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Karlsruhe Badisches Staatstheater Karlsruhe: Peter Spuhler muss gehen

Der umstrittene Intendant des Badischen Staatstheaters, Peter Spuhler, soll das Haus im kommenden Sommer verlassen. Der Vertrag werde nach der zweiten Intendanz aufgelöst, sagte Baden-Württembergs Wissenschaftsenatorin Theresia Bauer (Grüne) am Montagabend nach einer Sitzung des Verwaltungsrats. Darüber sollen jetzt Verhandlungen aufgenommen werden. Der Beschluss sei einstimmig gefasst worden. Spuhlers Vertrag war erst 2019 einstimmig bis 2026 verlängert worden. Der Theaterchef steht seit Monaten wegen seines Führungsverhaltens in der Kritik.

Die Vorwürfe gegen den Chef des Karlsruher Hauses mit rund 850 Mitarbeitern schwelen seit Mitte des Jahres. Unter anderem hatte der Personalrat in einem offenen Brief von Missständen gesprochen wie "Kontrollzwang, beständiges Misstrauen, cholerische Ausfälle" seitens Spuhlers.

Der entschuldigte sich nach der schweren Kritik und gelobte Besserung. Der Verwaltungsrat hielt zur Enttäuschung von Personalrat, Orchester- und Chorvorstand zunächst an Spuhler fest. Seine Weiterbeschäftigung sei die "beste Lösung für das Haus", hatte Bauer damals nach mehreren Krisengesprächen versichert.

Peter Spuhler, Generalintendant des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, schaut in die Kamera.
Peter Spuhler, Generalintendant des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, schaut in die Kamera. | Bild: Uli Deck/dpa

Der Verwaltungsrat beschloss am Montag außerdem, eine Kommission einzusetzen, die einen Vorschlag für Spuhlers Nachfolge erarbeiten soll. Eine Strukturkommission soll darüber hinaus Empfehlungen geben, wie die Leitungsstrukturen weiterentwickelt werden können.

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  •   Nachteule
    (925 Beiträge)

    01.12.2020 19:04 Uhr
    Egal warum - Hauptsache er geht !
    Mich hat am meisten gestört, dass er das Schauspiel gnadenlos politisiert hat. Das wurde schon sehr früh deutlich an den Schriftzügen, die er über dem Eingang platzieren ließ. Die Krone hat er dem Theater dann mit dem Flatscreen auf dem Dach aufgesetzt. Seit ich 2016 mein Abo gekündigt habe, habe ich das Gebäude nicht mehr betreten. Ich hoffe, dass die Politlastigkeit in Zukunft wieder zurückgedrängt wird. Wer die DDR erlebt hat, weiß, wohin die Politisierung des Lebens bis in den letzten Winkel geführt hat. In einem freiheitlichen Gesellschaftssystem sollte das nicht im Vordergrund stehen. Es sei denn, man hat sich der ideologischen Umerziehung der Zuschauer verschrieben - aber dann, muss man als Zuschauer ja nicht mehr hingehen. Und offensichtlich sind außer mir in den zehn Spuhlerjahren auch viele andere nicht mehr hingegangen.
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  •   IchKA
    (1012 Beiträge)

    01.12.2020 13:50 Uhr
    Nicht so gut
    finde ich die Auswahl des Fotos seitens der Redaktion. Erstens ist das Bild uralt, immer wiede abgenudelt und zweitens erscheint es deplaziert in der gegenwärtigen Situation einen fröhlichen unberschwerten Spuhler zu zeigen mit der Bildunterschrift "... schaut in die Kamera". Bei allem, was er Menschen angetan z.T. sogar verbrochen hat , ist Häme fehl am Platz. Er hat seinen Preis bezahlt
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  •   kommentar4711
    (2850 Beiträge)

    01.12.2020 15:24 Uhr
    ANTWORT AUF "NICHT SO GUT"
    Welchen Preis hat er bitte bezahlt? Ja, sein Amt ist er los, aber Kohle wird er trotzdem noch kräftig bekommen. Mich würde da mehr interessieren, wie viele Leute jetzt arbeitslos sind, die kein solches Auskommen haben und es nicht mehr unter ihm ausgehalten haben.
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  •   IchKA
    (1012 Beiträge)

    01.12.2020 11:16 Uhr
    Vertrag?
    Spuhler ist bereit seinen Vertrag aufzulösen, aber zu welchen Bedingungen? Wer ca. 300.000.- verdient geht nicht sang und klanglos ins Nirgendwo verbannter Erde ohne saftige Abfindung - mit einem Negativimage wie Donnerhall in der BRD. Die Bürger zahlen Millionen für das Theater und sollten auch das Recht haben zu erfahren, was mit ihrem Geld geschieht. Wie sind die Vertragkonstellationen. Wie hoch ist Spuhlers Abfindung?
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  •   IchKA
    (1012 Beiträge)

    01.12.2020 11:09 Uhr
    Das stimm nicht
    Die Redaktion berichtet verkürzt. Die Konflikte schwelen keineswegs nicht erst seit Mitte des Jahres, sondern seit vielen Jahren. Bereits zu Spuhlers Zeit in Heidelberg gab es dort massive Probleme zwischen dem Intendantenfürsten mit Künstlern und Mitarbeitern. Die Probleme und Apelle hier sind schon viele Jahre bekannt, nur wollte keiner hinhören oder man duckte sich weg und spielte auf Zeit. Jetzt hat dieser psychische Missbrauch von Menschen endlich ein Ende. Endlich. Bauer und Mentrup haben äußerst schwach agiert in der Causa Spuhler. Aber auch Mentrup selbst nimmt keinen guten Platz ein in der Beliebheitsskala seiner Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung, wie immer mal wieder durchscheint. Er gilt als unbeliebt.
    Immerhin ist er clever genug "zufällig" kurz vor der OB Wahl seine offene Flanke zu schließen und Spuhler zu schassen, nachdem er nicht nur in der Auseinandersetzung mit dem KSC ein ganz schwaches Bild abgab.
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  •   Reger
    (390 Beiträge)

    01.12.2020 09:28 Uhr
    Fallengelassen
    Um ihr eigenes Ansehen zu behalten, lassen seine ehemaligen Förderer ihn jetzt fallen.
    Feine Charaktere.
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  •   Reger
    (390 Beiträge)

    01.12.2020 12:14 Uhr
    Um klar zustellen
    Ich finde es richtig, dass Spuhler gehen soll. Doch ist es offensichtlich, warum der jetzige OB ihm gegenüber eine Kehrtwende macht. Ein Wendehals.
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  •   ALFPFIN
    (7492 Beiträge)

    01.12.2020 08:45 Uhr
    Ob die jetzige Kehrtwende
    des Verwaltungsrates nicht den Wahlen geschuldet ist?
    Es ist wenig überzeugend, jetzt auf einmal doch den Vertrag aufzulösen,
    nachdem man noch vor ein paar Wochen anderer Meinung war. Deshalb glaube ich, dass der Verwaltungsrat seine Meinung nicht geändert hat, sondern eher politische Gründe (Wahlen) dahinter stehen.
    Denn man hatte ja offensichtlich die vorgebrachten Beschwerden nicht als gravierend angesehen. Wieso jetzt die plötzliche Kehrtwende bei gleichem Sachverhalt?
    Man hätte sofort Herrn Spuhler klar machen müssen, die Zeit hier im Staatstheater Karlsruhe ist abgelaufen.
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  •   InKa
    (897 Beiträge)

    01.12.2020 09:47 Uhr
    nicht
    vielleicht !Nachdem Mentrup viel Gegenwind bekommen hat ,schnell noch vor dem 6. 12. einknicken!Was man (MANN) nicht alles tut für den Rathaus Stuhl
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  •   kommentar4711
    (2850 Beiträge)

    01.12.2020 15:26 Uhr
    ANTWORT AUF "NICHT"
    Klar. Es ist ja wohl auch kein Zufall, dass die Entscheidung kurz nach der BNN- und der offiziellen Kandidatenrunde der Stadt kam, bei denen von vielen Bürgern Fragen dazu kamen. Mentrup scheint so abgehoben zu leben, dass er die Monate davor gar nicht mitbekommen hat, wie vielen Leuten das Thema stinkt.
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