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Karlsruhe Polizei-Großkontrolle in Berghausen: Beamten überprüfen Lkw-Verbot - doch das ist nicht das Hauptproblem

Seit 2015 gilt auf den Straßen der Gemeinde Berghausen im Pfinztal ein Durchfahrtsverbot für Lkw, zu groß war die tägliche Verkehrslast für den Ort. Damit das Verbot auch eingehalten wird, hat die Verkehrspolizei Karlsruhe gemeinsam mit dem Revier aus Durlach am Mittwochmittag in Berghausen zwölf Lkw einer Kontrolle unterzogen. Dabei hat sich aber gezeigt: Das Durchfahrtsverbot ist nicht das größte Problem.

Die B293, die durch Pfinztal-Berghausen führt, ist seit jeher ein Sorgenkind: Ein seit Jahren hohes Verkehrsaufkommen hat auch die Lärm- und Schadstoffbelastung stetig zunehmen lassen. Verschärft wird die Situation noch zudem durch einen hohen Anteil an Schwerlastverkehr. Um den zu verringern, wurde im Jahr 2015 ein Durchfahrtsverbot verhängt: Lkw über zwölf Tonnen dürfen nicht mehr durch Berghausen fahren, außer sie haben eine Ausnahmegenehmigung. 

"Wir wollen das Bestmögliche für die Pfinztaler erreichen"

Unter anderem diese hat die Polizei am Mittwoch in einer dreistündigen Kontrollaktion geprüft. "Wir wollen das Bestmögliche für die Pfinztaler, die sehr unter der Verkehrslast leiden, erreichen", so Martin Plate, Leiter der Verkehrspolizei Karlsruhe.

Aber nicht nur das Durchfahrtsverbot, auch auf technische Mängel, die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sowie die Ladungssicherung haben die 15 bis 20 Beamten an diesem Tag ein geschultes Auge. Bereits kurz nach Beginn der Kontrolle ziehen die Polizisten einen bulgarischen Lkw heraus. Beamte auf Motorrädern eskortieren ihn zum Parkplatz der Kulturhalle in Berghausen, wo die Kontrolle stattfindet.

Ein Polizeibeamter auf einem Motorrad bringt einen Lkw-Fahrer zur Kontrolle auf dem Parkplatz der Kulturhalle Berghausen. | Bild: Ingo Rothermund

Die Beamten kontrollieren zuerst den digitalen Fahrtenschreiber. "Da können wir ablesen, ob die Lkw-Fahrer die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten eingehalten haben", sagt der Polizeibeamte Oliver Broschak im Gespräch mit ka-news.de. Die maximale tägliche Lenkzeit beträgt neun Stunden. "Zwei Mal in der Woche dürfen die Fahrer zehn Stunden am Tag hinter dem Steuer sitzen", so Broschak. 

Lenkzeiten zwei Mal missachtet

Und tatsächlich: Zwei Mal hat der Bulgare die Lenkzeiten missachtet. "Es handelt sich hierbei zwar nur um wenige Minuten, dennoch wird hierbei ein Bußgeld von jeweils 30 Euro fällig", sagt Oliver Broschak. 

Oliver Broschak überprüft mithilfe eines digitalen Systems die Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers. | Bild: Ingo Rothermund

Als nächstes geht es an die Kontrolle der Ladungssicherung: Ohne Diskussion öffnet der bulgarische Lkw-Fahrer die Tür seines Anhängers und lässt die Beamten einen Blick hineinwerfen. Diese haben nichts zu beanstanden: "Alles soweit gesichert", sagt Polizist Broschak zu seiner Kollegin Sandra Hock. 

Polizeibeamter Oliver Broschak mit prüfendem Blick auf die zu transportierende Ware. | Bild: Ingo Rothermund

Im Anschluss wird das Fahrzeug weiter auf mögliche technische Mängel überprüft. Mithilfe einer kleinen Taschenlampe leuchtet der Polizist unter anderem die Räder und die Bremsen aus - auch hier  alles in Ordnung, eine Ausnahmegenehmigung für die Durchfahrt durch Berghausen ist ebenfalls vorhanden. Der Bulgare darf seine Fahrt fortsetzen. "Für eine intensive Kontrolle eines Fahrzeugs benötigen wir im Schnitt rund 40 Minuten", sagt Martin Plate, Leiter der Verkehrspolizei.

Oliver Broschak und seine Kollegin Sandra Hock bei der Überprüfung des Lkw. | Bild: Ingo Rothermund

"Fahrzeuge sind eine Gefahr für sich und andere"

Auch wenn bei diesem konkreten Fall keine gravierenden technischen Mängel festgestellt worden sind - das ist laut Plate leider nicht die Regel. Besonders abgefahrene Reifen oder Bremsen müssen die Beamten immer wieder feststellen.

"Mit solchen Mängeln sind die Fahrzeuge nicht nur eine Gefahr für sich selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer", sagt er gegenüber ka-news.de. "Viele Fahrzeuge bringen wir in eine Werkstatt, um die Mängel zu beseitigen. Es kommt auch nicht selten vor, dass Fahrzeuge komplett stillgelegt werden müssen", sagt der Leiter der Verkehrspolizei.

Technische Mängel öfter zu beanstanden als Verstoß gegen Durchfahrtsverbot

Das spiegelt auch die Bilanz der Kontrolle am Mittwoch wider. Zwölf Lkw haben die Polizisten in drei Stunden überprüft. Bei dreien davon musste die Ladungssicherung beanstandet werden und an sechs Fahrzeugen wurden technische Mängel festgestellt. Ein Sattelzug musste nach Durchführung eines Gutachtens stillgelegt werden, da sich der Stoßdämpfer eines Rades bereits von der Achse gelöst hatte. Neun Fahrer müssen mit einem Bußgeld rechnen, da sie während der Fahrt telefoniert haben oder nicht angeschnallt waren.

Leiter der Verkehrspolizei Karlsruhe.
Leiter der Verkehrspolizei Karlsruhe. | Bild: Ingo Rothermund

Ein Verstoß gegen das bestehende Durchfahrtsverbot war hingegen nur ein Mal zu verzeichnen - dem Fahrer droht nun ein Bußgeld von bis zu 100 Euro. "Es wird nur selten ein Vergehen gegen das Durchfahrtsverbot festgestellt. Der überwiegende Teil der Fahrer hat eine Berechtigung, die Bundesstraße zu befahren", sagt Martin Plate. Dennoch: "Wir kontrollieren auch weiterhin und nehmen die Sorgen und Nöte der Bürger ernst." 

Umfahrung Berghausen kommt

Um eine dauerhafte Lösung für das erhöhte Verkehrsaufkommen zu finden, soll Berghausen - wie auch der Nachbarort Jöhlingen - mit einer Ortsumfahrung entlastet werden. Das Planfeststellungsverfahren soll voraussichtlich noch im Jahr 2020 eingeleitet werden. Kostenpunkt für das Bauvorhaben: 22,2 Millionen Euro.

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  •   freigeist
    (599 Beiträge)

    21.05.2020 20:45 Uhr
    Warum gibt es überhaupt noch ein Durchfahrverbot
    wenn so viele Ausnahmegenehmigungen verteilt werden.Eigentlich dürften dort nur noch die Silozüge vom und zum Zementwerk fahren dürfen. Dieses Verbot ist doch wieder nur eine amtliche Lachnummer.
    Auch dürfte es gerne öfter solche Kontrollen geben da die Anzahl der LKW auf dieser Strecke täglich bestimmt dreistellig ist.
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  •   Freigeist1
    (1308 Beiträge)

    21.05.2020 23:42 Uhr
    ....weil sonst nicht 100
    sondern 1.000 durchfahren würden.
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  •   freigeist
    (599 Beiträge)

    22.05.2020 12:48 Uhr
    Dreistellig kann auch mehr wie 100 sein
    im Übrigen bin ich einige Monate genau diese Strecke mehrmals am Tag gependelt und immer waren auch LKW unterwegs,von Berghausen bis zur B35 bei Bretten oder in die andere Fahrrichtung,ebenso waren es bestimmt nicht immer die gleichen LKW.
    Und da haben dann wohl alle eine Ausnahmegenehmigung ?Wenn die Strecke durchgefahren wird wofür und warum überhaupt?
    Die einzigen Ausnahmen dürften Anlieferer sein oder eben der Verkehr zum oder ab dem Zementwerk.
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  •   Freigeist1
    (1308 Beiträge)

    23.05.2020 12:12 Uhr
    Ich glaube, es gibt im Pfinztal
    schon noch weitere Unternehmen mit Lkw-Verkehr... Lebensmittelanlieferung, Betriebe in den Industriegebieten, Baustellen, etc.
    Wenn Du's besser weißt als die Polizei, solltest Du denen Tipps und Hilfe anbieten.
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  •   freigeist
    (599 Beiträge)

    23.05.2020 18:24 Uhr
    Diese Straße wird wohl mehr als Abkürzung benutzt anstatt zur Anlieferung.
    Da ich einige Monate das "Vergnügen" hatte diese Strecke zu fahren konnte ich schon feststellen das sehr viele LKW direkt von der Anschlussstelle Khe Nord bis Berghausen und dann die Abkürzung bis zur B35 bei Bretten genommen haben und anschließend die auf die B10 Richtung Stuttgart gefahren sind und das hat mal absulut überhaupt nichts mit Amlieferverkehr zu tun. Ich kenne die Strecke schon über 40 Jahre und kann schon unterscheiden zwischen nutzlosen Verkehr und Anlieferung.
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  •   Schattegustl
    (158 Beiträge)

    21.05.2020 13:05 Uhr
    Effektiv
    Noch mal zum Mitschreiben: 15 bis zwanzig Beamte haben in 3 stunden 12 LKWs angehalten?!
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  •   kunvivanto
    (169 Beiträge)

    21.05.2020 15:27 Uhr
    So eine Kontrolle ist mehr als nur kurz hingucken.
    "Für eine intensive Kontrolle eines Fahrzeugs benötigen wir im Schnitt rund 40 Minuten".
    Macht in 3h etwa 4 Fahrzeuge je Gruppe, mussten die Polizisten also 3 "Gruppen" bilden. Macht 5-6 Leute pro Gruppe, incl. die Rauswinker und Eskorten.
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