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Karlsruhe Krankenhaus trotz Corona-Schutz? Karlsruher Klinikum erklärt, warum auf den Stationen die Anzahl der Geimpften steigt

Die Corona-Lage in Baden-Württemberg ist weiterhin dramatisch. "Heute ist der Tag, an dem die meisten Covid-Intensivbetten belegt sind", heißt es seitens des Städtischen Klinikums Karlsruhe auf der Pressekonferenz am Freitag. Das Städtische Klinikum in Karlsruhe ist da mit über 40 Covid-Patienten keine Ausnahme. Doch mit der Zunahme an Infektionen steigt auch die Anzahl der durchgeimpften Patienten, die schließlich auf der Station landen. Gleichzeitig versucht das Klinikum, mithilfe von Auszubildenden aus dem Sanitätsbereich die Patientenmassen zu stemmen.

Mit einer 7-Tages-Inzidenz von 517,6 und einer Hospitalisierungsinzidenz von 6,3 befindet sich Baden-Württemberg in der "Top Ten" der Corona-Zahlen von ganz Deutschland. In Karlsruhe liegt der Wert bei 366,7 im Stadtkreis und 492,1 im Landkreis (Stand: 02.12.2021, 16 Uhr). Diese hohen Zahlen spiegeln sich auch auf den Stationen des Städtischen Klinikums in Karlsruhe wider.

So sind aktuell 30 Patienten auf der Covid-Allgemeinstation und 11 Patienten auf der Covid-Intensivstation untergebracht. Zwei davon müssen künstlich beatmet werden. Damit sind im Klinikum insgesamt drei Corona-Stationen in Betrieb.

Mitarbeiter sollen mehr psychologische Betreuung erhalten

Das Problem: Sowie sich die Inzidenz aktuell darstellt, so heftig wird sich sie sich zirka zwei Wochen später auf den Corona-Stationen niederschlagen. Zwar verzeichne das Klinikum einen leichten Rückgang bei den Patienteneinlieferungen, sodass sogar von einer kurzen "Verschnaufpause" gesprochen wird, Entwarnung könnte aber noch nicht gegeben werden. 

Eine Medizinische Mitarbeiterin steht in einem Zimmer einer Corona-Intensivstation.
Eine Medizinische Mitarbeiterin steht in einem Zimmer einer Corona-Intensivstation. | Bild: Fabian Strauch/dpa/Illustration

"Wir gehen davon aus, dass wir zunehmende Patientenzahlen sehen werden", so der Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Franz Kehl. Der Grund: Je mehr auf der Covid-Normalstation liegen, desto größer ist der Druck, dass einige bald zu Intensivfällen werden.

Notfallsanitäter helfen bei Corona-Versorgung mit

Infolgedessen müsse viel Personalverschiebung stattfinden, um die Patienten entsprechend versorgen zu können. Das habe jedoch zum Beispiel auch Verschiebungen von wichtigen OPs zur Folge. "Wir sind langsam wirklich an der Grenze, wo wir nicht mehr viel Spielraum haben", so Kehl weiter.

Professor Doktor Franz Kehl, Facharzt für Anästhesiologie und Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Städtischen Klinikum Karlsruhe
Professor Doktor Franz Kehl, Facharzt für Anästhesiologie und Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Städtischen Klinikum Karlsruhe | Bild: Philip Dehm Fotografie

Das bestätigt auch die Pflegedirektorin Elvira Schneider: "Wir haben einen weiteren Bedarf an Mitarbeitern. In den Covid-Bereichen fallen auch die Mitarbeiter verstärkt aus, weil die Arbeit psychisch und physisch sehr belastend ist." Darum solle das Angebot an psychischer Betreuung verstärkt ausweitet werden.

Des Weiteren wurde  ein Pilotprojekt auf Initiative des Landratsamtes Karlsruhe und dem Deutschen Roten Kreuz eingeführt, bei dem fünf Auszubildende Notfallsanitäter eine Woche lang auf der Corona-Intensivstation aushalfen. Die Azubis wurden extra geschult und seien "in verschärften Phasen" erneut im Klinikum einsetzbar. Aber herrscht nicht schon seit Wochen eine "verschärfte Situation"?

Bild: Gudrun de Maddalena

"Die Auszubildenden sind nächste Woche im Rettungsbereich, weil auch da die Notwendigkeit groß ist", so Schneider. Wann die Sanitäter wieder auf den Covid-Stationen im Klinikum zum Einsatz kommen werden, ist aber noch unklar. "Das wird sich noch zeigen. Wir führen dazu noch Gespräche", ergänzt Kehl.

42 Prozent der Corona-Patienten sind geimpft

Doch es gibt einen weiteren Punkt bei der Pressekonferenz am Freitag, der aufhorchen lässt. Laut Klinikum sind 54 Prozent der Corona-Patienten ungeimpft. Damit ergibt sich fast eine "Hälfte-Hälfte" Verteilung zwischen immunisierten und nicht immunisierten Patienten. Macht das die Impfung etwa wieder hinfällig?

Dr. med. Martin Bentz, Klinikdirektor Medizinische Klinik III am städtischen Klinikum Karlsruhe.
Dr. med. Martin Bentz, Klinikdirektor Medizinische Klinik III am städtischen Klinikum Karlsruhe. | Bild: Lars Notararigo

Nein, sagt da das Städtische Klinikum. "Weit über 80 Prozent aller Intensivfälle deutschlandweit sind ungeimpft. Dass geimpfte Personen auf der Intensiv landen ist die Ausnahme. Dabei handelt es sich zumeist um Menschen mit Vorerkrankungen oder mit einer Immun-Suppression. Zum Beispiel wegen einer onkologischen Therapie. Dann kann die Impfung nicht richtig funktionieren", erläutert Kehl.

Martin Bentz, Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, ergänzt: "Wir haben ja jetzt auch gelernt, dass die Impfstrategie mit zweimal impfen eine begrenzte Haltbarkeit der Antikörperspiegel hat. Bei der Biontech Impfung gehen die nach drei bis vier Monaten schon deutlich runter. Darum sind Booster-Impfungen der richtige Weg."

 

 

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  •   froschi
    (145 Beiträge)

    04.12.2021 11:47 Uhr
    Die Impfdurchbrüche,
    also diejenigen, die trotz "vollständiger" Impfung krank werden, sind zum größten Teil Leute, die mit dem minderwertigen Einmal-Impfstoff von Johnson geimpft wurden. Kürzlich ging die Zahl durch die Medien, dass 50% der Impfdurchbrüche Johnson sind, wobei aber nur 5% überhaupt mit Johnson geimpft wurden. Dieser Impfstoff taugt einfach nichts, die Leute haben zwar formal den "vollständigen Impfschutz", der taugt aber ebenfalls nichts. Der Schutz ist bei Astra-Zeneca ist nicht viel besser. Beide Impfstoffe werden deshalb bei uns auch nicht mehr verwendet.

    Ich würde mir wünschen, dass die Medien die Zahlen bei den Impfdurchbrüchen nach Impfstoff aufgeschlüsselt nennen. Dann würde man sehen, welche Impfstoffe für die Impfdurchbrüche verantwortlich sind, und dass es bei Biontec und Moderna wenig Impfdurchbrüche gibt (aber bitte rechtzeitig Boostern). Ganz vermeiden kann man Impfdurchbrüche nie, es gibt immer Leute mit geschwächtem Immunsystem, die anfällig bleiben.
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  •   BMWFahrer
    (854 Beiträge)

    04.12.2021 23:00 Uhr
    Impfstoffe
    Zitat von froschi Der Schutz ist bei Astra-Zeneca ist nicht viel besser. Beide Impfstoffe werden deshalb bei uns auch nicht mehr verwendet.


    Hiernach (Impfdashboard) kommen die immer noch zur Anwendung. Allerdings in geringer Zahl.

    Gibt es Belege für diese Aussage? Andere Länder haben in erheblichem Maße AstraZeneca verwendet, dann müßte sich das doch dort viel stärker bemerkbar machen.

    Gibt es auch Zahlen für Sputnik und SineVac? Angeblich soll ja deren Langzeitwirkung die beste sein.
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  •   Messer
    (479 Beiträge)

    04.12.2021 09:31 Uhr
    40 Covid-Patienten
    und wieviel auf der Intensivstation? ganze Acht?
    "Das Städtische Klinikum Karlsruhe ist ein Krankenhaus in Karlsruhe und das größte Krankenhaus in der Region Mittlerer Oberrhein. Es befindet sich in der Karlsruher Nordweststadt und hat über 1500 Betten. Von insgesamt rund 4400 Mitarbeitern sind 610 Ärzte."
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  •   RainerBu
    (1500 Beiträge)

    04.12.2021 12:41 Uhr
    lesen
    steht doch im Artikel !
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  •   Messer
    (479 Beiträge)

    04.12.2021 09:46 Uhr
    42 Prozent der Corona-Patienten sind geimpft
    ich bin 2 mal geimpft, aber eine 2 Impfung schenke ich mir nach diesen ernüchternen Zahlen, gutes Geschäftle gemacht Biontech, für ein laues Mittelchen.
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  •   kommentar4711
    (3454 Beiträge)

    04.12.2021 11:24 Uhr
    ANTWORT AUF "42 PROZENT DER CORONA-PATIENTEN SIND GEIMPFT"
    Ihr Posting ist ein schönes Beispiel für ein selektives Herausziehen der Informationen, die einem in den Kram passen, und die man dann ohne den Kontext weiter verbreitet. So entstehen dann Wutbürger.

    Was ist an den weiteren Sätzen so schwer zu verstehen:
    "Dabei handelt es sich zumeist um Menschen mit Vorerkrankungen oder mit einer Immun-Suppression. Zum Beispiel wegen einer onkologischen Therapie. Dann kann die Impfung nicht richtig funktionieren"
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  •   Grumpy
    (46 Beiträge)

    04.12.2021 10:39 Uhr
    Mit einem kurzen Satz ...
    den Bildungsnotstand in diesem Land aufgezeigt, chapeau!
    Schon mal darüber nachgedacht, dass die Zahl der Geimpften auf ITS sich dem Prozentsatz der Impfquote in D nähern müsste wenn die Impfung nutzlos wäre?
    Oder, dass unter der Annahme 100% wären geimpft, ausschließlich Geimpfte auf ITS wären?

    Sancta simplicitas, man möchte Haare raufen ... aber nicht die eigenen!
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  •   Messer
    (479 Beiträge)

    04.12.2021 09:50 Uhr
    eine 3 Impfung ist sinnlos
    unter diesen Voraussetzungen
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  •   kommentar4711
    (3454 Beiträge)

    04.12.2021 11:25 Uhr
    ANTWORT AUF "EINE 3 IMPFUNG IST SINNLOS"
    Nein, nicht wenn man die Gründe kennt. Und die stehen im Artikel:

    "Dabei handelt es sich zumeist um Menschen mit Vorerkrankungen oder mit einer Immun-Suppression. Zum Beispiel wegen einer onkologischen Therapie. Dann kann die Impfung nicht richtig funktionieren"
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  •   BMWFahrer
    (854 Beiträge)

    04.12.2021 10:04 Uhr
    Anschnallen im Auto ist sinnlos
    Bei weniger als 99,0% einer Fahrten kommt es zu einem Unfall.
    Warum sollte ich mich deshalb anschnallen?

    ^^entspricht genau Ihrer Argumentation
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