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Stuttgart Entscheidung fällt heute: Baden-Württemberg berät über Öffnung von Grundschulen und Kitas

Vielerorts ist die Sorge groß, dass die neuen Varianten des Coronavirus sich noch schneller verbreiten könnten. Im Südwesten wird dennoch über eine Lockerung bei Kitas und Grundschulen beraten.

Das Land Baden-Württemberg will heute über die Wiedereröffnung von Grundschulen und Kitas von Montag an entscheiden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) wollen am Vormittag, um 10.45 Uhr, verkünden, ob es zu der Lockerung des Corona-Lockdowns kommt.

In Baden-Württemberg gehen etwa 450.000 Kinder in Kitas und rund 382.000 besuchen eine Grundschule.

Beschreitet Baden-Württemberg einen Sonderweg?

Kretschmann hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt, weil die Infektionszahlen noch nicht belastbar nach unten gingen. Eisenmann, die auch CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl ist, dringt vehement auf eine Öffnung im Sinne der Kinder. Sie wollte Grundschulen und Kitas eigentlich schon am vergangenen Montag öffnen - "unabhängig von den Inzidenzzahlen."

Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. | Bild: Christoph Schmidt/dpa

Im Südwesten gibt es in den weiterführenden Schulen bis Ende Januar Fernunterricht. Ausnahmen gelten für Abschlussklassen.

Kretschmann und Eisenmann wollten sich am Mittwochabend per Videoschalte mit Virologen, Epidemiologen und Kinder- und Jugendmedizinern beraten. Zuletzt hatte es immer wieder geheißen, Schulen seien zwar keine Treiber der Pandemie, sie seien aber Teil des Infektionsgeschehens.

Unklar ist, auf welcher Zahlenbasis das Land entscheiden will. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstag gesagt, vor Anfang nächster Woche werde es keinen klaren Überblick über die Infektionszahlen nach dem Jahreswechsel geben.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem abgewählten US-Präsidenten Donald Trump eine Mitschuld am Sturm von dessen Anhängern auf das Kapitol in Washington gegeben.
(Symbolbild) | Bild: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Mit einer Lockerung würde Baden-Württemberg, das in vielen Bereichen einen strengen Corona-Kurs fährt, einen Sonderweg beschreiten. Bund und Länder hatten Anfang des Jahres den Lockdown auch an Schulen und Kitas bis Ende Januar verlängert.

Allerdings sind die Länder für die Bildungspolitik zuständig und der Beschluss der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin lässt ihnen Spielraum. Demnach ist Präsenzunterricht möglich, wenn die Präsenzpflicht ausgesetzt ist. Das ist in Baden-Württemberg schon seit Sommer der Fall.

Bei Öffnung müssten Klassen geteilt werden

Monika Stein, Landeschefin der Bildungs-Gewerkschaft GEW, sagte: "Alle wünschen sich, wieder in den Kitas und den Klassenzimmern sein zu dürfen. Wenn das aber aufgrund der Infektionszahlen oder aufgrund der Gefahr durch neue Virusvarianten nicht möglich ist, müssen leider Kitas und Schulen geschlossen bleiben."

Monika Stein, die neue GEW-Chefin im Südwesten.
Monika Stein, die neue GEW-Chefin im Südwesten. | Bild: Sebastian Gollnow/dpa

Um überhaupt wieder in Kitas und Schulen zurückkehren zu können, müssten Gruppen und Klassen geteilt werden können, forderte Stein. Dafür brauche es mehr Personal.

Die Gewerkschaft Verdi forderte, die Notbetreuung in Kitas und Grundschulen wie in vielen anderen Bundesländern zu verlängern. Eine uneingeschränkte Öffnung von Montag an lehne man ab.

Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross erklärte: "Was ab Montag auf die Kolleginnen und Kollegen bei einer Vollöffnung zukäme, wäre auch in der Abwägung mit der Not von Kindern und Eltern derzeit nicht zu verantworten."

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  •   max
    (277 Beiträge)

    15.01.2021 17:24 Uhr
    Am besten wäre es,
    wenn sich die Politiker aus dem Thema Covid 19 heraushalten würden, denn sie haben überhaupt keine Ahnung, sind keine Mediziner und verunsichern den Bürger. Aber man sieht es mal wieder, die Politiker reden nicht nur in der Politik, sondern auch beim Cocid 19 dummes zeug daher. Die Mediziner sollten klipp und klar sagen, ob Schulen usw. wieder geöffnet werden können oder nicht.
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  •   Holzbiene
    (201 Beiträge)

    14.01.2021 21:07 Uhr
    In 2020 20% weniger Krebsbehandlungen
    Krebs ist eine weitaus häufigere Todesursache, als COVID: 2018 starben in D 238.345 Menschen an Krebs – fast 6 mal so viele, als 2020 an COVID (41486).

    Durch Panikmache und die Verschiebung von Untersuchungen und Operationen kam es 2020 zu 20% weniger Krebsbehandlungen, als zu erwarten waren. Dabei gibt es keinen Grund zu der Annahme, durch COVID seien die Krebserkrankungen zurückgegangen. Es ist daher mit einer deutlichen Übersterblichkeit durch Krebs zu rechnen, von dem entstandenen Leid ganz zu schweigen.

    Die Maßnahmen dagegen schaden um ein vielfaches mehr, als sie nützen. Solche Aktionen – laut Studie von John P.A. Ioannidis sowieso kaum wirksam – sind unverhältnismäßig und damit verfassungswidrig.

    Bis zu 20 Prozent weniger Krebsbehandlungen während Corona-Lockdown
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  •   tom1966
    (1409 Beiträge)

    15.01.2021 14:07 Uhr
    ?
    Was wollen Sie uns mit diesem Beitrag sagen? Dass wir 1000 und mehr Coronatote pro Tag ignorieren sollen?
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  •   Tyr
    (657 Beiträge)

    14.01.2021 16:41 Uhr
    Auch Kultusministerin Susanne Eisenmann sagte,
    es sei richtig, dass der Lockdown als Ganzes fortgesetzt werde.
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  •   RainerBu
    (1419 Beiträge)

    14.01.2021 15:24 Uhr
    Sommer-Lockdown
    bräuchten wir, nur wer macht da mit. Da soll das Virus laut einer Virologin deutlich kürzer leben.
    Könnten wir dem Biest also ne Breitseite verpassen um es für den nächsten Winter stark zu dezimieren .
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  •   InKa
    (935 Beiträge)

    14.01.2021 13:21 Uhr
    wieder
    nichts Halbes und nichts Ganzes. So wird das nichts
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  •   TillEulenspiegel
    (75 Beiträge)

    14.01.2021 11:24 Uhr
    Lothar Wieler
    Für Lothar Wieler, laut wikipedia ein Tierarzt und Fachtierarzt für Mikrobiologie, ist das gar kein richtiger Lockdown. Also gibt es für die Wahlkämpfer Kretschmann, Strobl, Söder, Lauterbach, ... noch viel Luft nach oben, um die Daumschrauben weiter anzuziehen. Natürlich warnte der RKI-Präsident auch wieder eindringlich „Es besteht also die Möglichkeit, dass sich die Lage noch verschlimmert.“

    Auffallend in der PK war auch heute wieder die perfekt sitzende Frisur, und das obwohl die Friseure für den "Dummmichel" seit mehreren Wochen geschlossen haben.

    "All animals are equal, but some are more equal than others."
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  •   Queri
    (191 Beiträge)

    14.01.2021 14:15 Uhr
    '
    Ihre Idee geht natürlich wieder mal an der Sache meilenweit vorbei. Am gestern verschärften Lockdown für die Schweiz, ist das auch der "Tierarzt" und die sog. "Wahlkämpfer" verantwortlich.
    Ihre künstliche und willkürliche Einengung der weltweiten Pandemie auf D, BW oder KA ist natürlich weltfremd und soll wohl irgendwie provozieren.
    Na ja.
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  •   Kojak
    (643 Beiträge)

    14.01.2021 11:09 Uhr
    Sie bleiben geschlossen.
    Berichtet jetzt der SWR. Bis Ende Januar. Da konnte sich Wahlkämpferin Eisenmann nicht durchsetzen.
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  •   Krunemer
    (284 Beiträge)

    14.01.2021 12:05 Uhr
    Kitas und
    Grundschulen bleiben geschlossen. Tagesmütter dürfen die Kinder weiter betreuen. Was ein Witz dieses Land und seine Söders.
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