24,2 Prozent auf Rang zwei verwiesen - ein Minus von 10,7 Prozentpunkten. Am kräftigsten legten die Grünen zu, die mit 16,1 Prozent (plus 7,4) auf Platz drei landeten.

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann spricht vor einem Logo seiner Partei.
Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Winfried Kretschmann spricht vor einem Logo seiner Partei. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

Einen Zuwachs gab es auch bei der FDP, die auf 10,5 Prozent kam (plus 1,2 Prozentpunkte). Die AfD kam auf 7,4 Prozent (minus 1,7), die Linke erreichte 3,3 (minus 3,7) Prozent. Die Wahlbeteiligung fiel mit 74,8 Prozent etwas geringer aus als 2017, wo sie 76,4 Prozent betrug.

Hessen: Zuwächse für SPD

In Hessen ist die SPD auch stärkste Kraft geworden. Sie erreicht nach dem vorläufigen Endergebnis des Landeswahlleiters von Montag 27,6 Prozent. Damit liegt sie 4,1 Prozentpunkte über dem Ergebnis von vor vier Jahren. Die CDU verlor deutlich und kommt auf 22,8 Prozent (minus 8,1 Punkte).

Das Logo der SPD.
Das Logo der SPD. | Bild: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

Die Grünen sind drittstärkste Kraft mit 15,8 Prozent (plus 6,1). Die FDP landet bei 12,8 Prozent (plus 1,3), die AfD kommt auf 8,8 Prozent (minus 3,1) und die Linke auf 4,3 Prozent (minus 3,8). Die Wahlbeteiligung liegt bei 76,2 Prozent und damit etwas niedriger als vor vier Jahren (77,0 Prozent).

Bremen, NRW, Rheinland-Pfalz: SPD siegt

Im Land Bremen hat die SPD ebenso gewonnen. Die Partei erhielt 31,47 Prozent der Zweitstimmen, wie die Landeswahlleitung in der Nacht auf ihrer Internetseite bekanntgab.

Die SPD hat die Bundestagswahl in Rheinland-Pfalz mit deutlichem Vorsprung vor der CDU gewonnen. Das geht aus dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hervor, das der Landeswahlleiter in der Nacht zum Montag veröffentlichte. Demnach kamen die Sozialdemokraten bei der Wahl am Sonntag auf 29,4 Prozent der Zweitstimmen.

Die Christdemokraten mussten zweistellige Einbußen hinnehmen und erreichten nur noch 24,7 Prozent. Drittstärkste Partei im Bundesland wurden die Grünen mit 12,6 Prozent vor der FDP mit 11,7 Prozent und der AfD mit 9,2 Prozent. Bei der vorherigen Bundestagswahl im Jahr 2017 war die CDU noch klar stärkste Kraft in Rheinland-Pfalz gewesen.

Olaf Scholz (M) hat auf der Wahlparty im Willy-Brandt-Haus Grund zur Freude.
Olaf Scholz (M) hat auf der Wahlparty im Willy-Brandt-Haus Grund zur Freude. | Bild: Wolfgang Kumm/dpa

Die SPD ist bei der Bundestagswahl in Nordrhein-Westfalen laut vorläufigem Endergebnis mit 29,1 Prozent der Zweitstimmen stärkste Kraft geworden. Das teilte der Bundeswahlleiter nach Auszählung aller 64 Wahlkreise mit. Die CDU erreichte am Sonntag 26,0 Prozent der Zweitstimmen, die Grünen 16,1 Prozent, die FDP 11,4 Prozent, die AfD 7,3 Prozent und die Linke 3,7 Prozent.

Schleswig-Holstein: SPD stark

Auch in Schleswig-Holstein ist die SPD mit 28,1 Prozent stärkste Kraft vor der CDU mit 22,0 Prozent geworden. Laut vorläufigem Ergebnis des Landeswahlleiters folgten am Sonntag die Grünen mit 18,4 Prozent, die FDP mit 12,5, die AfD mit 6,7, die Linke mit 3,6 und der SSW mit 3,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 81,1 Prozent höher als 2017 (76,3 Prozent).

Baden-Württemberg: CDU gewinnt trotz Verlusten

Die CDU ist auch in Baden-Württemberg auf ein Rekordtief gefallen, bleibt aber trotzdem stärkste Kraft im Südwesten.  Allein 33 Direktmandate wurden zugunsten der CDU vergeben. Nach Auszählung aller Wahlkreise am frühen Morgen lag die Landes-CDU bei 24,8 Prozent, das sind 9,6 Punkte weniger als vor vier Jahren. Die Südwest-SPD steigert sich nach dem vorläufigen Ergebnis um 5,2 Punkte und landet bei 21,6 Prozent.

Die Grünen im Land schaffen mit vier Direktmandaten und 17,2 Prozent ihr bestes Ergebnis jemals, das ist ein Plus von 3,7 Punkten. Die FDP legt auf 15,3 Prozent zu, nach 12,7 Prozent vor vier Jahren. Die AfD büßt 2,6 Punkte ein und landet bei 9,6 Prozent. Die Linke verliert 3,1 Punkte und liegt nur noch bei 3,3 Prozent.

 

Mehr zum Thema
Bundestagswahl 2021 in Karlsruhe: Hier sammeln wir alle Ergebnisse, Umfragen und Infos zur Wahl des Deutschen Bundestages am 26. September 2021 in Karlsruhe sowie zu den 15 Kandidaten aus der Fächerstadt. Außerdem: Alles Wissenswerte rund um das Wahlverfahren und den Ablauf der Bundestagswahl unter Corona-Bedingungen. Am Wahltag selbst werden hier zudem die Hochrechnungen und Ergebnisse aus Karlsruhe veröffentlicht.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Links
Rechts
Das könnte Sie auch interessieren
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (10)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   Nacional
    (622 Beiträge)

    28.09.2021 07:14 Uhr
    "Der langweiligste Typ Deutschlands"
    das ist die Meinung im Ausland über den Scholzomat zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (6765 Beiträge)

    28.09.2021 08:26 Uhr
    Wer zitiert,
    sollte die Quelle angeben. Oder ist es Ihre Erfindung?

    Wäre es mit Typen à la Trump, Johnson, Bolsonaro, Berlusconi spannender fürs Ausland? Lesen sie mal, was in den USA z.B. derzeit abgeht mit dem Trumpismus. Da freuen sie sich auf unsere "Langweiler".
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ElGringo17
    (54 Beiträge)

    27.09.2021 17:48 Uhr
    8,6 %
    8,6 Prozent der Stimmen werden nicht gewertet.

    Geile Demokratie unter dem Deckmantel 5% Hürde.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kommentar4711
    (3335 Beiträge)

    28.09.2021 08:14 Uhr
    ANTWORT AUF "8,6 %"
    Nehmen wir mal an, diese 8,6% Stimmen für Kleinstparteien würden alle in den Bundestag ziehen. Was hätte es für Konsequenzen? Zum einen hätten wir einen total aufgeblähten Bundestag. Die Basis mit 2,1% hätte rechnerisch von 72 nominellen Abgeordneten aus BaWü 1,5. Kriminell wird es mit der MLDP mit 0,1%, das entspricht dann 0,072 Abgeordneten. Um das in einer Person abbilden zu können müsste man den Bundestag von nominell 598 Abgeordneten auf 8.305 (!) Abgeordnete aufblähen. Jetzt nehmen Sie mal noch Bremen mit 2 Wahlkreisen und somit 4 nominellen Mandaten dazu, dann wird das noch mal deutlich extremer. Und dann gibt es Parteien, die ein paar Einzelstimmen haben, noch nicht mal 0,1% - noch mehr Mandatsträger, um das abzubilden. Kurzum, das kann nicht funktionieren.

    Und es ist auch nicht schlimm. Warum? Weil nicht jede Einzelmeinung im Bundestag abgebildet wird. Keine Frage, auch ich habe nicht aus Überzeugung gewählt. Aber wenn wir uns alle von einer der anderen zur Wahl angetretenen
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kommentar4711
    (3335 Beiträge)

    28.09.2021 08:14 Uhr
    Fortsetzung
    (...) Parteien so viel besser vertreten fühlen würden, dann würde diese auch über die 5% kommen. Solange das nicht der Fall ist, tut es auch nicht weh, wenn eine Partei an der Hürde scheitert.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   kommentar4711
    (3335 Beiträge)

    28.09.2021 09:36 Uhr
    Nachtrag
    Ach so, noch als Nachtrag: Außerdem gibt es ja Ausnahmen von der 5% Hürde. Jeder, der ein Direktmandat erhält, darf auf jeden Fall einziehen. Und hat eine Partei 3 Direktmandate, zieht sie auch unter 5% mit Fraktionsstärke ein, siehe jetzt zum zweiten Mal die Linken.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (6765 Beiträge)

    27.09.2021 17:59 Uhr
    Beratungs-
    resistent?
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ElGringo17
    (54 Beiträge)

    27.09.2021 18:37 Uhr
    Noch
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   kritiker_2014
    (824 Beiträge)

    27.09.2021 16:18 Uhr
    Das ist das Ergebnis von
    16 Jahren Merkel. Merkel hat die Partei weit nach links gerückt und die konservativen Werte der CDU an der
    Garderobe abgegeben. Dafür hat die CDU jetzt die Quittung bekommen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Waterman
    (6765 Beiträge)

    27.09.2021 18:08 Uhr
    Sie hat vor allem
    gerne Projekte anderer Parteien übernommen.

    Wer in der CDU dagegen aufgemuckt hat, wurde entsorgt.

    Als dann ihre Wahl der Nachfolge sich als Flop herausstellte, hat sie die Partei sich selbst überlassen. Covid hat sie genug beschäftigt.

    Ohne Führungspersönlichkeiten kam, was kommen musste: der Wähler hat das durchschaut und entsprechend gewählt.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.
ka-news-logo

Es gibt neue Nachrichten auf ka-news.de

Abbrechen