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Stuttgart Urteil im Eiszeit-Prozess: Möglicher Anschlag in Karlsruhe bleibt ungeklärt

Am Ende waren die Zweifel zu groß: Ein 32-Jähriger aus Freiburg ist von dem Vorwurf freigesprochen worden, einen Anschlag auf die vorweihnachtliche Eislaufbahn in Karlsruhe geplant zu haben. Vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart wurde der Mann am Mittwoch dennoch zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er nach Ansicht des Staatsschutzsenats der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angehörte und sie unterstützt hat. Wie lange der Deutsche mit kurdischen Wurzeln hinter Gitter kommen wird, ist aber noch unklar. Seine dreijährige Untersuchungshaft und eine Gefängnisstrafe im Irak werden noch abgezogen.

Der Fall hatte im Winter 2017 für Aufsehen gesorgt: Ein Jahr nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit insgesamt zwölf Toten soll der Angeklagte erwogen haben, mit einem Lastwagen auf die Stände an der Karlsruher Eislaufbahn zuzufahren und möglichst viele Menschen zu töten.

Allerdings stützte die Bundesanwaltschaft ihre Vorwürfe im Wesentlichen auf die Aussagen einer Vertrauensperson, die Verbindungen zu dem Mann gehabt hatte. "Auf seine Angaben können wir nicht bauen", sagte der Richter. "Deshalb kann sich der Senat nicht überzeugen, dass der Angeklagte im Dezember 2017 einen wie auch immer gearteten Anschlag in Karlsruhe geplant hat."

An seiner IS-Mitgliedschaft und seiner Propaganda in Chatgruppen gebe es dagegen keine Zweifel.

Die Bundesanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von insgesamt acht Jahren und drei Monaten gefordert, die Verteidigung hatte wegen der langen Untersuchungshaft auf Freilassung plädiert.

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  •   Chris23
    (633 Beiträge)

    02.12.2020 15:59 Uhr
    Was ich an dem Fall intressant fand
    Die in Bericht angesprochene Kontaktperson, wurde von dem Angeklagten ja gemeldet/angezeigt da er ihn zu dem Anschlag überreden wollte (oder er einen Anschlag von ihn befürchtete).

    Ich fand dem Fall komisch zumindest was man aus dem medien damals gelesen hatte, das er angeklagt wurde da er sich beim Paketdienst bewurben hatte ... Für mich die umständlichste Art an einen Kleintransporter zu kommen, dem man ganz leicht mieten könnte oder beim Autohändler um die Ecke für ne Probefahrt ausleihen kann.
    Eine Verbindung zu terroristischen Vereiningung hatte dann ja letztendlich doch existiert, gerade durch die anzeige des V-Manns der ihn verpfiffen hatte fand ich dem Fall damals spannend und will eigentlich immer noch mehr darüber erfahren. Gibt es eine ausführliche zusammenfassung zu dem Fall?
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  •   olafb
    (355 Beiträge)

    02.12.2020 18:03 Uhr
    Infos
    Hat mich auch sehr interessiert. Evtl. hilft das etwas weiter. Der angebliche Anschlagplan für Karlsruhe scheint sehr weit hergeholt.

    https://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA201204477&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp
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