Stuttgart/Karlsruhe Prozess um möglichen Eiszeit-Anschlag in Karlsruhe: Verteidiger fordert Freispruch

Im Winter 2017 soll ein mutmaßlicher Anhänger der Terrormiliz IS einen Anschlag mit einem Lastwagen auf die Karlsruher Eisbahn geplant haben. Die Bundesanwaltschaft hat nach mehr als zwei Jahren Prozess eine hohe Strafe gefordert. Nun plädiert die Gegenseite.

Dienstag

09:05Verteidiger plädiert auf Freispruch

Am Montagabend kam erste Bewegung in den Prozess: Für den schweren Vorwurf des Gerichts gebe es nach mehr als zwei Jahren Prozess aus Sicht von Verteidiger Marc Jüdt keine Beweise, weshalb sein Mandant in diesem Punkt freigesprochen werden müsse. Allerdings habe der mit Islamisten gechattet. Hier sei die entscheidende Frage, welche Absicht dahintersteckte, sagte Jüdt am Montag nach der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Stuttgart.

Der Angeklagte sitzt seit fast drei Jahren in Untersuchungshaft und war zuvor im Irak zwei Monate lang in Haft. Die Strafe für die Chats könne nur niedriger ausfallen, so dass sein Mandant freigelassen werden müsse, sagte Jüdt weiter.

Die Anklagebehörde hatte vergangene Woche auf eine Freiheitsstrafe von acht Jahren und drei Monaten plädiert. Die in Erbil verbüßte Haftzeit von Mitte August bis Mitte Oktober 2016 solle dabei doppelt angerechnet werden. Das Gericht will sein Urteil am 2. Dezember verkünden.

Montag

02:55Angeklagter "praktiziere Mitmenschlichkeit"

Für mutmaßliche Anschlagspläne auf die Karlsruher Eislaufbahn in der Vorweihnachtszeit 2017 will die Bundesanwaltschaft einen möglichen islamistischen Terroristen lange hinter Gittern sehen. Der Anklagevertreter hatte vergangene Woche am Oberlandesgericht Stuttgart auf eine Freiheitsstrafe von acht Jahren und drei Monaten plädiert.

Am Montagmorgen hat der Verteidiger das Wort. Er hatte zu Beginn des Verfahrens vor mehr als zwei Jahren die Unschuld seines damals 29-jährigen Mandanten beteuert. Der soll nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt Ende 2016 mit zwölf Toten geplant haben, in ähnlicher Weise ein Jahr später einen Lastwagen in die Stände an der Eisbahn in Karlsruhe zu steuern und so viele Menschen umzubringen.

Angeklagter sei "nie ein gewaltbereiter Islamist gewesen"

Der Verteidiger hatte beim Prozessauftakt gesagt, der in Freiburg geborene Deutsche kurdischer Herkunft sei nie ein gewaltbereiter Islamist gewesen, praktiziere Mitmenschlichkeit und liebe die Freiheit und die Demokratie.

Die Bundesanwaltschaft ging laut einem Gerichtssprecher bei ihrer Strafforderung von der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung, konkret des sogenannten Islamischen Staats (IS), in sechs Fällen und in einem weiteren Fall von der Mitgliedschaft im IS aus. Darin sei der Plan mit erfasst, einen Anschlag auf die Stände rund um die Eisfläche auf dem Karlsruher Schlossplatz zu begehen. Der Prozess soll nach bisheriger Planung am 2. Dezember enden.

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