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Berlin Kompletter Programmcode der Corona-Warn-App veröffentlicht

Mitte Juni soll es soweit sein mit der Corona-Warn-App. Für die breite Verwendung ist Vertrauen entscheidend. Die Entwickler haben Transparenz versprochen - und gehen nun einen wichtigen Schritt.

Die Entwickler der Corona-Warn-App des Bundes haben den kompletten Programmcode der mit Spannung erwarteten Anwendung offengelegt.

"Über Pfingsten haben wir alle restlichen, noch nicht veröffentlichten Quellcodes für die App auf der Entwickler-Plattform GitHub publiziert", erklärten Sprecher der Deutschen Telekom und der SAP AG. Damit seien alle Codes der vollständigen App für die Experten-Community einsehbar.

Eine App zur "Corona-Datenspende" an das Robert Koch-Institut.
Eine App zur "Corona-Datenspende" an das Robert Koch-Institut. | Bild: Matthias Balk/dpa

Damit lösen die beiden Konzerne ihr Versprechen ein, die Tracing-App möglichst transparent zu entwickeln. In dem Open-Source-Projekt hätten sich bislang über 65.000 freiwillige Software-Experten die bereits veröffentlichten Quellcodes angesehen und eigene Vorschläge für Verbesserungen gemacht. "Dieses Engagement ist herausragend und das klare Zeugnis einer lebendigen Software-Engineering-Kultur in Deutschland", heißt es in der Erklärung.

Mit der App sollen die Nutzer eine persönliche "Risikostufe für eine Infektion" ermitteln können. Dazu sendet die App anonymisierte Kurzzeit-Identifikationsnummern via Bluetooth aus, die von anderen App-Anwendern in der Nähe empfangen werden können. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und dieser Status in der App erfasst, werden die anderen betroffenen Anwender darüber informiert werden, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

App in mehreren Sprachen verfügbar

Die Tracing-App wertet keine Geo-Daten aus und übermittelt keine Ortsinformationen. Die anonymisierten Daten der Kontakte werden nicht zentral gespeichert, sondern dezentral auf dem jeweiligen Smartphone. Nur die anonymisierte Liste wird zentral gespeichert und von den Smartphones regelmäßig abgerufen, um mögliche problematische Begegnungen zu identifizieren. Die erste Version der App soll zunächst auf Deutsch und Englisch verfügbar sein. Weitere Sprachen wie Türkisch sollen folgen.

Die App dient nicht nur dem Aufspüren von infektionsträchtigen Begegnungssituationen, sondern bietet auch die Möglichkeit, Testergebnisse digital zu übertragen. In der App können Anwender einen QR-Code scannen, den sie vom Arzt oder dem Labor erhalten, um dann das Resultat eines Corona-Tests in der Anwendung übermittelt zu bekommen und anzuzeigen.

Offizielle Version ab Mitte Juni zum Download

"«Dieser Prozess wird vom Testergebnisserver gesteuert", erklärte SAP-Technologiechef Jürgen Müller in einem Beitrag auf Linkedin. Der Server erhält das Ergebnis vom Labor und liefert es an die App. Die neuesten Veröffentlichungen seien "wichtige Meilensteine" auf dem Weg zur ersten offiziellen App-Version, die Mitte Juni für iOS und Android über die entsprechenden Stores zum Download zur Verfügung stehen werde.

Bei den Tests zur Bedienung der App und der Benutzervalidierung hätten SAP und Telekom eng mit #GesundZusammen zusammengearbeitet, erklärte Müller. Hierbei handele es sich um eine Allianz europäischer Technologieunternehmen, die aktiv dazu beitragen möchte, Covid-19 mit digitalen Lösungen einzudämmen.

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  •   ALFPFIN
    (7226 Beiträge)

    02.06.2020 11:06 Uhr
    Corona Warn- App
    Wenn ich mir diese App runterlade, dann aus der Verantwortung heraus, die Verbreitung des Virus so klein wie möglich zu halten, sollte es mich erwischt haben oder ich selbst durch eine andere Person gefährdet bin.
    Am Computer, egal welche Sicherheitsprogramme wir installiert haben, werden wir ausgeguckt. Google, Windows und alle anderen speichern unsere Aktivitäten. Selbst wenn wir diese löschen, im Hintergrund bleiben sie erhalten. Unsere Smartphone Software, von wem auch immer, überwacht uns, auch wenn wir manche App deaktivieren. Wir sind immer im Blickfeld.
    Bei den (Sozial) und anderen Versicherungen, Ärzten etc. , beim Arbeitgeber sind unsere Daten gespeichert. Mit Sicherheit auch Daten, die diese Institutionen nicht benötigen. Daten werden auch untereinander ausgetauscht. Datenschutz hin- oder her.
    Wo ist das Problem mit der Corona App. Wenn man bei Google Android nicht die "Bewegungsapp" deaktiviere, weiß Google sogar auf welchen Pippishop ich unterwegs gehe. 😊
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  •   maehdrescher
    (1434 Beiträge)

    02.06.2020 15:25 Uhr
    Ich wünsche Ihnen viel Spaß
    wenn Sie dann wegen des 10. Fehlalarms oder Scherzboldes, der in der App "Corona-Alarm" auslöst, in häusliche Isolation wandern. Das müssen sie nämlich, wenn Sie Kontakt zu Infizierten hatten... ob es stimmt, kann man ja bei dieser App nicht verifizieren.
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  •   mhek2001
    (47 Beiträge)

    02.06.2020 19:09 Uhr
    Sorry, ...
    wie ignorant kann man eigentlich sein?
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  •   Route66
    (2480 Beiträge)

    02.06.2020 20:42 Uhr
    Das ist der immer
    und bei jedem Thema.
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  •   FG1961
    (343 Beiträge)

    02.06.2020 06:59 Uhr
    Kompletter Quellcode?
    Ich vermute, dass dort zwar der Quellcode einsehbar ist, jedoch, da üblich, es viele Bausteine gibt, welche deren Inhalte nicht bekannt sind. Nicht jede App wird von der ersten bis zur letzten Zeile geschrieben. Es werden bereits fertige, und inhaltlich unbekannte, Blöcke hinzugefügt. Das vereinfacht die Programmierarbeit erheblich. Viele dieser Blöcke werden von Google gerne zur Verfügung gestellt.
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  •   Schillerlocke
    (228 Beiträge)

    02.06.2020 11:01 Uhr
    Da könnte
    durchaus was dran sein. Eventuell wurden Bibliotheken mit fertigen Routinen verwendet.

    Wir haben hier ja die absoluten Informatikgenies am Start. Wäre sehr nett, wenn die uns diesbezüglich aufklären könnten.

    Also: wie transparent ist dieser Code wirklich?
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  •   Toleranz
    (249 Beiträge)

    02.06.2020 21:03 Uhr
    Quellcode Fake leicht gemacht
    Fibger weg! - Die erste Version hat einen absolut astreinen Quellcode (we are so transparent). Dann einige Versionen mit Spionagecode nachschieben. Da alle Bürger ja so sehr an die Transparenz des Quellcodes glaubten (und alle Rechtefreigaben erteilt haben) ... ist es ein sehr kleines totale Überwachung und Denunziation nachzuschieben. Zzgl. kommen unbekannte Bibliotheken der Vorredner. Weder der Staat ist heutzutage vertrauenswürdig, noch Google & Co, noch die EU-Komission (siehe Leyens wahlputsch). Kauft Euch ein nacktes Smartphone mit einem freien OS und zahlt der PC-Doktor das draufspielen. Nie wieder Spionage und alle Apps (mit erlaubter Spionage gehen). Grüße vom KIT IT-SEC Lab zwinkern
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  •   mhek2001
    (47 Beiträge)

    02.06.2020 21:59 Uhr
    Ich bin begeistert
    Siie sind der erste wirkliche fachmann hier im Forum. Können Sie mir aml bitte den Quellcode für die Totale Überwachungs-App rüberbeamen. Mich unteressiert es unglaublich, mit wem Sie Ihre Nacht verbracht haben. Ungefähr soviel, wie ob Nachbars Hamster Zahnschmerzen hat. Für Wie wichtig halten Sie sich eigentlich?
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  •   kritiker_2014
    (475 Beiträge)

    01.06.2020 20:13 Uhr
    Ich werde
    auf diese App verzichten.
    Auch wenn der Quellcode öffentlich ist,traue ich dem Staat nicht.
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  •   mhek2001
    (47 Beiträge)

    01.06.2020 20:40 Uhr
    Und Sie misstrauen auch ...
    Facebook, whatsapp, Google, Amazon, Zalando, LinkedIn, Xing, ... und glauben an die Anonymität im Internet?
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