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Karlsruhe Hätte das Karlsruher Schienenchaos verhindert werden können? ka-news.de-Leser behauptet: "Die Probleme waren den VBK bekannt"

Die aktuellen Probleme am Karlsruher Schienennetz kamen für die Verantwortlichen der VBK überraschend. Doch ein Blick in andere Städte zeigt: Es sind keine Einzelfälle. Schon in Mannheim, Heidelberg oder Essen sind Fälle wie diese, in denen Verunreinigungen das Schienennetz blockierten, aufgetreten. Hätte die jetzt vorherrschende missliche Lage des Schienenverkehrs also verhindert werden können, wenn man sich an anderen Städten orientiert hätte?

"Es war ein völlig unvorhergesehenes Ereignis, das uns kalt erwischt hat", so das Statement des technischen Geschäftsführers der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), Ascan Egerer, zum stadtweiten Schienenverkehrsausfall.

ka-news.de-Leser erhebt Vorwürfe

Eine Einschätzung, die einen ka-news.de-Leser nicht überzeugt, wie er in einer Mail an die Redaktion schreibt: "Der VBK war das Problem insofern bekannt, dass das gleiche Problem bereits vor Jahren in Mannheim und Heidelberg auftrat."

Tatsächlich waren den Verkehrsbetrieben solche Präzedenzfälle auch in weiteren Städten nicht fremd.  "In Essen ist beispielsweise vor einigen Jahren ein Schienenausfall aufgrund von Verunreinigung geschehen, genauso in Laatzen bei Hannover", wie ein Sprecher der VBK gegenüber ka-news.de mitteilt.

"Die Ursachenforschung ist noch nicht abgeschlossen"

Ob das jedoch bedeute, dass man aus den Problemen dieser Städte hätte lernen können, um somit das jetzige Schienenchaos zu verhindern, sei wenig bis gar nicht gesichert, wie der Sprecher fortfährt: "Zunächst einmal ist die Ursachenforschung noch nicht abgeschlossen, sodass wir noch nicht präzise sagen können, ob der Schienenausfall in den eben genannten Städten überhaupt aus ähnlichen Gründen erwachsen ist, wie die jetzige Situation in Karlsruhe."

Bild: Thomas Riedel

Auch deswegen habe aus Sicht der Karlsruher Bahnunternehmen bisher nicht die Notwendigkeit bestanden, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. "Wir haben das jetzt geschmolzene Vergussmaterial seit Jahrzehnten benutzt, und es hat bisher jeder Belastung ohne Probleme standgehalten - selbst bei Sommern mit höheren Temperaturen." Und da es "in Karlsruhe selbst nie Anzeichen für solche Probleme gab, haben wir auch keine Lösungen für die Probleme anderer Städte gesucht."

"Der Gesetzgeber schreibt die Werkstoffe vor"

Selbst wenn man Vorkehrungen treffen wollen würde, so wäre dies aufgrund einiger bürokratischer Hürden nicht ganz einfach zu bewältigen gewesen. "Teilweise schreibt uns der Gesetzgeber die genauen Werkstoffe vor, die wir für die Schienenverlegung nutzen dürfen", so die VBK weiter.

Bild: Lars Notararigo

"Diese Werkstoffe müssen der deutschen Industrienorm entsprechen, der Belastung bereits standgehalten haben und müssen in ihrer Zusammensetzung genau geprüft werden." Daher könne die Zusammensetzung des Materials auch nicht ohne akuten Anlass verändert werden. 

Trotzdem bedeute das nicht, dass Karlsruhe nicht nachträglich aus der Problembewältigung anderer Städte lernen könne. "Wir stehen bereits im Austausch mit den Verkehrsbetrieben in Essen und Laatzen", so der Sprecher. "Vor allem in Bezug auf die Ursachen ihres Schienennetzausfalls und auf ihre Reinigungsmethoden."

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  •   BMWFahrer
    (701 Beiträge)

    18.06.2021 07:40 Uhr
    ist auch so,
    weil
    - in den Schulen statt Wissen "Kompetenzen" vermittelt werden
    - die Aufmachung einer Präsentation wichtiger ist, als deren Inhalt
    - Handwerk als anrüchig gilt und jeder studieren will
    - eine "work-life-balance" wichtiger ist, als ein Job, der Spaß macht
    - ein ISO-9001 Zertifikat als Qualitätsmerkmal betrachtet wird
    - und noch diverse Gründe, bei deren Nennung man hier gesperrt wird
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  •   amico
    (27 Beiträge)

    18.06.2021 08:57 Uhr
    BMW Fahrer
    sehr gut geschrieben BMWFahrer
    genauso ist es nämlich
    darf ich das als Leserbrief schreiben ?
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  •   BMWFahrer
    (701 Beiträge)

    18.06.2021 09:12 Uhr
    gerne
    ich erhebe keinerlei Urheberrechtsanspruch auf die o.g. Aussagen

    Viel Erfolg mit dem Leserbrief
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  •   Reger
    (618 Beiträge)

    17.06.2021 23:56 Uhr
    Irgendwas passt nicht
    Wenn das gleiche Vergussmaterial und die gleiche Verarbeitung wie in den Jahren zuvor verwendet wurde, in denen nichts passiert war, dann hätte es logischerweise nicht zu diesem Schaden kommen können.
    Also muss zu vorher irgendetwas verändert worden sein.
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  •   mueck
    (12254 Beiträge)

    18.06.2021 08:21 Uhr
    !
    Im Artikel wird nur bestätigt, dass es theoretisch das gleiche Vergussmaterial wie eh und je gewesen sein müsste.
    Jetzt muss nur noch geklärt werden, wie die Kontrolldichte war, dass es auch praktisch das gleiche war, wenn nein, warum nicht das gleiche, und ob die Verarbeitungsbedingungen eingehalten waren etc.
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  •   BMWFahrer
    (701 Beiträge)

    18.06.2021 09:18 Uhr
    Jedenfalls wurde zwischenzeitlich an vielen Stellen
    das voriges Jahr eingebrachte Bitumen entfernt und durch einen (zumindest optisch) anderen Stoff ersetzt.
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  •   mueck
    (12254 Beiträge)

    18.06.2021 11:09 Uhr
    ?
    Weiß?
    Pink?
    Oder wie optisch anders?
    Frisch vergossen glänzt das Zeugs, wenn dann irgendwann der Alltagsschmutz drauf gerieselt ist, ist's mit dem Glanz wieder vorbei ...
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  •   BMWFahrer
    (701 Beiträge)

    19.06.2021 21:11 Uhr
    Der zuvor verbaute Bitumen
    war eine schwarze Teermasse, Lakritz nicht unähnlich. Bei Hitze sehr flüssig und klebrig.

    Das neu eingebaute Material ist eher körnig, sieht aus, als sei grobkörniger Sand beigemischt. Ist in der Hitze zwar ebenfalls weich, aber klebt nicht so sehr.
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  •   AhmedDerAufklärer
    (465 Beiträge)

    17.06.2021 22:32 Uhr
    Das
    Problem ist, dass beim KVV/VBK/KASIG außer diesem Totalausfall auch schon folgendes passiert ist:
    - massive Verspätungen und Ausfälle
    - Fahrermangel
    - Fahrzeugmangel
    - Bauverzögerungen
    - häufige längerfristige Streckensperrungen (auch ohne Berücksichtigung der Kombilösungsbaustellen).
    So ist stellt der KVV leider ein Hindernis auf dem Weg zur dringend notwendigen Verkehrswende dar, statt einen Treiber.
    Da muss jetzt ein starker politischer Wille die notwendigen Änderungen anschieben. Warten auf die Kombilösung ist viel zu wenig.
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  •   BMWFahrer
    (701 Beiträge)

    17.06.2021 22:56 Uhr
    Vergessen
    - Streiks (über Wochen und Monate)
    - Betriebseinstellung wegen vereister Fahrleitung
    - verspätete Fahrzeuginbetriebnahme wegen technischer Mängel
    - plötzliche Notbremsungen der Fahrzeuge aus unklarer Ursache (die neuen Niederflurdinger)
    - mehr Geräuschentwicklung als die Holzklasse aus den 50ern
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