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Karlsruhe Karlsruher Zoo wieder offen: 1.500 Besucher am ersten Tag "sind sehr diszipliniert"

1.500 Ticket-Reservierungen verzeichnete der Karlsruher Zoo am ersten Tag seiner Wiedereröffnung: Eintreten dürfen vorerst nur Dauerkartenbesitzer mit vorheriger Online-Reservierung. So soll die Besucherzahl auf maximal 2.000 am Tag beschränkt bleiben, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Langfristig sollen auch wieder Tageskarten verkauft werden.

Die Besucher zeigen sich am ersten Tag der Zoo-Öffnung diszipliniert. "Das Verhalten ist gelernt", sagt Clemens Becker vom Karlsruher Zoo im Gespräch mit ka-news.de. Und Zoo-Direktor Matthias Reinschmidt bestätigt: "Es läuft super - die Leute kennen das Prozedere und halten Abstand."

Maskenpflicht und Einbahnstraßen

Im Eingangsbereich gilt Maskenpflicht - im Zoo selbst darf sich dann frei bewegt und geatmet werden. Mit wenigen Ausnahmen: An den Besucher-Hot-Spots wie am Elefanten-, Eisbären- oder Flusspferdgehege gilt eine Einbahnstraßenregelung. Gelbe Pfeile und Schilder zeigen den Laufweg, damit sich die Leute möglichst wenig begegnen. 

Bild: Corina Bohner

"Halt - hier können Sie nicht lang", ruft Zoo-Mitarbeiterin Corinna Eußner am Elefantengehege einer Mutter mit Kind hinterher. Die kleine Viktoria ist auf ihrem Laufrad fix in die falsche Richtung geflitzt, die Mutter entschuldigt sich pflichtbewusst. "Alles kein Problem - dafür bin ich ja da", sagt Eußner fröhlich, um ihre Augen bilden sich Fältchen und man spürt ihr Lächeln förmlich durch die Mund-Nasen-Maske.

"Corona-Scouts" weisen Besuchern den Weg

Seit zwei Jahren ist sie im Zoologischen Stadtgarten als "Zoo-Scout" tätig und leitet normalerweise Tierführungen. Da diese derzeit noch aufgrund der Corona-Einschränkungen entfallen müssen, sind die Zoo-Scouts nun als "Corona-Scouts" im Einsatz und weisen den Besuchern den richtigen Weg.

"Corona-Scout" Corinna Eußner
"Corona-Scout" Corinna Eußner | Bild: Corina Bohner

Immer wieder muss sie das Gespräch kurz unterbrechen, um Besucher in der Einbahnstraße am Elefantengehege in die richtige Richtung zu schicken. "Eigentlich klappt es ganz gut", erzählt sie, "die Menschen sind sehr freundlich und verständnisvoll."

"Vorgehensweise war richtig"

Die Laune am ersten Öffnungstag ist bei allen Beteiligten gut - und das liegt nicht nur am strahlenden Wetter. "Wir haben wochenlang auf die Wiedereröffnung hingearbeitet", so Reinschmidt am Mittwoch, "und es funktioniert alles hervorragend." Die städtische Einrichtung hat einen flexiblen Fünf-Stufenplan erarbeitet, nach welchem man vorgeht.

"Die Richtigkeit der Vorgehensweise zeigt sich am ersten Tag bestätigt", sagt Oberbürgermeister Frank Mentrup, "es wäre fatal gewesen, wenn wir am ersten Öffnungstag überrannt worden wären und aus Gründen des Infektionsschutzes wieder hätten schließen müssen." 

1.500 Tickets reserviert

1.500 Tickets wurden online zu verschiedenen Zeitpunkten reserviert - um 15 Uhr waren bereits 1.000 der Tickets eingelöst. "Das zeigt, dass die Leute auch zuverlässig kommen", so Reinschmidt. Durch die unterschiedlichen Einlasszeiten kommt es zu keinen großen Warteschlangen im Eingangsbereich. 

Zoodirektor Matthias Reinschmidt
Zoodirektor Matthias Reinschmidt | Bild: Corina Bohner

Als Schutzgebühr fungiert ein symbolischer Euro - er soll unterstützen, dass die Reservierungen auch wahrgenommen werden.  Beim Eintritt an der Kasse wird der Euro ausbezahlt - viele spenden ihn allerdings wieder direkt in die Artenschutzstiftung des Zoos. "Das freut uns besonders", sagt Clemens Becker, "denn wir sind einige finanzielle Verpflichtungen eingegangen, die wir gerne einhalten würden."

Oberbürgermeister Frank Mentrup
Oberbürgermeister Frank Mentrup | Bild: Corina Bohner

"Das grüne Herz in Karlsruhe hat sehr geblutet", so Mentrup," daher freue ich mich, dass wir bei bestem Wetter die grüne Lunge Karlsruhes wieder in Besitz nehmen können." Der Zoodirektor ergänzt: "Noch nie wurde uns so viel Freude und Dankbarkeit entgegengebracht."

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  •   Micha2009
    (3 Beiträge)

    12.05.2020 10:28 Uhr
    Unverständlich
    So ganz kann ich denn Sinn ehrlich gesagt nicht verstehen, den Stadtgarten erst mal nur für Jahreskartenbesitzer zu öffnen.
    Wie man sieht, wurden ja nur 1.500 Tickets reserviert und bis 15 Uhr wurden davon 1.000 eingelöst. Viel mehr Besucher sind danach vermutlich auch nicht mehr gekommen.
    So ging das Eintrittsgeld von mindestens 500 zahlenden Besuchern verloren, die sicher gekommen wären, hätten sie nur gedurft.
    Dass man Jahreskartenkartenbesitzer für Ihre Treue belohnt kann ich ja nachvollziehen, aber das hätte man sicher sinnvoller lösen können.
    Man kann doch den Jahreskartenkartenbesitzern ein Reservierungsrecht bis zu einer bestimmten Uhrzeit am Vortag einräumen und danach können dann die Anderen Tageskarten reservieren.
    Aber scheinbar braucht man ja keine Einnahmen.
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  •   yokohama
    (3437 Beiträge)

    08.05.2020 02:37 Uhr
    Was ist das
    hinter Frank?
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  •   santana
    (1234 Beiträge)

    08.05.2020 08:56 Uhr
    @yokohama
    Ein Elefant, sieht man doch.
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