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Karlsruhe Grüne Dächer statt grünem Rasen? So könnte das Badische Staatstheater nach der Fertigstellung aussehen

Steigende Kosten, längere Bauzeit: Schlechte Nachrichten rund um die Sanierung des Badischen Staatstheaters haben in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen gesorgt - dabei ist das eigentliche Bauprojekt und sein Fortschritt in den Hintergrund gerückt. Das sollte sich am heutigen Dienstag eigentlich ändern: Ein Bebauungsplan gibt erste Details über das fertige Bauprojekt preis. Doch jetzt wurde der Punkt im Gemeinderat abgesetzt.

11:30 Bebauungsplan im heutigen Gemeinderat abgesetzt

Wie die Stadt Karlsruhe auf Anfrage von ka-news.de mitteilte, haben sich die Fraktionen am gestrigen Abend noch dazu entschieden, den Bebauungsbeschluss, zusammen mit dem Grundsatzungsbeschluss, im nächsten Gemeinderat, am 22. Juni, gemeinsam zu behandeln.

10:13 Wird dem Bebauungsplan zugestimmt?

Gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg plant die Stadt Karlsruhe umfassende Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude des Badischen Staatstheaters, welche durch "Umbauten im Inneren und Ergänzungen durch Neubauten" in mehreren Bauabschnitten bewerkstelligt werden sollen. 

Diese Bauabschnitte sind in drei Module aufgeteilt, denen wiederum eine Vorwegmaßnahme vorausgeht. Diese beinhaltet unter anderem ein temporäres Eingangsprovisorium ("Neues Entree") und die Ein- und Ausfahrt der neuen Tiefgarage.

Das badische Staatstheater im Umbau.
Das badische Staatstheater im Umbau. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Insgesamt zehn bis zwölf Jahre Bauzeit sind für das Projekt vorgesehen, in denen das "neue" Theater auf rund 57.600 Quadratmeter entstehen soll. Kostenpunkt: über 500 Millionen Euro. Aus dem Bebauungsplan, der am Dienstag dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt wird, ergeben sich wiederum drei Schwerpunkte: die Situation der Stellplätze, der Wegfall der Grünfläche durch den Ausbau des Theaters und der versuchte Ausgleich dessen über ein begrüntes Dach.

1. Parkplätze und ÖPNV

Aktuell verfügt das Staatstheater über 430 Stellplätze, die in der anliegenden Tiefgarage untergebracht sind. Künftig aber sollen diese - gemäß den Vorgaben der Landesbauordnung - auf 181 Stellplätze für Besucher reduziert werden.

Der Grund: eine gute Anbindung des Staatstheaters an den ÖPNV. Nach der Fertigstellung der Kombilösung im Dezember verlaufen nämlich zwei Bahnlinien oberirdisch entlang der Kriegsstraße, sechs Linien unterirdisch zwischen Ettlinger Tor und Kongresszentrum. Hinzu werden zirka 190 Fahrradabstellplätze im Bereich des Theatereingangs geschaffen, wovon 40 überdacht sein werden. 

Dateiname : Staatstheater Entwurf
Dateigröße : 959.76 KBytes.
Datum : 17.05.2021 14:11
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Aber wo genau befinden sich dann die Parkplätze? In einem Bebauungsplan-Entwurf ist der Bereich "Parken" primär in der Finterstraße angesiedelt. Hier findet sich auch der Zugang zur Tiefgarage wieder, während der Ausgang in Richtung Kriegsstraße verlagert wird.

Auch Haltepunkte für Taxis, Busse und zwei Behindertenparkplätze sollen künftig in der Finterstraße zu finden sein. 15 weitere Parkplätze sollen den Besuchern entlang der Meidingerstraße zur Verfügung stehen. Gehwege wird es entlang der Baumeister-, Finter-, Ettlinger, Kriegs- und Meidingerstraße geben. Wie die Wege im Inneren des Geländes verlaufen sollen, werde derzeit noch herausgearbeitet.

2. Außenanlagen und Begrünung 

Der Außenbereich des Hermann-Levi-Platzes gehört ab sofort der Vergangenheit an. Denn das große Wasserbecken und ein Großteil der dort angesiedelten Bäume wurden inzwischen abgetragen, da sie vom Gartenbauamt als "nicht erhaltenswert" eingestuft wurden.

"Von den ursprünglich vorhandenen 96 Bäumen wurden bereits 33 Bäume wegen der auf der Grundlage alten Planrechts zulässigen Bauarbeiten zur Fällung freigegeben. Hierbei handelt es sich um die Änderung der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrten und den Bau eines Eingangsprovisoriums. Durch die Bebauungsplanänderung und die weitere Realisierung des Vorhabens in mehreren Bauabschnitten werden weitere Bäume gefällt werden müssen", heißt es in der Beschlussvorlage der Stadt Karlsruhe.

(Symbolbild)
So schön grün sah es mal vor dem Badischen Staatstheater in Karlsruhe aus | Bild: Paul Needham

In einer Anlage des Karlsruher Stadtamts ist hingegen von bereits 44 gefällten Bäumen die Rede. Neupflanzungen von rund 15 Bäumen könnten wiederum im Bereich des heutigen Infogebäudes K-Punkt an der Kriegsstraße vorgenommen werden. Des Weiteren seien Ausgleichspflanzungen im Stadtgebiet sowie die Erhaltung der Bäume im Bereich der Meidingerstraße geplant.

Dennoch sei die Stadt zuversichtlich, dass sich der Verlust der Bäume im Gesamten eher positiv auswirken wird. Der Grund: Mit der Verlagerung der Nancyhalle und des jungen Staatstheaters aus der "Insel" können zwei "energetisch ungenügende Gebäude" aufgegeben werden.

Wie die Außenanlagen jedoch konkret aussehen sollen, steht noch nicht fest. Dies wird in Form eines "Freianlagenwettbewerbs" aktuell noch weiter erarbeitet. Aber: "Bedingt durch die abschnittsweise Realisierung des Bauvorhabens" sei bereits für einige Teilbereiche der Freianlagen "eine abschnittsweise Realisierung" geplant, um "notwendige Zuwegungen und Fluchtwege sicherzustellen", heißt es in der Beschlussvorlage.

3. Begrünte Dächer und Photovoltaik

Besonderes Augenmerk gilt den Dächern des zukünftigen Staatstheaters. Denn hier sollen rund 2.800 Quadratmeter der Dachfläche und die Fläche der überdachten Fahrradstellplätze dauerhaft begrünt werden. Welche Pflanzen hierbei zum Einsatz kommen, sei aber noch unklar. Für ausreichend Wasser solle eine eigene Bewässerungsanlage sorgen.

Photovoltaik-Anlagen erwirtschaften im bundesweiten Schnitt von April bis September rund vier Fünftel ihres Jahresertrags.
Solche Photovoltaik-Anlagen könnten in Zukunft auch das Dach des Staatstheaters zieren. | Bild: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn

In diesem Zusammenhang tendiert die Stadt dazu, die Dächer mit Solar- und Photovoltaik-Anlagen auszustatten, "sofern die Dachbegrünung und deren Wasser-Rückhaltefunktion dadurch nicht beeinträchtigt werden". Auch weitere energetische Optimierungsmaßnahmen, wie der Bau einer geothermischen Brunnenanlage, werden aktuell geprüft.

Ob dieses Vorhaben dann auch tatsächlich umgesetzt wird, sei aufgrund des noch nicht vorliegenden Energiekonzepts noch nicht in Stein gemeißelt. Aus lufthygienischer und klimatischer Sicht spreche jedoch laut Beschlussvorlage grundsätzlich nichts gegen das Planvorhaben.

Dennoch: Eine Klimaneutralität für das Gesamtbauvorhaben sei laut Stadtbauamt zwar "nicht darstellbar", der Neubau würde aber die gesetzlichen Anforderungen des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfüllen und teilweise sogar leicht übertreffen.

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  •   AhmedDerAufklärer
    (624 Beiträge)

    21.05.2021 16:52 Uhr
    Also
    Theater kann auch im Konzerthaus oder im dann irgendwann mal neuen Kongresszentrum gespielt werden. Es muss nicht alles immer größer und perfekter werden.
    Riesen-Ansprüche mit fremdem Geldern (dem der Bürger) verwirklichen zu wollen, das sollte zumindest demokratisch durch einen Bürgerentscheid abgesichert werden.
    Mit verbindlichen Zahlen und Zeiträumen und Haftungsübernahme bei Nicht-Einhaltung.
    Wenn die Bürger mehrheitlich zustimmen sollten, kann ich das dann auch sehr gut akzeptieren.
    Luftschlösser des hochgradig gesponsorten Kulturbetriebs sollte man tunlichst vermeiden, schon aus Respekt vor dem freien Kulturbetrieb.
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  •   Beiertheimer
    (1341 Beiträge)

    21.05.2021 12:52 Uhr
    Wenn ich so einen Stuss lese
    Zitat von Artikel Dennoch sei die Stadt zuversichtlich, dass sich der Verlust der Bäume im Gesamten eher positiv auswirken wird.

    Und daheim willst du einen Baum fällen und hast das gesamte Gartenbauamt am Hals.
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  •   de.schwule.sascha
    (197 Beiträge)

    18.05.2021 15:21 Uhr
    ...
    10 - 12 Jahre, leben wir da noch alle?
    In 10 - 12 Jahren wird sich die Rechnung ca auf 1-2 Millarden belaufen.
    Was ist das für eine irre lange Bauzeit, ist doch nicht die UStrab???
    10 - 12 JAHRE.....
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  •   Beiertheimer
    (1341 Beiträge)

    21.05.2021 12:59 Uhr
    Die Bauzeiten sind normal
    es dauert schon ein etwas mit der Ausschreibung. Du musst genau aufpassen nicht zu genau zu arbeiten sonst gibt es zu wenig Nachträge. Ausserdem ist es nicht einfach heutzutage einen Generalunternehmer zu finden der dich so richtig über den Tisch zieht.
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  •   IchKA
    (1176 Beiträge)

    18.05.2021 15:04 Uhr
    Was ist hier los?
    Genehmigungen für Neubauten gibt es nur noch mit Solardächern. Und was machen die Stadtstrategen?
    "Die Stadt tendiert", zumindest zu automatischen Beregnungsanlagen. Hat man schon untersucht, ob die Dachlast überhaupt für Bepflanzung und Erde ausreicht, oder hat hier bereits die Grundlage für eine weitere wahnwitzige Verteuerung? Will man den gleichen Fehler wie beim Stadion machen? Riesige Dachflächen ohne Solarenergie? Wo gibts denn sowas 2021
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  •   Kommentar
    (958 Beiträge)

    18.05.2021 21:48 Uhr
    Dachlast?
    So was wird berechnet, NACHDEM das Gebäude fertig ist. Anfänger! zwinkern
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  •   SunCityKA
    (147 Beiträge)

    18.05.2021 14:55 Uhr
    Was für ein ...
    ... Geschwurbel... "neues Entree"... neue Tiefgarage - dafür weniger Parkplätze, Fahrradstellplätze (gibt's dann auch Duschen?), Dachbegrünung - aber nur wenn es nicht mit der Photovoltaik kollidiert, Geothermie (!), Lufthygiene, Laber-Rhabarber. Wie wäre es noch mit "Nouveau Parking" für das "Etabilssement Geldscheysserey"? Was sollen diese ganzen Nebelkerzen zur Volksverdummung. Blöder Wichtigsprech und Aufzählungsplapperei. Soll uns das von der halben Milliarde ablenken - oder diese rechtfertigen? Am schönsten fand ich aber: "Dennoch sei die Stadt zuversichtlich, dass sich der Verlust der Bäume im Gesamten eher positiv auswirken wird." Très lüstich oder very funny!!! Dieses ganze THEATER ist doch totaler Bockmist! Wer brauchte all das? Wir hatten ein vollkommen funktionsfähiges Haus. Die "kulturelle u. politische Elite" ließ sich von einem Hütchenspieler bequatschen, ihm ein Weltstadtdenkmal zu setzen. Eine lachhafte Posse. Alles mit dem Geld der Steuerzahler ... Baustopp sofort!
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  •   Kommentar
    (958 Beiträge)

    18.05.2021 21:51 Uhr
    Wir könnten einen Hoch-Teich daraus
    machen, oder noch besser: ein Aquarium!
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  •   Ringo.Ginsterburg
    (159 Beiträge)

    18.05.2021 19:12 Uhr
    ... Geschwurbel
    Das haben Sie schonungslos treffend analysiert. Die Aufgabe irgendwelcher veralteter Gebäude als Kompensationsmaßnahme für den Verlust von Bäumen und Grünfläche gegenzurechnen, ist ohnehin mehr als schräg, aber dann noch zu fabulieren, dass sich "der Verlust der Bäume im Gesamten eher positiv auswirken wird", ist echt der Gipfel! Da weiß man erst gar nicht, ob das nun dämlich ist oder dreist, aber mittlerweile glaube ich: Es ist beides in perfekter "Synergie".
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  •   Kommentar
    (958 Beiträge)

    18.05.2021 12:52 Uhr
    Die haben neben dem ÖPNV auch einen
    komplett neuen Straßentunnel neben dem Haus. Eine Milliarde Euro - und dann weniger Parkplätze?
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