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Karlsruhe ka-news.de macht den Baustellen-Rundgang: So geht die Sanierung der Europahalle voran

Großveranstaltungen sah die Europahalle in Karlsruhe schon seit sieben Jahren nicht mehr. Aus Brandschutzgründen durften bisher nur maximal 200 Besucher eingelassen werden. Mit einer gründlichen Brandschutzsanierung solle sich das aber künftig ändern: Ab 2023 sollen wieder bis zu 4.800 Personen Platz finden können. Im Juni haben die Bauarbeiten begonnen. Wie sieht es aktuell auf der Baustelle aus? ka-news.de hat sich vor Ort ein Bild gemacht.

 "Aufgrund einiger Mängel beim Brandschutz, war es seit 2014 nur möglich, bis zu 200 Personen in die Europahalle einzulassen - als Versammlungsstätte war sie untersagt", berichtet Ulrike Siede vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft der Stadt Karlsruhe. Schon  2019 entschied sich der Gemeinderat zu einer Brandschutzsanierung der Halle, die im Juni dieses Jahres begonnen wurde.

Ulrike Siede vom Hochbauamt im Gespräch mit ka-news.de-Volontär Lars Notararigo. | Bild: Thomas Riedel

"Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, können wir das Volumen der Halle wieder etwas effizienter nutzen und bis zu 4.800 Personen einlassen", erklärt sie. Das sei natürlich ein Vielfaches der zuvor gestatten 200 Gäste, auch wenn die ursprüngliche Kapazität der Europahalle noch immer nicht wiederhergestellt sei. Um das zu erreichen, seien drei Maßnahmen nötig:

  1. Die Einrichtung neuer Rettungswege
  2. Eine "Abschnittsbildung", bestimmte Flächen werden im Brandfall abgeriegelt um die Ausbreitung zu hemmen
  3. Maßnahmen zur Rauchableitung.
Drei Baumaßnahmen, die sowohl auf die Haupt-, als auch auf die Nebenhallen angewandt werden sollen.
Auch in den Nebenhallen sollen die Sanierungsmaßnahmen angewandt werden. | Bild: Thomas Riedel

Als erstes Problem müssten die Rettungswege angegangen werden, denn: Bisher stimmten diese nicht mit den aktuellen Sicherheitsauflagen überein, so Siede. Einige davon führten beispielsweise nicht unmittelbar ins Freie, was durch die Rauchbildung im Brandfall zu einer erhöhten Gefährdung führen könne.

Bisher wurden die Besucher im Notfall über vermittelnde Fluchttunnel in Freie geleitet.
Viele Zuschauer mussten bisher mittelbar über den Eingangsbereich evakuiert werden. | Bild: Thomas Riedel

"Diese Probleme werden mit der Baumaßnahme behoben. Mit dem neugebauten Fluchttunnel auf der Westseite und der Lieferrampe auf der Südostseite, die ebenfalls als Fluchtweg genutzt werden kann, haben wir an allen vier Ecken der Halle direkte Notausgänge. Alle Fluchttüren werden sich automatisch öffnen."

Bald werden direkt von der Sportlerebene aus Fluchtmöglichkeiten für Sportler und Zuschauer geboten. | Bild: Thomas Riedel

Der Hauptfluchtweg verlaufe dabei noch immer unter der Empore entlang.  Andere Abschnitte würden dabei im Brandfall verriegelt werden um die Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Dies diene der sogenannten "Abschnittsbildung" gegen die Ausbreitung der Flammen - der zweiten Maßnahme im Sanierungsprozess.

Man stelle sich vor der Weg hinaus wäre durch Essenswägen blockiert - das wäre doch eher unvorteilhaft.
Auf der rechten Seite des Foyers, bei der Garderobe, soll ein Brandschutzvorhang fallen, sobald ein Feuer gemeldet wird. Auch das diene der Abschnittsbildung. | Bild: Thomas Riedel

Im Zusammenhang der Abschnittebildung plane man auch auch, bestimmte Areale einem bestimmten Zweck zuzuführen. Ein Beispiel: Das Catering.

"Essens- und Getränkeausgaben sollen zukünftig während der Veranstaltung von unterhalb der Emporen aus vonstattengehen, die Treppen nach oben werden abgebrochen und an ihre Stellen treten Essensstände", so Siede. Der Grund: "Die Essenswägen standen früher nicht selten unabgetrennt im Bereich der Fluchtwege." Ein solcher Umstand solle mit der Zentralisierung der Essensausgabe behoben werden.

Der Karl-Wolf-Saal: Früher Foyer, bald Knotenpunkt der Essensausgabe.
Der Karl-Wolf-Saal: Früher Mehrzweckhalle, bald Knotenpunkt der Essensausgabe. | Bild: Thomas Riedel

Auch der Verkauf von Merchandising und Getränken werde auf den Bereich unter der Empore begrenzt werden. "Abgesehen vom Areal unter der Empore wird das gastronomische Angebot hauptsächlich im Karl-Wolf-Saal, der Mehrzweckhalle neben dem Foyer, stattfinden."

Zuschauern soll dieser Blickwinkel künftig verschlossen bleiben. | Bild: Thomas Riedel

Doch wenn die Treppen zur Empore nun abgebrochen werden, was passiert dann mit der dortigen Zuschauertribüne? Klar ist schon jetzt: "Für Zuschauer wird die Empore künftig also nicht mehr zugänglich sein, auch wenn die Reporter- und Sprechertribünen erhalten bleiben", so Siede.

Wo früher ein Weg hinaufführte, werden bald Essens- und Getränkeausgaben zu finden sein. | Bild: Thomas Riedel

Der dritte Punkt zum Brandschutz besteht darin, neben dem Feuer auch dem Rauch entgegenzuwirken. Gerade die Rauchableitung sei ein gewichtiger Faktor im Zuge der Brandschutzsanierung.

Der Rauch müsse problemlos über das Dach abziehen können. | Bild: Thomas Riedel

"Zu diesem Zweck werden die sicherheitstechnischen Gerätschaften an der Decke weitläufig erneuert werden. Wir planen eine flächendeckende Brandmeldeanlage in der gesamten Halle. Außerdem sollen über 160 neu eingebaute Dachfenster dazu dienen, den Rauch ins Freie zu leiten", berichtet Siede. 

Die Decke bekommt eine völlig neue Elektronik (nur die Deckenstrahlplatten zu Heizung bleiben erhalten).
Die Mehrheit der der Deckenelektronik wird erneuert. Nur die Deckenstrahlplatten zur Heizung sollen bleiben. | Bild: Thomas Riedel

Im Zuge der Brandschutzsanierungen wolle man noch einige weitere Maßnahmen vornehmen: "Wir haben eine Schadstoffsanierung gestartet um gesundheitsgefährdende Substanzen zu entfernen", so Ulrike Siede.

"Erst wenn wir damit fertig sind, geht es richtig los mit der Demontage im Innenbereich. Durch die Erneuerung der Dachfenster wird die Halle natürlich auch energieeffizienter. Außerdem wird der Tartanboden auf der Sportfläche erneuert."

Die Grüne Fläche werde erneuert und modernisiert. Außerdem werde eine zusätzliche mobile Tribüne hinzugefügt. Die rote Rundbahn und die reguläre Tribüne bleiben aber wie sie sind. | Bild: Thomas Riedel

60 Prozent dieser Sanierungsleistungen seien mittlerweile beauftragt und bereits in Arbeit. Corona sei dabei bisher kaum ein Hindernis gewesen. "Trotz coronabedingter Lieferschwierigkeiten konnten wir unsere Planung und Koordination bisher weitestgehend problemlos einhalten", sagt Siede.

Die Planung teilt die Stadt unter den verschiedensten Ämtern und Firmen auf.
Sportlicher Zeitplan: Schon 2023 sollen die ersten Sportfans in die Europahalle zurückkehren. | Bild: Thomas Riedel

Auch die Finanzierung laufe noch immer im vorgesehenen Budget der dreißig Millionen Euro. Außerdem hat der Bund dem Projekt zusätzliche Mittel von drei Millionen bewilligt. Man sei also optimistisch, dass die Sanierung bis 2023 vollendet werden könne - ohne den Kosten-Etat zu sprengen.

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Kommentare (11)
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  •   tom1966
    (1715 Beiträge)

    17.08.2021 14:54 Uhr
    7 Jahre für die Entscheidung
    Was für eine Leistung!
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  •   melotronix
    (3564 Beiträge)

    17.08.2021 11:33 Uhr
    Sie scheinen...
    ..wohl absoluter Profi und im Stadtplanungsamt der oberste Brandschutzbeauftragte zu sein und ihren Chef mal so richtig blosstellen wollen.
    Was glauben sie, die ganze Planung und Durchführung macht man einfach mal so, weil zu viele Gelder in den Kassen sind? Warum ging vor dem Beginn der Ausführung sogar die Diskussion um, ob man nicht sogar abreissen sollte? Glauben Sie, man verschärft die Hallensituation für die Schulen noch zusätzlich? Man sollte sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und so vehement Unterstellungen darlegen, wenn man keine adäquate Quellen nennen kann.
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  •   JOSI
    (411 Beiträge)

    17.08.2021 23:41 Uhr
    abschließend:
    Ich bin auch für Brandschutz
    dieser sollte aber realistisch zu jeder Halle und situation sein!
    Hier ist er übertrieben!
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  •   JOSI
    (411 Beiträge)

    17.08.2021 23:34 Uhr
    Ich gehe mal bei den wenigen kommentaren davon aus...
    ... das sie mich meinen.

    Auf so einen niveaulosen Beitrag nur eine kurze Antwort:
    Ich habe in der Halle gute 20 Jahre gearbeitet.
    Ich falle auch niemanden in den Rücken!
    Seltsam das dieser meiner Meinug auch sehr viele andere sind, die jahrelang dort gearbeitet haben!

    Nochmal die Frage: Kann Beton, Stahl, Glas brennen? Viele andere Stoffe hat es in der Halle nicht!
    Auch Nochmal: Es gibt soviele Notausgänge um die ganze Halle herum. Ohne Notfall war die Halle nach einem Konzert mit mehr als 10.000 Zuschauer knapp unter 7 Minuten geleert, nach dem Hinweis das alle Ausgänge auch Notausgänge als Ausgang benutz werden kann!

    Egal ab Stadthalle, Staatstheater etc. kam immer gleich ABREISEN NEUBAU!

    Die Halle hat sich bis vor 7 Jahren sehr gut bewährt! Auch im Brandschutz.
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  •   melotronix
    (3564 Beiträge)

    18.08.2021 00:05 Uhr
    na, dann scheinen Sie sich ja...
    "auszukennen". Warum hat man bloss nicht auf Sie gehört?
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  •   manager
    (300 Beiträge)

    18.08.2021 18:26 Uhr
    Josi
    Hat doch recht. Wir heben das ganze Leben auf ein Niveau, das irrsinnig ist. Wie kann eine Staatstheatersanierung (mit Erweiterung zwinkern ) so teuer sein? Doch nur, weil sich jemand Träume erfüllt (und diese hinter Brand- und Arbeitsschutz versteckt). Und jetzt gibt es auch noch den ominösen eh-da-Raum, der trotz “eh-da” rund 900 Tsd € gekostet haben soll. Ein absolut nutzloser Eventschlauch ….

    Wenn das einer der Politiker und Stadtplaner nur mal selbst bezahlen müsste.
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  •   Adama
    (13 Beiträge)

    17.08.2021 16:15 Uhr
    Gehälter der KMK
    Da wirds einem Schwindelig. Dementsprechend teuer sind auch die Hallen. Wirtschaftlich absolut unrentable.
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  •   JOSI
    (411 Beiträge)

    17.08.2021 10:24 Uhr
    Das ganze hier ist eine Witznummer!!! TEIL 2
    Bei den Auf/Abgängen der Empore befinden sich direkt "Notausgänge".

    Der einzige Knacktpunkt wäre die "Aufwärmhalle" aber nur vom Fluchtweg.

    Wenn man da mitbekommt das nur zeitweilie 200 Personen in die Halle durften auch eine Lachnummer,
    da diese Wege dieselben sind wie bei weitaus mehr.

    Da habe ich das gefühl das man damit die "NEUE MESSE" neu ausnutzen wollte, damit diese mehr in die schwarzen Zahlen rutscht!

    Die Halle war immer sicher! Früher waren sogar statt Glasscheiben die Ränge nach hinten mit Stoff abgehangen, damit es den Zuschauer nicht zieht! Da wenn ein paar "normale" Türen wie der Eingang offen war, haben die sich beschwert das es ziemlich zieht! Das beweist das die "Abluft" auch so gut funktioniert!

    Sollten die Deckenfenster mal im ernstfall ausfallen sind immer noch die "Notausgänge" da die eine beflüftung garantieren! Wie gesagt was sollte dort eigentlich brennen? Stahl? Glas? Beton?
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  •   Jossele
    (152 Beiträge)

    17.08.2021 17:24 Uhr
    Ein Schwelbrand
    schwelt und schwillt nicht, darum auch nur ein 'l". Viele Ausrufezeichen können Fachwissen leider nicht ersetzen.
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  •   Kommentar
    (1159 Beiträge)

    19.08.2021 01:45 Uhr
    Vielleicht
    entwickelt sich ein angeschwollener Schwelbrand ;D
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