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Karlsruhe Mehr Platz für Carsharing: In Karlsruhe gibt es bald 57 öffentliche Parkflächen weniger

Ein Auto mit mehreren Menschen teilen und so der Umwelt und dem Geldbeutel etwas Gutes tun: Carsharing wird immer beliebter. Auch Karlsruhe ist auf den Trend aufgesprungen und bezeichnet sich selbst als Carsharing-Hauptstadt. Mit über 2.000 Fahrzeugen ist der Karlsruher Carsharing-Pool der größte in Deutschland. Um das Interesse am "Stadtmobil" weiter anzukurbeln, werden nun sukzessive überall in der Stadt 57 öffentliche Carsharing-Parkplätze eingeführt, auf denen nur geteilte Fahrzeuge stehen dürfen. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings auch: Diese Parkplätze fallen für Privatparker in Zukunft weg.

Wer sich in Karlsruhe schon einmal genauer umgeschaut hat, wird sie wahrscheinlich schon einmal gesehen haben: Die Autos der "Stadtmobil"-Flotte. Mit einem Stadtmobil-Aufkleber auf dem Kotflügel weisen sie darauf hin, dass sie als Carsharing-Fahrzeug zur Verfügung stehen.

Wer Kunde beim Unternehmen Stadtmobil ist, kann diese Autos buchen und dann mit ihnen durch die Stadt fahren - praktisch vor allem für diejenigen, die nur zeitweise einen Wagen benötigen: Die geteilten Autos eignen sich besonders für Einkaufsfahrten und Erledigungen im Stadtkreis. Wer sich ein Stadtmobil mieten möchte, holt sich zunächst mit dem Stadtmobilausweis den zuvor gebuchten Schlüssel aus einem der zahlreichen festgelegten Terminals im Stadtgebiet. Dann kann die Fahrt losgehen.

Ein Stadtmobil-Terminal. Hinter der beklebten Tür befinden sich die Autoschlüssel für die Leihwagen. | Bild: ErS

Generell war es allerdings problematisch, einen Parkplatz für den geliehenen Wagen zu finden - speziell in der Innenstadt. Der Grund: Nicht immer sind Plätze an Stadtmobil-Terminals frei, und da hilft es natürlich auch nicht, dass ein geteiltes Auto an der Station abgestellt werden muss, an der es ausgeliehen wurde.

Stadt opfert öffentliche Parkbuchten für Carsharing-Plätze

Doch damit soll nun Schluss sein: Die Stadt Karlsruhe hat jüngst zwei Parkplätze in Rüppurr an der Christkönigskirche zu Carsharing-Plätzen umgewandelt. Diese Parkplätze sind nur für die Leihwagen des Stadtmobils - als zurzeit einziger Anbieter - zugänglich. Insgesamt 57 dieser exklusiven Stellplätze sollen bis Jahresende in Karlsruhe entstehen.

"Wir wollen das Verkehrsangebot attraktiver gestalten", erklärt Ordnungsbürgermeister Albert Käuflein bei der Einweihung der Plätze am vergangenen Donnerstag. "Das Durchschnittsauto steht 23 Stunden am Tag. Ein Stadtmobil hingegen wird sechs bis acht Stunden am Tag genutzt."

Bürgermeister Albert Käuflein (CDU).
Bürgermeister Albert Käuflein (CDU). | Bild: Archiv/Paul Needham

Das Besondere an den neuen Parkplätzen: Sie sind nicht als Stadtmobil-Station mit Terminal, sondern als temporärer Abstellort gedacht. Das heißt: Wer sein Auto nur schnell etwa zum Einkaufen parken möchte, kann die neuen Flächen nutzen. Zum Zurückgeben muss man allerdings das Terminal ansteuern, an dem man das Fahrzeug angemietet hat.

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Stadtmobil Karlsruhe/ARTIS - Uli Deck

Was die Stadtmobil-Nutzer freuen dürfte, wird die Privatparker allerdings nicht ganz so glücklich machen. Der Grund: Für die neuen Stellflächen wurden und werden keine neuen Plätze geschaffen, sondern öffentliche Parkplätze umgewandelt, die dann für private Fahrer tabu sind. Das ist für Bürgermeister Albert Käuflein allerdings zu verschmerzen: "Diese Parkplätze fallen nicht weg. Es gibt sie immer noch, momentan stehen ja auch Stadtmobil-Autos drauf", sagt er.

Neues Parkschild sorgt für Verwirrung in der Bevölkerung 

Damit künftig auch jeder weiß, welcher Parkplatz öffentlich ist und welcher zum Carsharing-Stellplatz umgewandelt wurde, werden sie mit neuen Schildern gekennzeichnet: Ein Auto, das mit einer weißen Linie geteilt ist, und vier Personen, die darum herumstehen.

Das neue Schild (rechts) bedeutet, dass nur mit anderen geteilte Fahrzeuge hier parken dürfen. | Bild: rmv

Einige Bürger, die am Donnerstag zufällig an dem Schild vorbeikamen, waren von dem Design allerdings noch nicht überzeugt. "Die Bedeutung erschließt sich mir hier nicht", meint ein 68 Jahre alter Anwohner aus Rüppurr. "Was soll das denn bedeuten? Da sollte man 'Carsharing' oder so dranschreiben."

Wer sich nicht dran hält, zahlt 55 Euro Strafe

Dieser Einwand scheint durchaus berechtigt: Noch während des Enthüllungstermins der neuen Parkbuchten hatten mehrere Verkehrsteilnehmer - keine Stadtmobil-Nutzer - versucht, dort zu parken. Sie wurden jedoch von Bereichsleiter Matthias Günzel, Leiter des Bereiches Straßenverkehr beim Ordnungsamt Karlsruhe, schnell über die neue Regelung informiert.

Matthias Günzel, Leiter des Bereiches Straßenverkehr beim Ordnungsamt Karlsruhe. | Bild: rmv

"Das ist ganz normal. Das wird sich einfach einbürgern müssen", sagt er, als er einen angehenden Falschparker vom Carsharing-Platz vertreibt. "Da habe ich keine Sorgen." Autos, die dort parken dürfen, sollen ab jetzt mit einer blauen Carsharing-Plakette versehen werden.

Wer die Plakette nicht am Wagen hat, zieht nicht nur das Missfallen der Carsharing-Nutzer, sondern auch ein Bußgeld von 55 Euro auf sich. "Wir wollen generell nicht bestrafen, sondern das Carsharing attraktiver machen", erklärt Günzel.

Nur Fahrzeuge mit der neuen blauen Plakette dürfen auf den neuen Parkplätzen stehen. | Bild: rmv

Park and Ride als Zukunftsmodell für Stadtmobilität

Bürgermeister Albert Käuflein ist von dem Modell überzeugt: "Wir setzen hier auf multimodalen Verkehr." Die Haltestelle für die S-Bahn und Nextbike-Leihfahrräder sind in Sicht- und Laufweite der neuen Plätze an der Christkönig-Kirche. "Wer hier ankommt, kann gleich auf ein Nextbike oder die Bahn umsteigen." Die Nextbike-Station neben dem Parkplatz ist leer. Das Angebot ist offensichtlich gerne benutzt.

Karlsruhe ist die deutsche Stadt mit dem höchsten Carsharing-Anteil. | Bild: rmv

Die neuen Parkplätze sollen nun die Nachfrage nach dem Leih-Auto weiter steigern. Das Angebot wird sich in den kommenden Monaten ausbreiten - bis zu 57 weitere Carsharing-Parkplätze im Stadtkreis Karlsruhe sind geplant. Wo genau sie installiert werden, ist jedoch noch nicht klar - allerdings sollen hauptsächlich äußere Stadtteile wie Rüppurr, Mühlburg und Durlach im Visier stehen.

Das komplette ka-news.de-Interview mit Bürgermeister Albert Käuflein:

ka-news.de Hintergrund: Das Stadtmobil

Stadtmobil ist mit über 3.000 Fahrzeugen und 68.000 aktiven Nutzern das größte Carsharing-Unternehmen in Deutschland. Darüber hinaus ist Stadtmobil der einzige Anbieter in Karlsruhe und wird vor allem von Singles ohne eigenes Auto genutzt. Stadtmobil bietet neben den klassischen Leihwagen, die an der gleichen Station abgestellt und abgeholt werden müssen, auch den Stadtflitzer an - dieser Leihwagen kann überall im Einzugsgebiet Karlsruhe abgestellt werden und ist per App schnell buchbar.
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  •   IchKA
    (819 Beiträge)

    06.07.2020 13:36 Uhr
    Herr Käflein
    nutzt wohl weniger Stadtmobil. Dafür seine hygienische unbedenkliche Limo mit Chauffeur.

    Bei allen sinnvollen Versuchen in den Innenstädten bessere Luftqualität und freiere Räume zu schaffen darf nicht vergessen werden, dass dies nur Akzeptanz findet, wenn dafür wirklich adäquate neue Möglichkeiten geschaffen werden, aber die gibt es bis dato nur völlig unzureichend. Vielleicht erledigt sich das Problem ja von selbst, denn viele Verbraucher fühlen sich durch die halbherzige Mobilitätswende geradezu gedrängt im Internet zu kaufen. Die Attraktivität der Innenstadt als Einkaufsmeile hängt absehbar keineswegs mit der Fertigstellung der kleinsten U-Bahn der Welt zusammen. Knapp vorbei ist eben auch daneben...
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  •   andip
    (10456 Beiträge)

    06.07.2020 15:46 Uhr
    Carsharing
    dient nicht in erster Linie dazu, dass deren Nutzer damit in die Innenstädte zum Einkaufen fahren, sondern wird zu solchen Fahrten genutzt, bei denen man mit ÖPNV/Fahrrad nichts anfangen kann.
    Von daher hinkt dieses Argument.
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  •   Iglaubsnet
    (790 Beiträge)

    06.07.2020 18:57 Uhr
    Auf Carsharing Fahrzeuge
    nehme ich besonders Rücksicht und pass was die machen, in der Regel sitzen da ungeübte Leute mit geringer Fahrpraxis am Steuer.
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  •   andip
    (10456 Beiträge)

    07.07.2020 08:39 Uhr
    Klar doch
    Du kurvst hinter jedem Stadtmobil her, dass gerade irgendwo unterwegs ist und weisst auch, wer da am Steuer sitzt?
    Dass Leute, die mit einem ihnen unbekannten Fahrzeug unterwegs sind, mit dem zurückhaltender und vorsichtiger fahren, könnte man sich denken, das hat nichts mit fehlender Fahrpraxis zu tun.
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  •   Iglaubsnet
    (790 Beiträge)

    07.07.2020 14:00 Uhr
    Das
    kommt noch dazu.
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  •   Weichei
    (716 Beiträge)

    06.07.2020 13:21 Uhr
    Wo hat dieser Buergermeister
    eigentlich sein Abitur gemacht ?In der Wirtschaftsoberschule?
    Die war in meiner Zeit noch am Ettlinger Tor und hat schon damals nichts getaugt.
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  •   AlterMann
    (182 Beiträge)

    06.07.2020 13:06 Uhr
    Wettbewerbsvorteil
    Wieviel (und an wen) bezahlt denn die Firma Stadtmobil dafür dass ihre Autos reservierte Parkplätze bekommen?
    Oder will Karlsruhe an denen verdienen die das komische Zusatzschild nicht kennen?

    Vom Umweltschutz her bringt es ja auch keine Vorteile wenn ich nun statt mit meinem eigenen Auto mit einen Stadtmobil in die Innenstadt rein fahre. Eher im Gegenteil, da ich mein Auto gut kenne fahre ich damit wohl effizienter als mit einem anderen.

    Außerdem, was geht es den Herrn Käuflein an wenn mein Auto jeden Tag 23 Stunden daheim in meiner Garage oder auf dem Parkplatz meines Arbeitgebers steht?
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  •   alfredhaase
    (369 Beiträge)

    08.07.2020 17:36 Uhr
    Die Parkplätze sind nicht für Stadtmobil-Fahrzeuge reserviert,
    auch wenn das in diesem saublöd geschriebenen Artikel so rüberkommt. Das sin Parkplätze für alle Carsharer, auch wenn sie z.B. von außerhalb Karlsruhe und Umgebung kommen. Wenn z.B. jemand mit einem Carsharing-Auto aus Hamburg kommt, kann er selbstverständlich diese Plätze auch nutzen. Auch ist es nicht zutreffend, dass es in Karlsruhe nur Stadtmobil als Anbieter gibt: man kann auch über Flinkster hier Autos buchen. Wie die das mit der blauen Plakette sich denken, ist mir aber schleierhaft. Außerhalb von Karlsruhe habe ich nichts darüber gefunden und die Flinkster-Autos sind glaube ich alle in Frankfurt zugelassen. Keine Ahnung, wie die anderen Carsharing-Unternehmen an eine blaue Plakette aus Karlsruhe kommen sollen, wenn die im Zulassungsbezirk des Unternehmens so gar nicht gibt. Von Seiten der Stadt nicht zu Ende gedacht, oder glaube die dort am Ende wirklich, dass Stadtmobil auf diesen Plätzen Exklusivrechte genießt? Wundert mich eh, dass das hier noch keinem aufgefallen ist!
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  •   Weichei
    (716 Beiträge)

    06.07.2020 13:00 Uhr
    Car sharing?
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Kommentar
    (55 Beiträge)

    06.07.2020 16:29 Uhr
    Wie
    passt denn der Motor in den T3 rein? Wie viel Laderaum verliert man da? Bilder? grinsen
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