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Karlsruhe Nach Leichenfund im Oberwald: Wie arbeitet die Karlsruher Polizei bei vermissten Menschen?

Auf Milchtüten, in den Medien, an Hausfassaden: Die Gesichter von vermissten Personen werden vielerorts gezeigt. Jüngstes Beispiel: Eine Dame aus Neureut, die kürzlich als vermisst gemeldet und wenig später tot im Oberwald gefunden wurde. Aber wie kommt so eine Vermisstenanzeige überhaupt zustande und wie geht die Polizei dann vor? ka-news.de hat mit Dieter Werner von der Polizei Karlsruhe über die Hintergründe gesprochen.

Für viele ein absoluter Albtraum: Eine nahestehende Person ist plötzlich unauffindbar. Doch was macht man in solchen Fällen? Gleich zur Polizei gehen oder die berühmt berüchtigten 24 Stunden abwarten? Tatsächlich gibt es nämlich keine genaue Zeit, ab wann sich jemand an die Polizei wenden sollte. Allerdings müssen vorab einige Dinge geprüft werden, bevor es zur Fahndung kommt.

Erwachsene haben ein Aufenthaltsbestimmungsrecht

Der Grund: Erwachsene verfügen über ein eigenes Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das heißt, im Grunde dürfen sie sich überall aufhalten, wo sie wollen und so lange sie wollen.

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Bevor eine Person als vermisst gilt, werden die Krankenhäuser kontaktiert | Bild: Thomas Riedel

Das heißt aber im Umkehrschluss, dass erst alle Möglichkeiten über den Verbleib der Person ausgeschöpft werden müssen, bevor diese wirklich als vermisst gilt. Dazu gehören: die Wohnung, das soziale Umfeld und Krankenhäuser.

Erst wenn dann die Person weiter unauffindbar bleibt, wird eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgesetzt. Eine Ausnahme bilden Menschen, die zum Beispiel regelmäßig Medikamente brauchen, dement oder suizidgefährdet sind. "Bevor eine Person als 'vermisst' gilt, muss angenommen werden, dass der Mensch mit Leib und Leben in Gefahr ist", so Werner auf Anfrage von ka-news.de. 

250 Menschen pro Jahr werden in Karlsruhe vermisst gemeldet

Ist die Ausgangssituation geklärt, wird die Personenbeschreibung erstellt und bei Bedarf an die Öffentlichkeit herausgegeben. "Zumeist laufen die Fahndungen aber intern ab", ergänzt Werner im Gespräch mit ka-news.de. So werden im Schnitt rund 250 Personen pro Jahr in Karlsruhe als vermisst gemeldet. Die meisten, so Werner, tauchen aber wohlbehalten wieder auf.

Bild: Thomas Riedel

Wird die Person gefunden, informiert die Polizei üblicherweise die Angehörigen über den Zustand der Person. Ausnahme: Die wiedergefundene Person lehnt das strikt ab. Dann dürfen keine Informationen herausgeben werden. Dasselbe gilt übrigens auch für das "Mitnehmen gegen den Willen".

Das heißt: "Wird eine Person gefunden, und sie befindet sich in keiner Ausnahmesituation, dann dürfen wir sie nicht gegen ihren Willen bei den Angehörigen absetzen. Das gilt sogar als Straftat", erklärt Werner. 

Minderjährige gelten gleich als 'vermisst'

Anders ist es bei Minderjährigen. Denn die werden gleich als vermisste Personen eingestuft und per Fahndung gesucht, sobald sie nicht mehr in ihrer gewohnten Umgebung zugegen sind. Hier sind die Eltern oder die Verantwortlichen sogar dazu verpflichtet, sich sofort an die Polizei zu wenden.

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(Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

Nach Angaben der Polizei handle es sich bei diesen Fällen zumeist um "Ausreißer" aus Betreuungsunterkünften. Das heißt: Einige von ihnen sind "Mehrfachtäter" und werden öfter bei der Polizei vermisst gemeldet.

"Von den 88 Vermisstenfällen, die im ersten Quartal von 2021 angefallen sind, sind 10 bis 15 Fälle von den gleichen Personen", so Werner abschließend. Die müssen nach der Findung gleich mitgenommen und zu den Erziehungsberechtigten zurückgebracht werden.

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Kommentare (6)
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  •   timo
    (3332 Beiträge)

    16.04.2021 19:01 Uhr
    Sind das nicht solche Artikel bei denen man
    (aus diversen Gründen) die Kommentarfunktion abstellen sollte?
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  •   maehdrescher
    (1565 Beiträge)

    16.04.2021 18:13 Uhr
    Aufenthaltsbestimmungsrecht
    "Erwachsene verfügen über ein eigenes Aufenthaltsbestimmungsrecht. "

    Momentan zwischen 21 Uhr und 5 Uhr leider nicht. Angela und Winfried bestimmen, wo sich der Bürger in dieser Zeit aufzuhalten hat. Hoffen wir mal, dass das Verfassungsgericht das jetzt ein für allemal kassiert.
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  •   Felix1999
    (90 Beiträge)

    17.04.2021 10:34 Uhr
    Nomen est Omen
    Wer das eigene Freizeitverhalten über die Gesundheit anderer stellt, ist wie ein Mähdrescher, der mit eingeschaltetem Mähwerk durch die Fußgängerzone fährt.
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  •   myopinions
    (1236 Beiträge)

    16.04.2021 18:45 Uhr
    .............das ist in der Tat
    ein Riesenproblem. In der Nacht in den eigenen 4 Wänden. Was für ein Drama.
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  •   Motorhead
    (281 Beiträge)

    16.04.2021 18:19 Uhr
    Was hat das mit dem Artikel
    zu tun?
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  •   haenger
    (523 Beiträge)

    16.04.2021 17:37 Uhr
    Guter Artikel
    Sehr informativ. Gerne würde ich mehr Berichte dieser Art lesen. Vielleicht auch mal die Feuerwehr und den Rettungsdienst zu einer Situation befragen. Eingang Notruf, Vor- und Nachbereitung des Einsatzes. Ist eine schöne Abwechslung zum Corona-Alltag im der Medienlandschaft.
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