Karlsruhe Harte Schale, weicher Kern: Karlsruher Soldat betreibt soziales Modelabel "Großstadtaffe"

"Großstadtaffe" ist ein soziales Modelabel. Dieses wird aber nicht wie üblich von einem Designer betrieben, sondern von einem Soldaten. Hinter dem etwas anderem Projekt steckt der gebürtige Karlsruher Manuel Lauinger. Mit seiner Kleidung will er ein positives Statement setzten und gleichzeitig etwas Gutes bewirken.

"Jeder achtet nur noch auf sich, fährt die Ellenbogen aus, kaum jemand steht noch für Ältere in der Straßenbahn auf, das Interesse an den Mitmenschen schwindet", so oder so ähnlich lauten die Vorurteile über Großstädte.

Manuel Lauinger will mit seinem sozialen Modelabel "Großstadtaffe" dem negativen Mythos, eine Großstadt sei anonym und kühl widersprechen.

Durch Mode Menschen vereinen

"Mir ist aufgefallen, dass immer wieder ein Werteverfall angeprangert wird", erklärt Manuel Lauinger. "Alle schauen nur noch auf sich und ihren eigenen Vorteil, doch wenn so viele Menschen den Wunsch nach Werten und mehr Solidarität in sich tragen, dann sind diese Werte noch nicht verloren gegangen".  "Ich kann nichts vermissen, was ich selbst nicht in mir trage", folgert Lauinger.

Bild: Großstadtaffe

"Wie kann man Menschen vereinen, die genauso empfinden wie ich", fragt sich der 38-Jährige. Die Antwort findet Lauinger in der Mode, genauer gesagt in T-Shirts und Hoodies. Der Großstadtaffe, in Anlehnung an die angeprangerte "Großstadtanonymität" war geschaffen und greift mit Gehstock und Zylindern die Wertesymbolik auf.  

Zehn Euro pro Kleidungsstück werden gespendet

"Als meine Idee mit dem Großstadtaffen stand, war mir klar, dass zehn Euro pro Kauf eines Kleidungsstückes an eine soziale Einrichtung gehen sollen“, erklärt Lauinger das Konzept hinter dem Großstadtaffen.

Die sozialen Partnerprojekte, die mit dem Kauf eines Teils unterstützt werden, sind die Rundschau Altenhilfe in Köln und die Stiftung Jona in Berlin. "Ich will ein positives Statement setzen und gleichzeitig etwas gutes Tun", erklärt Lauinger das Engagement.

Die "Rundschau Altenhilfe" lernte der Soldat nach seiner Versetzung von Ramstein nach Köln kennen und schätzen.  Diese setzt sich für Menschen ein, deren Rente nicht ausreicht und unterstützt diese im Herbst ihres Lebens. "Jona" hingegen unterstützt die Jüngsten unserer Gesellschaft und betreut sozial benachteiligte Kinder.

Wunsch: Engagement in Karlsruhe

Von einem Engagement in Karlsruhe ist der leidenschaftliche KSC-Fan keinesfalls abgeneigt. Im Gegenteil, er wünscht es sich in der Zukunft. "Es wäre mir eine Herzensangelegenheit, auch in meiner Heimatstadt etwas Gutes zu tun", erklärt der Karlsruher.

Schließlich kommt auch große Unterstützung aus der Fächerstadt. Beispielsweise tragen KSC-Spieler Marc Lorenz, Ex-KSC Profi Änis Ben-Hatira und auch KSC-Legende Thomas Hässler das Projekt  von Lauinger die Welt hinaus.

Bild: Großstadtaffe

Eine große Herausforderung war für den Bundeswehrsoldaten der Auslandseinsatz Mitte 2020. Aufgeben musste er sein Projekt aber nicht.  "Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich alles selbst gemacht und die Pakete versendet, als ich nach Afghanistan flog, war das nicht mehr möglich", erklärt Lauinger. Große Unterstützung kam aus der Familie des Soldaten, die bis heute die Pakete versendet. 

Knapp 3.000 Euro an Spenden

Mittlerweile konnte der Großstadtaffe 2980 Euro an Spenden generieren und den sozialen Projekten überreichen. Langfristig träumt Lauinger davon, die Kollektion auszuweiten und für Kinder das "Großstadtäffchen" ins Leben zu rufen.

Die Instagram-Seite von "Großstadtaffe."
Die Instagram-Seite von "Großstadtaffe." | Bild: Screnshot: Instagram/großstadaffe.de

"Ohne Kunden ist es allerdings schwer, die Produktkollektion weiterzuentwickeln", erklärt der 38-Jährige. Die Pandemie setzt auch dem sozialen Modelabel zu, denn das Projekt lebe von Aufmerksamkeit und dem Zuspruch der Menschen, so der Gründer. 

Doch auch in Zeiten, in denen der Großstadtaffe weniger Zuspruch erhält, macht Lauinger weiter, denn die Perspektivlosigkeit von Menschen treibt ihn an, etwas bewegen zu wollen. "Wir müssen gar nicht so weit weg, wir haben auch in Deutschland Menschen, denen es nicht gut geht."

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