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Karlsruhe Karlsruhe Ahoi: Ist künftig ein Seenot-Rettungsschiff unter städtischer Patenschaft unterwegs?

Karlsruhe ist ein "Sicherer Hafen": Seit 2019 trägt die Stadt dieses Siegel und nimmt zusätzliche Geflüchtete aus der Seenotrettung auf. Nun soll ein nächster Schritt folgen: Ist auf dem Mittelmeer bald ein Rettungsschiff unter badischer Flagge unterwegs? 

Täglich versuchen Menschen das Mittelmeer zu überqueren, um in Europa - auch in Karlsruhe - Asyl zu stellen und ein neues Leben zu beginnen. Vor diesem Hintergrund fordern die Linken und Grünen: Die Fächerstadt soll die Patenschaft für ein Seenot-Rettungsschiff übernehmen. Unterstützt werden die Fraktionen von der Wählervereinigung Karlsruher Liste und Die Partei (KAL/Die Partei).

Flüchtlingsboot, das in Griechenland gestrandet ist. | Bild: pixabay@jdblack

Noch ist allerdings nicht sicher, ob ein Schiff unter Karlsruher Patenschaft auf dem Mittelmeer in See sticht. Denn die Verwaltung sieht die Idee kritisch und spricht sich gegen den Vorschlag aus: "Die humanitäre Situation im Mittelmeer ist ohne Zweifel nicht hinnehmbar, allerdings liegt eine Patenschaft und die Finanzierung für ein ziviles Seenotrettungsschiff nicht in der kommunalen Zuständigkeit."

Dennoch muss die Stadt nun prüfen, unter welchen Bedingungen eine Schiffs-Patenschaft in Frage kommen würde. Dazu hat sie der Karlsruher Gemeinderat am Dienstag, 26. Mai, verpflichtet. Denkbar ist beispielsweise eine auf ein Jahr begrenzte Finanzierung des Schiffes. Für eine längerfristige Finanzierung - beispielsweise über ein Spendenkonto - hat der Gemeinderat keine Mehrheit gefunden. 

Konkrete Rettungsschiffe bereits im Visier

Für eine Karlsruher Patenschaft haben die Linken, Grünen und die Fraktion KAL/die Partei bereits konkrete Schiffe im Visier: "In Frage kommen die 'Alan Kurdi' von Sea Eye sowie die 'Sea Watch 3' und die 'Sea Watch 4' von Sea Watch", geht aus dem Antrag hervor. 

Das Rettungsschiff «Sea-Watch 3» in Lampedusa.
Das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" in Lampedusa. | Bild: Annalisa Camilli/AP

Auf den Schiffen im Mittelmehr sind zu einem großen Teil ehrenamtliche Helfer tätig - auch aus Karlsruhe. Doch der Vorschlag, diese Karlsruher Mitbürger bei ihrem Einsatz zu unterstützen, stieß auf Ablehnung. 

Wer sich für ein Engagement in der zivilen Seenotrettung interessiert, kann sich laut der Stadt Karlsruhe an das im Dezember 2019 gegründete Bündnis "United4Rescue" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wenden.

Das Bündnis hat bereits ein Schiff für Rettungseinsätze im Mittelmehr erworben und benötigt weiterhin Spenden für den Unterhalt und Betrieb. Die zivile Seenotrettung steht allerdings stark in der Kritik. Sowohl der rechtliche Rahmen als auch die Effekte - möglichweisse entgegen einer kontrollierten Migrationspolitik - sind stark umstritten.

Dieser Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

 

 

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  •   Weichei
    (699 Beiträge)

    30.05.2020 23:07 Uhr
    Ich hoffe,
    dass ihr dann auch die Geretteten herzlich aufnimmt. Ich kaufe mir schon mal ne Schwimmweste denn man weiss ja nicht.
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  • unbekannt
    (4 Beiträge)

    30.05.2020 16:46 Uhr
    Gewinnmaximierung
    .......mit gesetzeswidrigerer Schlepperei.
    Pfui !
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  • unbekannt
    (4 Beiträge)

    30.05.2020 16:43 Uhr
    Nostradamus
    “Und sie werden kommen
    über das Meer,
    wie Heuschrecken,
    aber es werden keine Tiere sein."
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  • unbekannt
    (4 Beiträge)

    30.05.2020 16:35 Uhr
    Säuberung ist längst überfällig
    Wenn die Alternative m.d. Regierungsbildung beauftragt wurde, ist eine breit gefächerte Säuberung i.d. Politik und den Medien überfällig.
    Wir befinden uns in einer Parteien-Diktatur ganz voran mit einer Person, "die Wahl muss schnell rückgängig gemacht werden".
    Diese Absolutistin sollte endlich mit Politik aufhören, denn sie kann es nicht und hat Land und Menschen großen Schaden zugefügt.
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  • unbekannt
    (4 Beiträge)

    30.05.2020 16:32 Uhr
    Weiter, immer weiter geht die gesetzwidrige Schlepperei
    Ich fasse es nicht, wie kriminelle Elemente sich als Schlepper von Illegalen
    nach Europa und nach uns verdingen.
    Sie verdienen damit gutes Geld auf unsere späteren Kosten.
    Ein Ding vor den Bug wäre mal nützlich.
    Pfui und abermals pfui !
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  •   karlsruher1955
    (1251 Beiträge)

    30.05.2020 14:34 Uhr
    mutig mutig
    von den Befürwortern wird wohl nix kommen. Baron Münchhausen lässt grüßen. Des weiteren frage ich mich was die badische Flagge bedeuten soll auf dem Schiff.
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  •   Nachteule
    (791 Beiträge)

    30.05.2020 12:11 Uhr
    Wenn das beschlossen wird, werde ich dagegen klagen
    Denn der Betrieb von Hochseeschiffen ist eindeutig keine kommunale Aufgabe. Den Befürwortern dieser Schnappsidee steht es allerdings frei, sich mit ihrem Privatvermögen - falls vorhanden - am Betrieb eines solchen Schiffes zu beteiligen.
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  •   80er
    (5723 Beiträge)

    30.05.2020 20:21 Uhr
    An die ....
    ....Klage glaube ich erst, wenn sie beim Gericht ( bei welchem eigentlich?) eingereicht worden ist. Bis dahin ist es nur heiße Forumsluft.
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  •   Nachteule
    (791 Beiträge)

    01.06.2020 01:31 Uhr
    An die .... ....Klage glaube ich...
    Ich auch! Denn als Gewerbesteuerzahler habe ich ein Recht darauf, dass mein Geld tatsächlich zu kommunalen Zwecken verwendet wird. Und da der Betrieb eines Seenotrettungsschiffes kein kommunaler Zweck ist, kann jeder Bürger, der sich aus welchem Grund auch immer durch offensichtlich rechtswidrige Ratsbeschlüsse benachteiligt sieht, vor dem Verwaltungsgericht dagegen klagen.
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  •   kommentar4711
    (2502 Beiträge)

    30.05.2020 18:43 Uhr
    Sofern...
    ... man es nach internationalem Seerecht macht und gerettete Leute in den NÄCHSTEN sicheren Hafen bringt hätte ich noch nicht mal ein Problem damit.
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