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Karlsruhe Corona-Virus breitet sich in Seniorenheimen aus: "Eine Entwicklung, die uns sehr große Sorgen macht"

Die Zahl der Corona-Infizierten nimmt weiter zu. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, in zwei Seniorenheimen in Friedrichstal und Blankenloch sind insgesamt 31 Bewohner erkrankt. "Das ist eine Entwicklung, die uns sehr große Sorgen macht", sagt Landrat Christoph Schnaudigel.

"Das Virus macht auch vor Kontaktsperren oder Patientenverlegungen nicht Halt", so der Landrat in einem Video-Statement über die Situation in den Pflegeeinrichtungen. "Die Menschen leben hier auf engem Raum zusammen, die Ansteckungsherde liegen sehr nahe beieinander." Da auch Pfleger dieser erhöhten Infektionsgefahr ausgesetzt sind, "müssen wir leider von einer steigenden Anzahl von Infektionen in den Pflegeeinrichtungen ausgehen", so Schnaudigel.

"Die weitaus größte Anzahl der Menschen hält sich an die Verordnung"

Das bedeute auch, dass die Krankenhäuser sich auf Dauer auf einen größeren Zustrom an Patienten einstellen und damit mehr stationäre Betten einrichten müssen. "Es ist daher ganz wichtig, dass die Kliniken eng mit uns zusammenarbeiten, ihre Beatmungskapazitäten weiter ausbauen und mit den Heimbetreibern für weitere Vorsichtsmaßnahmen in einem engen Kontakt stehen."

Für den Rest der Bevölkerung gelte weiterhin, die Maßnahmen der Corona-Verordnung zu beachten. "Es ist aber ganz wichtig, dass man nochmal betont: Die weitaus größte Anzahl der Menschen hält sich daran", sagt der Landrat. Diejenigen, die das nicht tun, werde man aber umso strenger bestrafen.

Lage ist weiterhin sehr angespannt

"Es ist unser großer Wille und Ziel, die, die sich nicht an die Verordnung halten, mit Bußgeldern zu ahnden. Das gilt für Verstöße im Freien, aber auch für Treffen im privaten Raum."

Neben Feiern in Garagen hätten laut Schnaudigel so auch Partys in abgedunkelten Kneipen aufgelöst werden müssen. "Das geht natürlich gar nicht, das kann auch zu Verlust der Konzession führen!"

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel (Landratsamt Karlsruhe) hält seine Rede.1
Landrat Dr. Christoph Schnaudigel (Landratsamt Karlsruhe) hält seine Rede.1 | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

So bleibt die Lage nach Ansicht des Landrats auch "weiterhin sehr angespannt". "Die Fallzahlen steigen - vielleicht nicht so exponentiell, wie in den schlimmsten Szenarien gedacht, aber sie steigen", sagt er. Die weitere strikte Reduzierung der sozialen Kontakte sei deshalb das höchste Ziel. "Nur so können wir die Zustände, wie sie in anderen Ländern aktuell leider herrschen, vermeiden."

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Corona-Virus in Karlsruhe: Der Corona-Virus breitet sich aus: Alle Zahlen der Infizierten, Schutzmaßnahmen, Absagen von Veranstaltungen und weitere Informationen für Karlsruhe und die Region in diesem Dossier.
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  •   Beiertheimer
    (1108 Beiträge)

    02.04.2020 14:57 Uhr
    Wenn ich mir die aktuelle Entwicklung
    anschaue dann kommt mir der Gedanke das der Schutz der Bewohner in Seniorenwohnheimen nicht das Gelbe vom Ei ist.
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  •   Dalli_Klick
    (440 Beiträge)

    02.04.2020 16:24 Uhr
    Ich komme eher
    zu dem Ergebnis, dass dieses Virus wirklich so leicht übertragbar ist, dass ein echter Schutz kaum möglich ist. Es sei denn, jeder bekommt einen luftdichten Schutzanzug.

    So schlimm das für die Risikogruppe ist, aber für die Gesamtbevölkerung werte ich das eher als gutes Zeichen. Weil es viel mehr Infektionen gibt als angenommen. Aber fast alle ohne Erkrankung.
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  •   barheine
    (264 Beiträge)

    02.04.2020 09:12 Uhr
    Eine Infektion heißt für alte Menschen allerdings auch nicht das sichere Ende. In Italien haben fast 87 Prozent der über 80-jährigen ihre Infektion überlebt. Bei den über 70-jährigen waren es sogar fast 94 %. Solche Botschaften kommen mir in Politik und Medien derzeit einfach zu kurz.
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  •   Iglaubsnet
    (715 Beiträge)

    02.04.2020 14:38 Uhr
    Die Medien
    leben von der Panik, von der Angst, von der Gier nach Spektakel, fast keine seriöse Berichterstattung mehr.
    Was genaues weiss man noch nicht bzw. nicht genügend und alle müssen was berichten. Die Jagd nach Auflage, Seitenaufrufe lässt alles im Nebel des Ungewissen.
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  •   Iglaubsnet
    (715 Beiträge)

    02.04.2020 14:44 Uhr
    Was fehlt
    sind Informationen zu Gesamtinfektionen (es werden nur die gezählt, die sich an die Mediziner gewendet haben und positiv sind). Als nächstes erhalten wir keine Zahlen, über die tägliche bzw. wöchentliche Veränderung, nur immer absolute Zahlen.
    Das ist in der Schweiz anders, da bekommt man die Veränderung zum Vortag und ein Delta 7 Tage in Prozent, das für jeden einzelnen Kanton.
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  •   Oitastisch
    (109 Beiträge)

    02.04.2020 01:51 Uhr
    Die Regierung hat Sorgen?
    Der Landrat Christoph Schnaudigel macht sich also Sorgen über die steigenden Fallzahlen? Welche Fallzahlen meint der Herr denn eigentlich damit? Vielleicht die: Im Jahre 2018 starben allein in Pflegeheimen bundesweit rund 900 Menschen täglich (Quelle: Statistisches Bundesamt). Die Sterbezahlen konzentrieren sich vor allem auf die Wintermonate. Seit Jahrzehnten hofft man in der Pflege auf bessere Arbeitsbedingungen, das statt einer Refinanzierung des Betriebes der Mensch im Vordergrund steht und bessere Bezahlung. Ich denke die Politik schlägt hier einen tollen Weg ein, indem man im Namen von "Corona-Schutzmaßnahmen" das überlastete Gesundheitswesen als Schild missbraucht, um den Bürgern ein desinteressiertes "Danke" in den Mund zu legen, während man die Grundrechte beseitigt, Existenzen durch geschlossene Betriebe ruiniert und die Pflegeheimbewohner in Isolation und Vereinsamung verbannt. Herr Schnaudigel, wie wäre es noch mit staatlich verordneten Antidepressiva für die Pfleger/innen?
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  •   Route66
    (2411 Beiträge)

    01.04.2020 19:43 Uhr
    Furchtbar
    Pflegekräfte, die nicht die nötige Ausrüstung haben, alte Menschen die noch mehr als sonst alleine und isoliert sind...und sie können vor ihrem Tod noch nicht mal mehr ihre Angehörigen sehen. In Italien sagen sie: eine ganze Generation stirbt.
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