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Karlsruhe OB-Wahl in Karlsruhe: Briefwahl beliebt wie noch nie - 70.000 Anträge sind Rekord!

Am Sonntag, den 6. Dezember, findet die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe statt. Doch zu Zeiten von Corona ist diese Wahl alles andere als gewöhnlich. Der Grund: Wegen der Pandemie werden nicht nur die Urnenwahlbezirke anders verteilt oder gar ganz aufgelöst - auch das Briefwahlverfahren hat infolgedessen einen immensen Anstieg erfahren. Insgesamt 70.000 Anträge gingen inzwischen bei dem neuen Briefwahlbüro in der Kriegsstraße ein, Tendenz steigend. Denn: Bis Freitag, den 4. Dezember, 18 Uhr, können die Bürger noch ihre Briefwahlunterlagen am Schalter abholen.

Seit Montag, den 16. November, ist der Briefwahlverkehr an einem Ort zentriert: Dem neuen Briefwahlbüro in der Kriegsstraße 100. Hier werden sämtliche Anträge zur Briefwahl angenommen und weiter bearbeitet, um dem erhöhten Bedarf an Briefwahl entgegenzuwirken. 

Geordneter Ablauf

So mancher würde da denken, dass die Mitarbeiter des neuen Briefwahlbüros im Chaos versinken. Tatsächlich scheint aber das Gegenteil der Fall zu sein: Alles erscheint geordnet und gut organisiert. Selbst in der letzten Woche bevor die Auszählungen stattfinden. Aber wie?

Bild: Verena Müller-Witt

Zunächst einmal wurde die Briefwahl bereits vor Wochen als gute Alternative zu den klassischen "Urnengängen" beworben. Ein Umstand, den die Mitarbeiter sehr begrüßen. So konnten rund drei Viertel aller Anträge per E-Mail an das Briefwahlbüro von Karlsruhe gesendet und weiter bearbeitet werden.

Erst jetzt, in der letzten Woche vor der Stimmenauszählung, ist ein vermehrter Anstieg im Büro selbst zu beobachten - da die Online-Antragstellung seit Dienstag wegfällt.

Zwei Drittel der Bürger stimmen per Briefwahl ab

"Das liegt daran, dass wir die rechtzeitige Lieferung der Unterlagen nicht mehr gewährleisten können", erklärt Alexander Süß, einer der Leiter des Briefwahlbüros.

"Wir haben den Menschen von vornherein empfohlen, die Unterlagen online zu beantragen. Jetzt, wo das nicht mehr geht, raten wir zu einer persönlichen Beantragung vor Ort. Dann sind die Unterlagen auch noch rechtzeitig da", so Süß weiter.

Alexander Süß ist einer der Leiter des Briefwahlbüros. | Bild: Verena Müller-Witt

Es gilt jedoch zu Berücksichtigen: Nur fünf Personen können ihre Briefwahlunterlagen gleichzeitig im Schalterbereich beantragen. Kein leichtes Unterfangen, wenn pro Tag zwischen 100 und 120 Personen das Büro aufsuchen wollen.

Deshalb warnt die Stadt Karlsruhe auch auf ihrer Website, dass es zu Wartezeiten vor dem Gebäude kommen kann.

Briefwahl schon vor Covid-19 sehr beliebt

"Ein absoluter Rekord", erklärt Süß. Dennoch: Dass die Tendenz zur Briefwahl immer weiter steigt, war bereits in den letzten Jahren absehbar, ohne Covid-19.

"Vor zirka 10 Jahren haben rund 10 bis 15 Prozent das Briefwahlverfahren genutzt, bei den Bundestagswahlen 2017 oder auch bei den letzten Kommunalwahlen lag der Wert bereits bei rund 30 Prozent", so der Büroleiter im Gespräch mit ka-news.de.

Eine Anleitung zum richtigen Zurücksenden liegt den Briefwahlunterlagen bei | Bild: Verena Müller-Witt

Die exakte Quote, um wie viel Prozent die Briefwahl durch Corona zugenommen habe, ließe sich aber erst nach dem Wahlgang ermitteln. Süß geht aber davon aus, dass bis Donnerstag, den 3. Dezember, rund 70.000 Briefwahlanträge zusammenkommen werden. Das macht zirka zwei Drittel aller abgegebenen Stimmen aus.

Insgesamt 540 Wahlhelfer

Um den Ansturm an Personen im Griff zu haben, wurde das sonst 350-Mann starke "Briefwahl-Team" nochmal um 200 Personen aufgestockt. Zusätzliche Tricks - wie personalisierte Barcodes - tragen ebenfalls zu einem reibungslosen Ablauf bei.

Andreas Pallo, einer der Leiter des Briefwahlbüros in Karlsruhe | Bild: Verena Müller-Witt

"Wir haben einen sehr breiten Pool an Wahlhelfern", ergänzt Andreas Pallo, ein anderer Briefwahlbüro-Chef in der Kriegsstraße. "Zwar kamen nach dem 2. Lockdown einige Absagen rein, aber trotzdem haben wir noch genügend Wahlhelfer, um den Andrang der Anträge zu stemmen."

Das passiert nach meinem Antrag

Aber: Wie genau sind die Arbeitsabläufe in der Kriegsstraße? Nachdem der Antrag gestellt wurde, wird jeder Antragsteller mit einem Barcode versehen. Dieser wird dann auch auf die Unterlagen gedruckt, sodass nicht jede Person einzeln im System angelegt oder aufgerufen werden muss. Auch die Wahlbezirksnummer ist nun auf dem vorderen Teil des Umschlages gedruckt.

Das spart wertvolle Arbeitszeit und hilft bei der späteren Wahl-Analyse nach Stadtgebieten.

Die Briefwahlbezirke wurden für die Oberbürgermeisterwahl aufgestockt. Doch es gibt nur ein Briefwahlbüro, in dem die Anträge gestellt werden können. | Bild: Verena Müller-Witt

Anschließend wird das Ausgedruckte eine Sitzreihe nach hinten verlagert und von anderen Wahlhelfer-Kollegen verpackt. Anschließend kommen die Umschläge zur Post, werden von den Antragstellern ausgefüllt und danach an die jeweiligen Briefwahlbezirke geschickt. 

Und wann ist dann auch für das Briefwahlbüro Feierabend? "Bis Freitag, 18 Uhr haben wir noch geöffnet", erklärt Pallo im Gespräch mit ka-news.de. "Außer es gibt Neuwahlen. Dann haben wir nochmal zwei Wochen lang geöffnet."

 

Mehr zum Thema
Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe: Ergebnisse und Infos zur OB-Wahl 2020 in Karlsruhe. Außerdem: Umfragen und alles zu den Oberbürgermeisterkandidaten. Im Dossier erklären wir zudem das Wahlverfahren und den Ablauf der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe am 6. Dezember 2020. Am Wahltag werden hier außerdem die Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe veröffentlicht. Im Vorfeld der Wahl waren alle Kandidaten für ein Video-Interview in unserer Redaktion zu Gast. Die Übersicht zu allen Kandidaten und den Videos findet ihr hier.
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  •   FCKSUV
    (580 Beiträge)

    03.12.2020 16:50 Uhr
    Sehr bequem,
    mache ich ab jetzt immer so.
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  •   kritiker_2014
    (637 Beiträge)

    03.12.2020 11:10 Uhr
    Außer es gibt Neuwahlen
    Die wird es geben weil der jetzige OB Mentrup keine 51% bekommen wird.
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  •   Queri
    (166 Beiträge)

    03.12.2020 15:07 Uhr
    '
    wie viel % hatte die CDU nochmal bei der Kommunalwahl...?
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  •   kommentar4711
    (2850 Beiträge)

    03.12.2020 15:16 Uhr
    ANTWORT AUF ""
    Und? zum einen ist es eine Personenwahl, zum anderen stellt die stärkste Fraktion keinen Kandidaten.
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  •   andip
    (10785 Beiträge)

    03.12.2020 12:04 Uhr
    Hellseher?
    Oder wieso so sicher?
    Ausserdem wären es Stichwahlen und keine Neuwahl.
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  •   kritiker_2014
    (637 Beiträge)

    03.12.2020 13:29 Uhr
    wiso?
    bei der letzten OB Wahl hat er 55% bekommen.
    Das wird diesmal nicht so sein weil es im Gegenteil zur letzten Wahl noch 5 Mitstreiter gibt die ihm Stimmen
    wegnehmen werden.Und ob es nu Neu-oder Stichwahl heisst ist letzten endes egal.
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  •   Kommentar
    (336 Beiträge)

    03.12.2020 20:37 Uhr
    Nein, nicht egal.
    Bei einer Stichwahl treten nur die stärksten (beiden) Kandidaten gegeneinander an.

    Bei einer Neuwahl wird von vorne neu gewählt. Dann kann es wieder mehr Gegenkandidaten geben.
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  •   kritiker_2014
    (637 Beiträge)

    04.12.2020 00:44 Uhr
    Nein, nicht egal
    Falsch !
    Lese Deine Wahlbenachrichtigung mal richtig durch.
    "Die Wahl findet am Sonntag, 06.12.2020, von 8 bis 18 Uhr statt.
    Falls kein Bewerber/keine Bewerberin mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält, findet
    am Sonntag, 20.12.2020, von 8 bis 18 Uhr eine Neuwahl statt, bei der die höchste Zahl
    der Stimmen entscheidet.
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  •   kommentar4711
    (2850 Beiträge)

    03.12.2020 14:16 Uhr
    letzte Wahl
    Ich kenne sogar CDU-Mitglieder, die Wellenreuther nicht als OB haben wollten. Im Moment bin ich mal sehr gespannt. Ich bin mir relativ sicher, dass Mentrup keine 55% mehr bekommt. Gründe dafür gibt es ja genug. Die Aufteilung unter den 6 Kandidaten finde ich aber schwer bis unmöglich zu beurteilen. Zumal, wenn man sieht wie es in Stuttgart ausgegangen ist. Ich hoffe, dass Schmidt und Schulz unter 2% bleiben und keine Rolle spielen. Wie viele Stimmen Lorenz und Nehlig bekommen, keine Ahnung. Können 2% sein, können aber auch 15% werden. Und in wie weit Mentrup einen Bonus als Amtsträger hat oder eben einen Malus aufgrund seiner Amtsführung, ich bin mir unsicher. Bin sehr auf Sonntagabend gespannt. Und mich würde interessieren, ob die Grünen immer noch der Meinung sind, dass es richtig war, zumindest in der ersten Runde auf keinen eigenen Kandidaten zu setzen.
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  •   ALFPFIN
    (7492 Beiträge)

    03.12.2020 16:23 Uhr
    Frau Lorenz
    wirbt bei uns hier mit einem Plakat
    und dem Schlagwort "Fairänderung" für Karlsruhe
    Das ist ja noch schlimmer als denglisch.
    Da wird geworben mit Einhörnern, mit Fairänderung, da fällt mir nichts dazu ein. Die AFD kommt auch nicht in Frage.
    Ich habe nur ein paar Minuten zum Wahllokal, bis dahin muss mir was einfallen.
    Die "innerliche" Ausrede, Wellenreuther will ich nicht, dann halt der andere, die fällt auch weg.
    Es wird ein Verlegenheitskreuzle, die Auswahl ist arg zusammengeschrumpft.
    Aber ich geh wählen, Bürgerpflicht. 😊
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