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Karlsruhe Influencer oder Internetmuffel? So beliebt sind die Karlsruher Bundestags-Kandidaten auf Social Media

Mehr Leute erreichen durch Social Media. Inzwischen gehört das für die Menschen sowohl privat als auch beruflich zum Alltag. Selbst im aktuellen Wahlkampf setzen die Kandidaten voll auf Instagram, Facebook und Co. Doch welcher Karlsruher Bundestagskandidat präsentiert sich wie? Wer hat die meisten Follower und wem scheint Social Media nicht so wichtig zu sein? ka-news.de macht den Kandidaten-Check auf Facebook und Instagram.

Snapchat, Facebook, Instagram und Co: Durch Social Media können Menschen in vielfältiger Art und Weise sich selbst präsentieren und mit ihren Abonnenten interagieren - ein Vorteil, den natürlich auch die diesjährigen Bundestagskandidaten aus Karlsruhe nutzen. Zumindest die meisten von ihnen.

FDP hat auf Instagram die Nase vorne

Was auffällt: Vor allem die Kandidaten der "großen Parteien" legen sich mächtig ins Zeug, um in den Bundestag zu ziehen. Klar ist aber auch: Einige von Ihnen waren bereits in Berlin und haben darum bereits eine hohe Reichweite beziehungsweise beschäftigen ein umfangreiches Wahlkampfteam, was sich in der Regel auch in der Anzahl ihrer Abonnenten widerspiegelt. 

So ist der stellvertretende FDP-Vorsitzende, Michael Theurer, mit über 3.000 Followern auf Instagram der absolute Vorreiter der Karlsruher Kandidaten. Dass er in Karlsruhe antritt, könnte man auf seinem Instagram-Account aber glatt vergessen. Nur vereinzelt zeigen sich dort Postings aus seinem Wahlkreis.

Anders sieht es bei dem Zweitplatzierten, Michel Brandt von den Linken, und der Drittplatzierten, Zoe Mayer von den Grünen, aus. Beide zeigen sich sehr heimatverbunden und posten regelmäßig Bilder aus der Fächerstadt. Doch anders als bei Brandt und Theurer wäre es für Mayer der erste Einzug in den Bundestag.

Viele Promis nutzen auf Instagram sogenannte Tap Tags, über die man direkt auf einen Firmen-Account weitergeleitet wird.
Instagram gehört zu Facebook. | Bild: Rolf Vennenbernd/dpa

Überraschend: Volt-Kandidat Tassi Giannikopoulos (1.090 Abonnenten) überholt sogar Parsa Marvi von der SPD (990 Abonnenten) und liegt nur knapp hinter CDU-Kandidat Ingo Wellenreuther (1.248 Abonnenten). Das verwundert insofern, da Letzterer sogar seit 2002 im Bundestag sitzt. Aber: Nach den Kandidaten der kleineren Parteien sucht man auf Instagram häufig vergebens. Ausnahme: Der Kandidat  der Freien Wähler, Bernd Barutta. Er kann sich über 514 Abonnenten freuen.

Riesensprünge bei Facebook-Profilen

Ein ganz anderes Bild zeichnet sich hingegen beim "Social Media-Urgestein" Facebook ab. Hier klaffen die Zahlen bei Likes und Abonnentenanzahl zwischen den Kandidaten teilweise enorm auseinander. Hier fällt vor allem auf, dass diejenigen, die es bereits in den Bundestag geschafft haben, deutlich mehr Likes und Abonnenten abstauben als die anderen. Besonders FDP-Kandidat Theurer und AFD-Kandidat Marc Bernhard lassen die "Konkurrenz" hier weit hinter sich.

Auffällig ist dagegen die geringe Follower-Zahl bei Grünen-Kandidatin Zoe Mayer, die bei Instagram noch weit vorne lag. Obwohl ihre Posts sich nicht einmal wesentlich voneinander unterscheiden, haben sich ihre Likes und Abonnenten im Vergleich zu Instagram mehr als halbiert.

Damit liegt sie mit 575 Likes und 629 Abonnenten zwischen Volt-Kandidat Tassi Giannikopoulos (633 Likes, 640 Abonnenten) und Bernhard Barutta von den Freien Wählern (534 Likes und 556 Likes). Daniel Barth von Die Partei bildet das Schlusslicht mit 103 Likes und 117 Abonnenten. 

Die US-Regierung wirft Facebook unfairen Wettbewerb vor.
Auf Facebook können Seiten sowohl "geliked" als auch abonniert werden. | Bild: Uli Deck/dpa/Illustration

Die "Anti-Social Media"-Kandidaten? Nicht ganz!

Die übrigen Kandidaten betreiben entweder gar keine eigene Facebook-Seite oder zumeist keine wirklich erwähnenswerte Interaktion auf der Plattform. Dazu gehören: Andreas Schäfer (Partei der Humanisten), Jonas Dachner (MLPD) und Klaus Jürgen Raphael vom Bündnis C.

Klimalisten-Kandidat Markus Schmoll hat zumindest einen privaten Facebook-Account mit 13 Abonnenten. Franz-Josef Behr (ÖDP) und Martin Buchfink (die Basis) verfügen zwar ebenfalls über einen Privat-Account, allerdings ohne Abonnenten.

Ein "anderer Wind" weht allerdings, wenn man sich zum Beispiel die Plattform "twitter" anschaut. Denn hier kann zum Beispiel Andreas Schäfer von der Partei der Humanisten deutlich mehr Follower (1.316) verzeichnen, als Grünen-Kandidatin Zoe Mayer (781 Abonnenten). Noch ein Vergleich: CDU-Kandidat Wellenreuther hat zwar einen Twitter-Account, nutzt diesen aber überhaupt nicht.

Im Iran sind bereits zahlreiche Internetseiten und soziale Netzwerke gesperrt. Nun könnten auch Instagram und WhatsApp auf die Verbotsliste kommen.
Social Media Icons auf einem Mobiltelefon | Bild: Yui Mok/PA Wire/dpa

Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie er sich auf den Social-Media-Kanälen präsentiert. Doch klar ist: Die sozialen Netzwerke sind inzwischen die digitalen Wahlplakate der Kandidaten - und gerade für junge Wähler könnte das in Zukunft der Weg schlechthin sein, sich über Wahlen und Wahlprogramme zu informieren.

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet

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  •   ALFPFIN
    (7793 Beiträge)

    17.09.2021 14:51 Uhr
    Ja, genau
    Influencer sind nichts anderes als die Vertreter*innen, die früher vor der Haustür standen und den besten Staubsauger aller Zeiten verkaufen wollten.
    Ich weiß nicht , ob es noch die Tupperware Partys gibt. Wer da nicht nein sagen konnte, hatte mit der Zeit ganze Schränke voll mit den Plastikschüsseln. 😉
    Heute macht man das subtiler, man sitzt vor dem Fernseher lässt sich von Werbung berieseln, wobei nichts anderes dahintersteht, die Produkte, die da beschrieben werden zu kaufen. Nun wer das kaufen will, soll es kaufen.
    Meine Mutter hat da immer zähneknirschend gesagt, wenn jetzt der Vorwerkvertreter nochmal klingelt, verjage ich ihn der Miele Staubsaugerbürste. 😉
    Und natürlich präsentieren sich auch unsere Politiker auf Social Media,
    auch eine Art Verkauf der politischen Ideen. Nur sollte man sich nicht einlullen lassen. Es ist legitim, dass jeder sich vorteilhaft darstellen will, aber man muss doch kritisch bleiben.
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  •   tom1966
    (1570 Beiträge)

    17.09.2021 11:30 Uhr
    "Influencer"
    Bei diesem Begriff sträuben sich mir sämtliche Haare! Wobei er im politischen Bezug noch eine gewisse Berechtigung hat, da sie Einfluss ausüben (wollen).

    Anders sieht es bei den berufsmäßigen "Influencern" aus, die ja eigentlich nur Werbeträger sind und damit ihr Geld verdienen. Warum bezeichnet man sie dann nicht so: Werbeträger? Sie beeinflussen ihre Follower ja zum Kauf bestimmter Produkte. Aber "Influencer" klingt eben besser, auch weil es "neuhochdeutsch" ist.
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  •   andip
    (11234 Beiträge)

    17.09.2021 15:33 Uhr
    So viel anders ist das auch nicht
    Statt für irgendwelche Produkte machen die Werbung für sich selber.
    Und wenn man sie nimmt/wählt, ist das sogar kostenlos bzw. kostet nur Nerven. ,)
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  •   KA-Martin
    (183 Beiträge)

    17.09.2021 09:16 Uhr
    Parsa Marvi...
    ...heißt der Kandidat, Frau Verena Müller-Witt!
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