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Karlsruhe Grusel-Orte vor der Haustür: 4 Lost Places rund um Karlsruhe

Wer in Corona-Zeiten nicht weit fahren möchte, aber dennoch Erholung sucht, findet in der Region Karlsruhe zahlreiche Ausflugsziele. In einer ka-news.de-Mini-Serie "Urlaub vor der Haustür" zeigen wir Ihnen Inspirationen für die (virtuelle) Freizeitgestaltung. Heute: Pünktlich zu Halloween stellen wir die spannendsten verlassenen Orte - sogenannte Lost Places - rund um Karlsruhe vor.

Sie befinden sich manchmal versteckt im Wald und manchmal mitten in der Großstadt. Lost Places sind meist alte, verlassene Orte und Gebäude, die aus verschiedenen Gründen leer stehen. Manche von ihnen wurden nie renoviert, weil kein allgemeines Interesse daran bestand. Bei anderen Gebäuden wurden die Renovierungsarbeiten zwar begonnen, doch irgendwann abgebrochen, weil plötzlich Geld oder Genehmigungen fehlten.

Betreten der Lost Places untersagt

Solche Lost Places erfreuen sich durch ihre teils lange Vergangenheit und die geheimnisvolle Atmosphäre gerade zum anstehenden Feiertag Halloween etwa bei Erzählern von Gruselgeschichten großer Beliebtheit.

Auch rund um Karlsruhe liegen einige verlassene Orte im Verborgenen, die ka.news.de im Folgenden für die nächste gruselige Geschichten-Runde zusammengestellt hat. Doch Achtung, liebe Hobby-Abenteurer: Da sich die Grundstücke meist noch in staatlichem oder privatem Besitz befinden und teilweise stark verfallen und damit einsturzgefährdet sind, ist ein Besuch der Lost Places tabu!

Hochbunker Irisweg in Rüppurr

Umgebaut als Wohnhaus, als Museum oder versteckt im Wohngebiet - Karlsruhe hat einige Bunkeranlagen aus dem Zweiten Weltkrieg zu bieten. So etwa den Hochbunker Irisweg in Rüppurr. Wie die meisten großen Luftschutzbunker wurde auch dieser mitten in einer Wohnsiedlung gebaut, um bis zu 520 Bewohnern der Gartenstadt im Falle eines Luftangriffs eine sichere Schutzmöglichkeit zu bieten.

So sieht der Bunker heute aus.
Der Hochbunker Irisweg sieht zur Tarnung aus wie ein Wohnhaus. | Bild: Katherine Flatter

Auch heute noch steht der Bunker vollkommen unbeschädigt zwischen Irisweg und Wickenweg. Zur Tarnung sieht er aus wie ein Wohnhaus. Nur das große Relief an der Seite des Bunkers weist auf seine Vergangenheit im Dritten Reich hin. Alle Karlsruher Bunker und ihre Geschichten gibt es hier.

Überreste des Westwalls in Ettlingen

(Entfernung von Karlsruhe zirka 14 Kilometer)

Er sollte Deutschland vor den Angriffen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg schützen - der Westwall, ein über 630 Kilometer langes Verteidigungssystem aus Bunkern, Gräben, Stollen und Panzersperren. Überreste dieses dunklen Kapitels deutscher Geschichte sind auch bei Ettlingen zu finden. Hier zieht sich die Verteidigungslinie des Westwalls über etwa zehn Kilometer Länge vom Rheinufer südlich von Karlsruhe bis nach Malsch. 

Bild: Katherine Quinlan-Flatter

Der hiesige Wall, der sogenannte "Ettlinger Riegel", wurde in den Jahren 1936 und 1937 erbaut und mit Bunkern, Panzerhindernissen und Wassergräben zur Gegnerabwehr ausgestattet. Bis heute sind noch gesprengte Reste zu finden.

Altes Wasserwerk in Bruchsal

(Entfernung von Karlsruhe zirka 23 Kilometer)

Mitten in einem Neubaugebiet liegt in einem alten Steinbruch das alte Wasserwerk Bruchsal. Mit zwei Dampfmaschinen wurde das im 19. Jahrhundert erbaute Gebäude betrieben. Diese pumpten das Wasser zu einem Hochbehälter.

Bild: Klaus Schöffler

Im Jahre 1919 wurden die Dampfmaschinen durch elektrische Antriebe ersetzt. 1966 hatte das Werk dann ausgedient und verfällt seitdem immer mehr. Neue Nutzungsideen gab es keine. Von dem Betreten der Anlage wird dringend abgeraten. 

Hotel Waldlust in Freudenstadt

(Entfernung von Karlsruhe zirka 100 Kilometer)

Wo Anfang des vergangenen Jahrhunderts noch Adlige, Künstler und Filmstars residierten, liegt dieses ehemalige, im Jahr 1900 eröffnete Grandhotel Waldlust in Freudenstadt heute im Dornröschenschlaf. 2005 endete der Hotelbetrieb, das Gebäude lag brach. Gerüchten zufolge soll es hier sogar spuken. Daher ist der Komplex seit den 60er-Jahren bei Geisterjägern beliebt.

Bild: berndarmbruster.de

Der morbide Charme des Hotels Waldlust hat es auch als Drehort in diverse Film- und Fernsehproduktionen geschafft. Das Gebäude ist nicht frei zugänglich. Den Rundgang durch die erhaltenen historischen Räume können Besucher und Fotografen unter www.waldlust-denkmal.de beim Verein Denkmalfreunde Waldlust buchen, der sich ehrenamtlich um die Erhaltung des Gebäudes kümmert.

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Kommentare (6)
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  •   schlaule2
    (278 Beiträge)

    01.11.2020 08:02 Uhr
    Vom Ettlinger Riegel
    gibt es auch recht gut erhaltene Reste, dazu muss man sich aber mehr als 10 Meter vom Auto wegbewegen und den Waldweg verlassen. Direkt bei den abgebildeten Bunker ist ein Stück weiter im Wald noch einer bei dem die MG Stellungen begehbar sind. Und bei den Ettlinger Linien ist einer noch fast erhalten. Interessant ist das der Westwall beim Golfplatz und die Verteidigungslinien von 17xx integriert wurde.
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  •   Weichei
    (781 Beiträge)

    31.10.2020 18:18 Uhr
    Da gab es doch auch in Muehlburg so ne Schokoladenfabrik.
    Gibt es die noch? Dort habe ich einmal in den Schulferien gearbeited.
    Mit Gummistiefeln und einem Spaten musste ich die Schokolade vom Boden abkratzen und in die Walze kippen. Das Ergebnis wurde an Schokoladefabriken verkauft. Ich habe von nun an Schokolade gemieden.
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  •   obacht
    (94 Beiträge)

    31.10.2020 21:07 Uhr
    Weichei!
    grinsen
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  •   mueck
    (11893 Beiträge)

    31.10.2020 22:23 Uhr
    !
    Die gibt's noch, haben wohl auch einen temporären Fabriksverkauf und vermutlich hocken Schokoladier udn Justitiar gerade zusammen an der Anzeige wegen übler Nachrede ... :D
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  •   Weichei
    (781 Beiträge)

    31.10.2020 23:29 Uhr
    Angeklagter
    Lebt in Suedafrika grinsen
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  •   mueck
    (11893 Beiträge)

    01.11.2020 00:49 Uhr
    !
    Die Russenmafia arbeitet weltweit, Reisekosten gehen stets zu Lasten des Angenagten!
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