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Johannesburg Erstmals in Südafrika entdeckt: Weltweite Sorge vor neuer Corona-Supervariante

Bisher grassiert die Corona-Delta-Variante in Europa. Jetzt verbreitet sich in Südafrika eine Variante, die weit schlimmer sein könnte. Deutschland erklärt das Land zum Virusvariantengebiet. Die Ausbreitung einer neuen möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus im südlichen Afrika hat international Besorgnis ausgelöst.

Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein könnte. Die derzeit verfügbaren Corona-Impfstoffe sind nach Ansicht eines britischen Experten "fast sicher" weniger effektiv. Das sagte James Naismith, Professor für Strukturbiologie an der Universität Oxford, in der Radiosendung BBC 4 Today.

Sommer am Strand von Cape Vidal: Südafrika ist in den europäischen Wintermonaten ein oft gebuchtes Reiseziel.
Sommer am Strand von Cape Vidal: Südafrika ist in den europäischen Wintermonaten ein oft gebuchtes Reiseziel. | Bild: Michael Zehender/dpa-tmn

Ob die Variante auch leichter übertragbar sei, könne anhand der vorliegenden Daten bislang noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. "Wir vermuten das und es gibt einige frühe Daten", fuhr Naismith fort. Sollte sich eine leichtere Übertragbarkeit bestätigen, sei es unvermeidlich, dass die Variante auch nach Großbritannien gelange, so der Experte weiter.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) ist die neue Variante bisher noch nicht in Deutschland entdeckt worden. "Bis halb 10 ist mir nicht bekannt, dass in Europa oder in Deutschland diese Variante bislang gefunden wurde", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Zugleich betonte er: "Wir sind tatsächlich in sehr großer Sorge."

Spahn: "Wir bleiben vorsichtig"

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief alle Menschen, die in den vergangenen Tagen aus Südafrika nach Deutschland gekommen sind, dazu auf, sich mit einem PCR-Test auf das Virus testen zu lassen.

Bild: Hammer Photographie

Großbritannien und Israel schränkten deswegen vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein. Spahn kündigte auf Twitter an, Deutschland werde unter anderem Südafrika zum Virusvariantengebiet erklären. "Mit Inkrafttreten heute Nacht dürfen Fluggesellschaften nur noch Deutsche nach Deutschland befördern", schreibt er. "Wir bleiben bei der Einreise vorsichtig."

Auch die EU-Kommission will Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU auf ein absolutes Minimum beschränken. Die Brüsseler Behörde werde den EU-Staaten vorschlagen, die dafür vorgesehene Notbremse auszulösen um den Luftverkehr auszusetzen, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht bereits, ob B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft werden muss. Das sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove in einem Briefing. Es werde dabei auch untersucht, inwieweit die Variante Folgen für die Diagnostik, Therapien und die Impfkampagnen habe.

Die WHO hat für die unterschiedlichen Corona-Variante mehrere Kategorien. Eine davon ist die Kategorie "Variant of Concern", auf deutsch "besorgniserregende Variante." Eine der "Variants of Concern" ist etwa die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus. Zu den Merkmalen einer solchen Variante kann etwa gehören, dass sie nachgewiesenermaßen die Übertragbarkeit des Coronavirus erhöht hat.

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Kommentare (22)
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  •   Beiertheimer
    (1397 Beiträge)

    26.11.2021 13:20 Uhr
    Wann ist die Frage
    nicht ob.
    Zumindest hat man schnell reagiert. Jetzt muss nur noch die EU mitziehen und auch die Schweiz.
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  •   Gevatter
    (731 Beiträge)

    26.11.2021 14:44 Uhr
    Hat sich fast schon erledigt.
    Schon ein Fall in Belgien, Hongkong aktenkundig. In dem Link von Tom1966 sieht man, wie rasant die Infektionszahlen im Gegensatz zu Delta ansteigen.
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  •   Gevatter
    (731 Beiträge)

    26.11.2021 13:24 Uhr
    Gibt auch Passagiere
    die umsteigen. Genau der selbe Schwachsinn, als man damals nur Flüge aus Wuhan gestoppt hat. Die Variante kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.
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  •   kommentar4711
    (3456 Beiträge)

    26.11.2021 14:46 Uhr
    ANTWORT AUF "GIBT AUCH PASSAGIERE"
    Und genauso gibt es Leute die von Südafrika nach Dubai fliegen und dort dann jemanden anstecken der nach Europa weiterfliegt. Das sind rein symbolische Maßnahmen mit denen man ein paar Tage Zeit gewinnt, aber nicht mehr.
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  •   kommentar4711
    (3456 Beiträge)

    26.11.2021 14:54 Uhr
    ANTWORT AUF "ANTWORT AUF GIBT AUCH PASSAGIERE"
    Nachtrag: In Belgien ist die neue Variante inzwischen auch nachgewiesen.
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  •   Motorhead
    (1098 Beiträge)

    26.11.2021 15:09 Uhr
    Dann
    braucht es nicht mehr lange bis sie hier ist und wenn man den Berichten glauben darf, Gnade uns Gott. Da sind knapp 80.000 Infizierte am Tag wenig. Ich will gar nicht dran denken.
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  •   Rundbau-Gespenst
    (13039 Beiträge)

    26.11.2021 12:41 Uhr
    hatte ich nicht schon vor Monaten
    auf eine "Epsilon-", bzw. "Bisou-Bisou-Variante" hingewiesen?

    Und die wird uns im Winter überrollen wie ein Ganzzug.
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  •   Gevatter
    (731 Beiträge)

    26.11.2021 12:34 Uhr
    So, und nun?
    Wer glaubt, dass wir irgendwann mal wieder ein Leben wie vor Corona haben werden, wird enttäuscht werden. Wie schon geschrieben, habe dieses Szenario schon im Januar geahnt. Die Antworten waren, durch die Impfungen wird alles gut. Scheibenkleister
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  •   kommentar4711
    (3456 Beiträge)

    26.11.2021 14:49 Uhr
    ANTWORT AUF "SO, UND NUN?"
    Irgendwann ist jeder immunisiert UND es wird Medikamente geben. Langsam verseht man ja, wie Covid-19 den Körper angreift und kann entsprechend ansetzen. Von daher, doch, es wird irgendwann wieder. Ich tippe auf 2023 oder 2024. Die Frage ist nur, wie viele unbelehrbare wir bis dahin verlieren.
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  •   maehdrescher
    (1727 Beiträge)

    26.11.2021 13:01 Uhr
    So langsam
    muss man sich aber überlegen, wie man mit dieser Erkenntnis umgehen will. Denn dass unser Lebenin Zukunft nur noch aus monatelangen Lockdowns besteht (jedes Jahr von Dezember bis Mai), das wird nicht gut gehen. Das wird das Land wirtschaftlich nicht überleben, und die Menschen werden das auch nicht mehr jahrelang mitmachen, das wird jeder Psychologe und Soziologe bestätigen.

    Wenn keiner mehr daran glaubt, dass wir mit den vorhandenen Mitteln aus dieser Spirale wieder rauskommen, dann ist aus. Mag sein, dass es auch in zwei Jahren noch ein paar Fanatiker gibt, die wirklich glauben, wenn wir nur lange und heftig genug immer wieder Lockdowns machen, dann wird alles gut. Aber das ist dann ein bisschen wie 1944 an der Ostfront.
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