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Karlsruhe Sie ist die Nummer Zwei in Karlsruhe: Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz

Wenn das Stadtoberhaupt nicht kann, ist sie zur Stelle: Gabriele Luczak-Schwarz ist seit 1. Januar 2018 die Vertretung von Oberbürgermeister Frank Mentrup. Sie hat Erfahrung: Seit 2014 ist sie Bürgermeisterin in Karlsruhe, zuvor war sie lange Zeit im Gemeinderat tätig. Wie sieht ihr Tagesablauf aus und was würde sie gerne anders machen?

Die Stadtverwaltung besteht aus sechs Dezernaten. Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz ist für das Vierte zuständig. Dieses beinhaltet folgende Bereiche, auch Geschäftskreise genannt:

  • Finanzen und Betei­li­gun­gen
  • Wirtschaft, Wissen­schaft und Arbeit
  • Kongresse, Ausstel­lun­gen, Veran­stal­tun­gen und Tourismus
  • Versorgung, Verkehr und Hafen
  • Marktwesen
  • Grund­stücks­ver­kehr

Frau Luczak-Schwarz, wie sieht ein typischer Tagesablauf bei Ihnen aus?

"Die Aufgaben einer Finanz- und Wirtschaftsbürgermeisterin sind vielfältig. Deshalb ist jeder Tag eng 'durchgetaktet'. Zu verwaltungsinternen Terminen und Abstimmungsgesprächen sowie Sitzungen gemeinderätlicher Gremien kommen beispielsweise persönliche Gespräche mit Unternehmensverantwortlichen dazu. Regelmäßig dauern Termine bis in den Abend oder es ist die Teilnahme an einer Abendveranstaltung erforderlich."

Uhrzeit Tätigkeit
7 Uhr  
8 Uhr Chefgespräche Wirtschaft
9.30 Uhr Round table mit Marktamt und Schaustellern
10 Uhr  
11 Uhr  Jour fixe mit Stadtwerke Karlsruhe GmbH
12.30 Uhr Interview mit Pressevertretern
13.30 Uhr Mittagspause
14 Uhr Gesellschafterversammlung KSBG Karlsruher Sportstätten-Betriebs-GmbH
15 Uhr  
16 Uhr Wirtschaftsförderungsausschuss
17  Uhr  
18 Uhr  
19 Uhr  Abendveranstaltungen
20 Uhr  

 

Wieso sind Sie gerne hier Bürgermeisterin – was macht die politische Anziehungskraft von Karlsruhe gegenüber anderen Städten aus?

"Karlsruhe ist eine junge, moderne und innovative Stadt. Karlsruhe ist eine grüne Stadt mit viel Lebensqualität. Außerdem ist Karlsruhe das Zentrum der TechnologieRegion und die zweitgrößte Stadt in Baden-Württemberg. In Karlsruhe wird kräftig investiert, damit die Fächerstadt ein attraktiver Standort für Unternehmen und Fachkräfte bleibt.

Karlsruhe ist Wirtschafts- und Wissenschaftsstadt und zielgerichtet arbeiten alle verantwortlichen Akteure im Leitprojekt 'karlsruhe.digital' daran, die Fächerstadt mit ihren optimalen Voraussetzungen zum Motor der Digitalisierung zu machen."

Was war das dickste Brett, das Sie je zu bohren hatten? Was war die schwerste Entscheidung in Ihrer politischen Karriere?

"Sicherlich war der Haushaltsstabilisierungsprozess, den ich kurz nach meinem Amtsantritt im Jahr 2014 angestoßen habe, ein schwieriges Thema, das viel Fingerspitzengefühl erforderte. Viele Jahre hat mich auch beschäftigt, dass für das Gelände hinter dem Karlsruher Hauptbahnhof keine bauliche Lösung gefunden werden konnte. Erst in meiner Zeit als Bürgermeisterin konnte das jetzt entstehende wegweisende Projekt umgesetzt werden.

Auch die Entscheidung, die Stadtmarketing GmbH aufzulösen und die Aufgaben neu zu verteilen, bedurfte eines 'langen Atems' und umfassender inhaltlicher Vorbereitung. Nicht einfach war es auch, ein für alle beteiligten Akteure zufriedenstellendes Veranstaltungsstättenkonzept zu erstellen, das durch die brandschutzrechtliche Schließung der Europahalle erforderlich wurde. Damit wurde die gesamte Hallensituation in Karlsruhe analysiert und auf Kurs gebracht, um Schul- und Vereinssport, aber auch Sport- und Kulturveranstaltungen mit größtmöglicher Zuschauerbeteiligung weiterhin zu ermöglichen."

Entspricht das Amt mit den einhergehenden Aufgaben Ihren Erwartungen?

"In welchen Punkten haben sich Vorstellungen und Realität unterschieden? Durch meine Tätigkeit im Neureuter Ortschaftsrat (1995 bis 2014) und im Karlsruher Gemeinderat (2000 bis 2014) hatte ich einen guten Einblick in die Arbeit der Karlsruher Stadtverwaltung und war mit vielen Themen bereits inhaltlich vertraut.

Aufgrund meiner vorhergehenden beruflichen Tätigkeit, insbesondere in der Landesverwaltung, war mir auch die Arbeitsweise einer Verwaltung vertraut. Allerdings bin ich an der einen oder anderen Stelle überrascht, wie lange manche Entscheidungswege dauern. Umgekehrt zeigt sich durch die neue, innovative und fachbereichsübergreifende IQ-Arbeitsweise, dass komplexe Aufgabenstellungen effizient gelöst werden können."

Was würden Sie in Ihrem Dezernat gerne besser machen?

"Ich würde mir wünschen, dass ich durch das innovative und quervernetzte Arbeiten innerhalb der Stadtverwaltung große Projekte noch schneller und kundenorientierter verwirklichen könnte. Indem man sich von bisherigen Hierarchien löst, können Meilensteine fachbereichsübergreifend entwickelt und zielgerichtet vorangetrieben werden. Ein Grundanliegen ist mir auch, dass wir verstärkt papierlos arbeiten und so die digitalen Möglichkeiten besser nutzen."

Was möchten Sie in Ihrer Amtszeit unbedingt noch erreichen beziehungsweise umsetzen?

"Ich möchte, dass wir zwischen Verwaltung und Politik weiterhin einen engen Kontakt pflegen und es insbesondere im Bereich der Finanzen über Parteigrenzen hinweg gelingt, einen genehmigungsfähigen Haushalt zu verabschieden. Ich wünsche mir, dass begonnene Projekte zu Ende geführt werden und Karlsruhe als Messe- und Kongressstandort, als Tourismusdestination sowie als Motor der Digitalisierung weiter gestärkt wird.

Und natürlich will ich auch künftig mit kreativen Ideen daran arbeiten, dass Karlsruhe sich als starker Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort und damit als attraktiver Investitionsstandort weiter etabliert."

Lesen Sie morgen: Einblick in Dezernat 5 - wie sieht der Tagesablauf von Bürgermeisterin Bettina Lisbach aus? Was war das dickste Brett, das sie je zu bohren hatte und was würde sie in ihrem Dezernat gerne anders machen?

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